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70 Teilnehmer auf dem Friedrichsplatz

Bündnis wünscht sich bei Kundgebung in Karlsruhe Lohnerhöhungen statt Geklatsche vom Balkon

Vor rund 70 interessierten Teilnehmern fand am Samstag eine Kundgebung auf dem Friedrichsplatz statt. Die Initiatoren widmeten sich dabei den Themen wie Stellenabbau im Krankenhaus oder auch den Zuständen in der Fleischindustrie.

Protest in der Innenstadt: Rund 70 Interessierte lauschten am Samstag auf dem Friedrichsplatz der Kundgebung der Initiative „Perspektive aus der Krise”. Foto: Jörg Donecker

Von Jürgen Hotz

Die Initiative „Perspektive aus der Krise“ hat am Samstagmittag auf dem Friedrichplatz unter dem Motto „Ihre Krise? Nicht auf unserem Rücken“ eine Kundgebung zu Themen wie Stellenabbau im Krankenhaus, Betriebsschließungen, Zustände in der Fleischindustrie, Situation von Frauen in Krisenzeiten und dem geplanten neuen Polizeigesetz abgehalten.

Die Krise heißt Kapitalismus.
Transparent auf der Kundgebung

„Wir sind, seit Beginn der Corona-Pandemie, ein loser Zusammenschluss von Einzelpersonen aus verschiedenen Berufsfeldern, die sich im Stadtteilladen ‚Bario 137‘ in der Südstadt treffen“ sagte Mara Hofmann, die die Veranstaltung moderierte. Das Transparent am Infostand zeigte, wo die Ursache – schon vor Corona – vermutet wurde: „Die Krise heißt Kapitalismus“.

Rund 70 Interessierte – Passanten, Aktivistinnen und Aktivisten aus dem linken Parteispektrum, Fahnen der Deutschen Kommunistischen Partei oder das „Pace“-Regenbogenbanner der internationalen Friedensbewegung hochhaltend – verfolgten die Redebeiträge dieses bundesweit abgehaltenen Aktionstages mit viel Zustimmung.

Wir sind nicht mehr dazu da, die Kranken zu pflegen, sondern um Profit zu machen.
Claudia Wannersdorfer, Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“

Vom Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“, wo unter anderen auch Attac, Verdi („Zusammenstehen – Kein Profit im Gesundheitsbereich“) und der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte beteiligt sind, sprach die Karlsruher Physiotherapeutin und Pflegerin Claudia Wannersdorfer über den Notstand im Krankenhaus.

„Wir sind nicht mehr dazu da, die Kranken zu pflegen, sondern um Profit zu machen.“ Jahrelange Kürzungspakete hätten das Gesundheitssystem in der Pandemie überfordert und die Kosten würden nun auf die Masse der Lohnabhängigen abgewälzt.

Vor Kurzem noch systemrelevant, sollte man nun froh sein, nicht gekündigt zu werden. Lohnerhöhungen dagegen seien nicht vorgesehen, zeigt sich Wannersdorfer von der Politik im Stich gelassen.

Von Care-Arbeit der Frauen zu den Zuständen in der Fleischindustrie

Anschließend stellte Julia Schmidt die Benachteiligung von Frauen für unbezahlte oder schlechter entlohnte Care-Arbeit heraus. Elwis Capece, Gewerkschaftssekretär von Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), prangerte die unhaltbaren Zustände in der Fleischwirtschaft mit ihren Werkvertragssystemen an. „Wir wissen es seit 25 Jahren.

Es passiert in nächster Nähe, in Birkenfeld bei Müller Fleisch, nicht nur in Norddeutschland. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kontrollintervalle kürzer werden und dass ,Hintertüren‘ geschlossen werden, indem wir Berufsgenossenschaften und Gesundheitsämter einbinden.“

Service

Interessierte an „Perspektive aus der Krise“ treffen sich jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Stadtteilladen „Barrio 137“ in der Luisenstraße 31.

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