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Staudenknöterich auf dem Vormarsch

Inklusionsprojekt soll Problempflanzen in Karlsruhe beseitigen

Der Japanische Staudenknöterich breitet sich in Karlsruhe aus. Das einzige Mittel dagegen: abmähen - immer wieder. Daraus ist jetzt ein Projekt entstanden, das Inklusion fördern soll.

Helfer am Werk: Die Mitarbeiter von worKA mähen für ein Pilotprojekt den Staudenknöterich an der Alb ab. Foto: Peter Sandbiller

Von Patrick Hehmann

Aus anderen Gebieten der Erde eingeschleppte Pflanzen führen in Karlsruhe in den letzten Jahren zu immer mehr Problemen. So ist es auch mit dem japanischen Staudenknöterich, wie Tiefbauamtsleiter Martin Kissel und Sachgebietsleiter Frank Lamm erläutern. Die eigentlich im asiatischen Raum beheimatete Pflanze hat sich an vielen Stellen in Karlsruhe massiv vermehrt.

Dabei bereitet sie nicht nur den betroffenen Ökosystemen große Probleme. Auch der Hochwasserschutz ist gefährdet, da unter dem Staudenknöterich keine anderen Pflanzen mehr wachsen können.

„Die Stabilität unserer Dämme entsteht zum großen Teil durch den unterschiedlichen Bewuchs. Dieser fehlt aber an Stellen, an denen sich der Knöterich ausgebreitet hat“, erklärt Lamm. Um ihn einzudämmen, wird er in Karlsruhe nun regelmäßig gemäht. „Wir hoffen, dass die Pflanzen dadurch so stark geschwächt werden, dass heimische Gewächse sich wieder durchsetzen können“, so die Verantwortlichen des Tiefbauamtes.

Tiefbauamt und Lebenshilfe kooperieren bereits seit sieben Jahren

Hierfür hat die Stadt Karlsruhe durch die Kooperation mit „worKA“, dem Inklusionsunternehmen der Karlsruher Lebenshilfe, einen geeigneten Partner gefunden. Die aus drei bis vier Personen bestehenden Trupps rücken mindestens acht Mal im Jahr aus. Dabei mähen sie die Pflanzen auf dem 27 Kilometer langen Abschnitt entlang der Alb ab, der in diesem Jahr für das Pilotprojekt auserkoren wurde.

„Dafür brauchen wir zehn Arbeitstage pro Monat“, so der Bereichsleiter der Garten- und Landschaftspflege, Jürgen Poxleitner. „In manchen Bereichen ist der Bewuchs stärker, an einigen Stellen müssen wir aufgrund der Steigung auch mit einer Seilsicherung arbeiten. Da dauert die Arbeit natürlich länger als auf anderen Flächen.“

„Es freut uns, dass wir nach dem Beginn des ersten Kooperationsprojektes mit der Karlsruher Lebenshilfe vor sieben Jahren nun eine weitere sinnvolle Ergänzung für die Stadt gefunden haben“ , sagt Tiefbauamtsleiter Martin Kissel. Auch Andrea Sauermost von der Lebenshilfe Karlsruhe ist dankbar für die gute Zusammenarbeit. „Inklusion in der Arbeitswelt soll keine Alibibeschäftigung sein. Mit dem Abmähen des Staudenknöterichs leisten unsere Mitarbeiter eine wichtige Arbeit und unterstützen zudem noch den ökologischen Anspruch, der in der Lebenshilfe verfolgt wird.“

Den Mitarbeitern, die an der Alb eingesetzt werden, macht ihre Arbeit sichtlich Spaß. „Besonders gefällt uns, dass wir immer an anderen Stellen und in der freien Natur sind“, betonen die beiden Männer, die dem Staudenknöterich mit ihren Trimmern zu Leibe rücken.

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