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Sorge auf Intensivstationen

Gesundheitsamt Karlsruhe ist wegen vierter Corona-Welle am Limit – Pflegepersonal wird knapp

Die vierte Corona-Welle rollt über Karlsruhe und das Gesundheitsamt kommt mit der Ermittlung der Infizierten nicht mehr hinterher. Dramatischer ist die Situation aber in den Intensivstationen. Dort wird das Pflegepersonal knapp.

„Das Infektionsgeschehen hat sich klar Richtung jüngere und ungeimpfte Personen verlagert“, sagt Pressesprecher Martin Zawichowski vom Landratsamt Karlsruhe.  Foto: Jörg Donecker

Die vierte Corona-Welle ist mittlerweile auch in Karlsruhe angekommen. Die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Karlsruhe steigt seit Tagen steil an und erreichte am Freitagmorgen den Wert von 163,1. „Das Infektionsgeschehen hat sich klar Richtung jüngere und ungeimpfte Personen verlagert“, sagt Pressesprecher Martin Zawichowski vom Landratsamt Karlsruhe.

Knapp 60 Prozent der bekannten Corona-Fälle im Bereich des Gesundheitsamts sind mittlerweile noch keine 40 Jahre alt. Auch an nahezu allen Kitas und Schulen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gibt es mittlerweile positive Corona-Fälle. Meistens handelt es sich nach den Recherchen des Gesundheitsamts um Einzelfälle, größere Ausbrüche und die Schließung von Schulklassen und Kitagruppen sind bislang noch die Ausnahme.

Entspannung ist in den kommenden Tagen offenbar keine in Sicht, denn das sogenannte Abwasserorakel, ein vom Technologiezentrum Wasser betriebenes System zur Schätzung der Corona-Infektionen in Karlsruhe, weist bereits auf eine weiter steigende Inzidenz hin.

Gesundheitsamt Karlsruhe: Über 2.500 Leute sind in Corona-Quarantäne

Die Covid-Abteilung beim Gesundheitsamt ist bereits jetzt an den Kapazitätsgrenzen angelangt. „Wir arbeiten seit eineinhalb Jahren im Krisenmodus und derzeit steigt das Arbeitspensum synchron zu den Fallzahlen an“, betont Zawichowski.

Auch wenn die Personaldecke durch Neueinstellungen und Abordnungen von anderen Ämtern immer wieder aufgestockt werde, können mittlerweile nicht mehr alle Kontakte verfolgt werden. Derzeit werden vom Gesundheitsamt vor allem die Haushaltsangehörigen von positiv getesteten Personen verständigt, eine Ermittlung weiterer Kontaktpersonen erfolge nur noch in Ausnahmefällen.

Aktuell befinden sich im Stadtkreis Karlsruhe gut 850 und im Landkreis über 1.700 Menschen in Quarantäne. Wegen der steigenden Infektionszahlen können Infizierte und ihre Angehörigen aber teilweise nicht mehr am selben Tag verständigt werden. „Wird der Verzug noch größer, ergibt die Ermittlung infektiologisch keinen Sinn“, sagt Zawichowski.

Weitergegeben werden die Infektionen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamts derzeit überwiegend in Familien und gemeinsamen Haushalten. In den Pflegeheimen werden bislang nur vereinzelt Infektionen ermittelt.

Pflegepersonal in Krankenhäusern ist nach fast zwei Jahren Coronavirus erschöpft

Bis zu welcher Inzidenz das Gesundheitsamt überhaupt noch Kontakte von Infizierten ermitteln kann, darüber will Zawichowski nicht spekulieren. „Die reine Zahl der Coronafälle ist aber nicht das Problem. Entscheidend ist die drohende Überlastung der Intensivstationen“, stellt er klar.

Der Mangel an Intensivpflegekräften in den Krankenhäusern sei mittlerweile bekannt, aus diesem Grund könnten auch nicht alle vorhandenen Betten belegt werden. „Nach dem, was wir aus den Kliniken hören, ist das Personal erschöpft und die ersten Krankenhäuser melden bereits Kündigungen“, so Zawichowski.

Der einzige Weg zur Entspannung der Situation ist nach Einschätzung des Gesundheitsamts eine Erhöhung der Impfquote. Deshalb rufen auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und Landrat Christoph Schnaudigel zum Impfen auf.

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