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Gewaltige Herausforderung für den Sozialstaat

Hartz IV wegen Corona: Jobcenter Karlsruhe fürchtet weiteren Anstieg im März und April

Im Zuge der Corona-Krise ist manches sicher geglaubte Einkommen plötzlich weg. Manchmal bedeutet das dann Hartz IV. Das Jobcenter rechnet damit, dass im März und April die Zahl der Bezieher dieser Leistung weiter steigt.
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Schausteller, Taxifahrer oder selbstständige Künstler: So mancher Karlsruher ist wegen der Corona-Pandemie aus sicher geglaubten Einkünften in Hartz IV gerutscht. Jobcenter-Chef Hans-Peter Kölmel geht davon aus, dass die Bilanz für Dezember 2020 auf 9.700 bis 9.800 Bedarfsgemeinschaften kommt. Im Dezember 2019 waren es knapp weniger als 9.000. Dennoch sagt Kölmel mit Blick auf die vergangenen Monate: „Die schlimmsten Szenarien sind nicht eingetreten, auch wenn es für jeden Einzelfall natürlich schwierig ist.“

Allein bei den Reinigungsberufen stieg die Zahl der Hartz IV-Bezieher von 499 im März 2020 auf 626 im September. In der Kategorie „nichtmedizinische Gesundheit/Körperpflege“, zu der unter anderem Nagel- und Kosmetikstudios zählen, wurde in diesem Zeitraum ein Plus von 21 auf 106 verbucht. Deutliche Zuwächse gab es auch bei Verkehr und Logistik, bei Tourismus sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Insgesamt kam man so im September, für den endgültige Zahlen vorliegen, auf 9.496 Bedarfsgemeinschaften, in denen insgesamt 11.642 Menschen leben. Von den Bedarfsgemeinschaften bestehen 6.058 nur aus einer Person, in 2.575 Bedarfsgemeinschaften lebte im Herbst mindestens ein Kind oder Jugendlicher unter 18 Jahren. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren gab es in Karlsruhe rund 11.000 Bedarfsgemeinschaften.

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