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Architektenwettbewerb ist entschieden

In das Kloster in Weiherfeld-Dammerstock soll neues Leben einkehren

Seit Jahren plant die Katholische Kirche in Karlsruhe die Wiederbelebung der weitgehend leerstehenden Klosteranlage St. Franziskus im Stadtteil Dammerstock. Ein „Stadtkloster“ soll ein neues geistiges Zentrum werden.

Der Plan steht: Über die bauliche Zukunft der Klosteranlage St. Franziskus in Dammerstock hat nun ein Architektenwettbewerb entschieden. Foto: jodo-foto / Joerg Donecker Karls jodo-foto Karlsruhe

Das ambitionierte Projekt der Katholischen Kirche, in Dammerstock bei der Pfarrei St. Franziskus ein „Stadtkloster“ zu errichten, ist einen entscheidenden Schritt weiter.

Eine Jury hat sich nach einem Architektenwettbewerb für einen Entwurf des Karlsruher Architekturbüros Peter Krebs entschieden, teilte die Erzdiözese Freiburg via Facebook mit.

Aufgabe des Wettbewerbs war der Umbau der bestehenden Räume der weitgehend leer stehenden Klosteranlage aus den 30er-Jahren, die Neuordnung der Zugangssituation, der Neubau von Funktionsbereichen sowie eines Meditationsraums im Klostergarten.

Kosten von bis zu neun Millionen

Pfarrer Hans-Jörg Krieg, zeigt sich nach dem Wettbewerb erleichtert. „Nun kann das Projekt starten“, sagt Krieg gegenüber den BNN. Inhaltlich sieht er darin ein „Zukunftsprojekt“ für die Katholische Kirche in Karlsruhe und der Region.

Nun muss sich der Verwaltungsausschuss der Gesamtkirchengemeinde, die Bauträgerin ist, mit dem Ergebnis des Wettbewerbs beschäftigen und den Auftrag vergeben.

Danach beginnt die Feinplanung, die auch Gespräche mit dem Denkmalschutz und der Stadt beinhaltet. Erst dann sind die exakten Kosten bekannt, mehr als neun Millionen Euro dürfen es nicht sein, so ein Beschluss.

Gesamtkirchengemeinde als Träger

Die Trägerschaft des „Stadtklosters St. Franziskus“ übernimmt die Gesamtkirchengemeinde, die von Dekan Hubert Streckert geleitet wird. Pfarrer Thomas Ehret als Leiter der Seelsorgeeinheit Alb-Südwest (die Pfarrei St. Franziskus ist Teil davon), Pfarrer Krieg und Dekan Streckert bilden die Steuerungsgruppe.

Kooperator Krieg ist zu 50 Prozent für die Entwicklung beauftragt und verkörpert die Verbindung zwischen Gemeinde und Stadtkloster. An der Person von Krieg kann man übrigens die lange Genese des Projekts festmachen, er ist in dieser Sache seit 2017 in Karlsruhe und in St. Franziskus. Hinzu kommt ein aktiver Unterstützerkreis aus Privatpersonen für das ambitionierte Projekt.

Alte Klosteranlage steht leer

Ausgangspunkt war einst der weitgehende Leerstand der Klosteranlage. 1992 hatten die Kapuziner das Kloster verlassen, 2016 wurde die dortige Regionalstelle der Diözese aufgelöst. In dieser Zeit kam die Idee eines Stadtklosters auf, das einen „geistlichen Ort“ in Karlsruhe bieten soll.

Unter „Stadtkloster“ verstehen die Initiatoren zudem das gesamte Areal mit der Kirche St. Franziskus, den Gemeinderäumen (und Veranstaltungen) der Kirchengemeinde, der Obdachlosenküche oder dem Klostergarten. Kern des künftigen Stadtklosters soll eine geistliche Gemeinschaft von vier bis fünf Personen sein. Zudem soll es Zimmer für Gäste und weitere Angebote geben.

Erzdiözese trägt ein Drittel der Kosten

Das Karlsruher Projekt fand in den vergangenen Jahren die große Zustimmung der Erzdiözese Freiburg. „Unser Konzept hat die Erzdiözese überzeugt“, so Pfarrer Krieg.

Dies drückt sich auch dadurch aus, dass die Diözese ein Drittel der Kosten übernehmen wird. Inhaltlich passt das Projekt in die anstehende Strukturreform der Erzdiözese. Sie sieht eine Zusammenfassung der Pfarrgemeinden in deutlich größere Einheiten vor. „Geistliche Zentren“, über die Diözese verteilt, sollen im Gegenzug weiter religiöse Ausstrahlungskraft in den Regionen haben.

Der Kern des Entwurfs: In einem sogenannten „Grünen Haus“, ausgerichtet zur Alb, befindet sich der Haupteingang. Im Gartengeschoss sind Funktionsräume untergebracht. Südlich schließt sich ein Riegel an, der den neuen Gartensaal beinhaltet und mit einem hellen Meditationsraum endet.

Im bisher leerstehenden Klosteranbau wird es weitere Funktions- und Gruppenräume, Gesprächszimmer und zwei Etagen für das Wohnen geben. Ein Arkadengang umschließt den inneren Klosterhof.

Das Lob der Preisjury lautet denn auch in der Quintessenz so: „Zusammenfassend werden Bestand und Neubau angemessen zueinander gefügt und offerieren somit eine überzeugende Chance, dem pastoralen Konzept der Gemeinde einen würdigen Rahmen zu geben.“

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