Skip to main content

Weihnachten mit sieben Kindern

Heiligabend in Hagsfeld mit der ganz großen Familie

Vor einem Jahr staunte Lian noch als Krabbelkind den Christbaum an. Heute mischt der Jüngste der sieben Kinder von Nicole und David Heß aktiv mit, wenn die große Familie in Hagsfeld Weihnachten feiert. Die Mutter verrät, wie sie es mit cleveren Strategien schafft, Geschenke, Leckereien und Weihnachtsfrieden zu bescheren.

Spielgefährten: Lian als Jüngster zwischen seinen Eltern David und Nicole Heß ist umringt von seinen sechs Geschwistern Janine, Ruwen, Ryan-Luca, Marissa, Josephine und Melina (von links). Foto: Jörg Donecker

Ganz und gar weihnachtlich geht es im Haus der Familie Heß in Hagsfeld zu. Das Ausnahmejahr und der neuerliche Lockdown im Endspurt vor Heiligabend haben Nicole Heß nicht aus der Bahn geworfen. Vielleicht, weil sie als Mutter von sieben Kindern den Umgang mit Überraschungen, Herausforderungen und Umplanungen praktisch täglich trainiert?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist der Ehrenpate des jüngsten Familienzuwachses. Lian kam im Sommer 2019 zur Welt. Bei seinem ersten Weihnachtsfest mit den sechs Geschwistern Janine (17), Melina (14), Marissa (zwölf), Josephine (acht), Ryan-Luca (sechs) und Ruwen (vier) vor einem Jahr staunte Lian noch als Krabbelkind den Christbaum an. Heute Abend mischt der Jüngste der Kinderschar von Nicole und David Heß aber sicher schon fröhlich mit.

Getafelt wird im Treppenhaus

Die älteren Generationen teilen sich die Zubereitung des Festessens. „Wir wohnen im Haus der Oma“, erklärt Nicole Heß. Die Gefahren der Pandemie haben die Erwachsenen bisher gut gemeistert. „Man wird in diesen Zeiten schon sehr erfinderisch“, sagt die 34-Jährige. Weil bei einer Tischrunde zu elft alle viel zu eng beieinander säßen, wird diesmal im Treppenhaus getafelt.

„Das klingt vielleicht komisch, aber unser Treppenhaus ist sehr gemütlich“, betont Nicole Heß. Schon seit Tagen ist es festlich dekoriert – einschließlich tanzender Figuren. Auf Knopfdruck spielen die sogar Weihnachtslieder: „Die Kinder lieben es.“

Sowieso weiß die erfahrene Mutter, was den großen Töchtern, den kleinen Jungs und den beiden Mädchen in den mittleren Jahren der Kindheit Freude macht. Die Geschenke lagen längst bereit, als die meisten Geschäfte pandemiebedingt schlossen und andere noch hektisch auf Präsent-Jagd durch die Läden hetzten. „Man schaut schon übers Jahr verteilt nach Angeboten und nutzt das dann“, sagt die Managerin der großen Familie. Sie hat noch mehr Tricks, damit alle möglichst ohne Stress durch die Vorweihnachtszeit kommen. Zum Beispiel dekorieren alle gemeinsam den Christbaum, den David Heß meist zwei Tage vor Heiligabend aufstellt. „Das wird kunterbunt, wenn sich die Kinder stärker durchsetzen, oder eher einfarbig, wenn meine Meinung zählt.“

„O Tannenbaum“ ist der Hit

Ab dem Nachmittag geht es heute bei Familie Heß wie in vielen Karlsruher Familien zu. Das Krippenspiel fällt zwar leider flach, die Kinder haben aber Bilder gemalt für ein Video der Kirchengemeinde. Im Haus wird es dann „richtig weihnachtlich“ auf Heiligabend hin: „Wir singen alle sehr gern und lieben Weihnachtslieder.“

Auf jeden Fall dabei sind „O Tannenbaum“ und „Leise rieselt der Schnee“. An diesem Tag macht es mal nichts, dass der Kinderchor in der Zwangspause ist. Ein paar Flötenklänge der Mädchen, die schon Blockflötenunterricht bekommen, gehören auch dazu.

Die Frauen im Haus helfen sich aus

Beweglich und flexibel reagiert die 34-Jährige, die als Erzieherin noch in Elternzeit ist, und sie unterstützt das Miteinander unter den Geschwistern. Braucht ein Kind Hilfe, bekommt es sie da vielleicht schneller, als wenn es warten muss, bis die Mutter Zeit hat. Damit und mit ihrem gelassenen Naturell sichert Nicole Heß auch in turbulenten Momenten den Weihnachtsfrieden. „Ein großes Glück ist auch, dass wir Frauen im Haus uns gegenseitig aushelfen und unterstützen können“, betont sie. Das ist für alle unverzichtbar.

Weil das so wichtig ist, geht ein großer Wunsch des Elternpaares zu Weihnachten 2020 noch nicht in Erfüllung: ein geräumigeres Zuhause. Örtlich sind Nicole und David Heß nämlich bei aller sonstigen Beweglichkeit nicht flexibel: „Wir wollen und müssen in Hagsfeld bleiben. Sonst klappt unser Alltag nicht mit Kita, Schule, Kinderarzt und anderen spontanen Terminen, die es gerade mit kleinen Kindern halt immer gibt.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang