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Mehr Fälle häuslicher Gewalt

Orangene Fahnen sollen in Karlsruhe ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen

Seit über 20 Jahren, genauer seit 1999, wird jeweils am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. In der Corona-Krise ist das Thema aktueller denn je.

Flagge zeigen gegen die Gewalt: Mit Trommeln und orangenen Bannern demonstrieren Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Ständehaus. Foto: Jörg Donecker

Der Aktions- und Gedenktag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Bürgermeister Martin Lenz (SPD), die Gleichstellungsbeauftragte Verena Meister und der Koordinationskreis „Häusliche Gewalt überwinden“ beteiligten sich anlässlich des Aktionstags an einer Fahnenaktion vor dem Ständehaus, bei der orangefarbene Flaggen gehisst wurden.

Orange ist die Farbe des Gedenktags: Zu sehen auch in der Lammstraße, wo der Stammsitz der BNN orange beleuchtet wurde – ein Protest gegen die allgegenwärtige Gewalt an Frauen.

„Dieser Tag ist kein Tag zum Feiern, denn wir als Stadt des Rechts, der Solidarität und der Humanität, müssen uns noch viel stärker gegen die Gewalt stellen“, so Martin Lenz. Er berichtete, dass das Bundeskriminalamt seit Beginn der Corona-Pandemie steigende Zahlen im Bereich Partnerschaftsgewalt verzeichne.

Fast 500 Fälle Häuslicher Gewalt in Karlsruhe registriert

„Auch in Karlsruhe registrierte das Ordnungs- und Bürgeramt in diesem Jahr bereits 498 Meldungen zu Häuslicher Gewalt. In 235 Fällen waren minderjährige Kinder mit betroffen“, berichtete er. „Gewalt gegen Frauen ist nicht hinnehmbar. Es ist keine Privatsache. Dafür setzen wir heute ein Zeichen“, sagte er.

„Die Farbe Orange steht für eine bessere Zukunft, für eine Zukunft die frei von Gewalt ist“, meint Verena Meister. Die Gleichstellungsbeauftragte machte deutlich, dass Frauenrechte Menschenrechte seien, und dass alle Staaten verpflichtet seien, sich für diese Rechte einzusetzen.

20 Einrichtungen beteiligen sich an Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Nicht nur vor dem Ständehaus wurden die orangefarbenen Flaggen gehisst: Insgesamt beteiligten sich fast 20 Einrichtungen und zeigten Flagge.

Mit dabei waren unter anderem das ZKM, das Städtische Klinikum, der Hauptbahnhof und die IHK. Aber auch Parteien äußerten sich zum Aktionstag: „Gewalt gegen Frauen an einem einzigen Tag sichtbar zu machen und dann keine politischen Konsequenzen folgen zu lassen, ist völlig unzureichend“, meinte Linken-Stadträtin Mathilde Göttel. CDU-Stadträtin Bettina Meier-Augenstein forderte, dass das Land den Schutz vor Gewalt an Frauen zur gesetzlichen Pflichtaufgabe erklärt.

Zonta international, ein weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen, setzt sich seit Jahren für Projekte ein, die Gewalt an Frauen und Mädchen bekämpfen. Die Zonta-Clubs in aller Welt unterstützen die Aktion „Orange The World – Stand Up For Women“, die von UN Women initiiert wurde.

Auch im gesamten Karlsruher Stadtgebiet gab es verschiedene Aktionen unter diesem Motto. So verhüllte zum Beispiel der Soroptimist Club Karlsruhe den Liebesbrunnen in Durlach und setzte an den Fenstern des Rathauses weithin sichtbare orangene Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe beteiligte sich ebenfalls an der Aktion und ließ verschiedene Gebäude orange erstrahlen.

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