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Querdenker in Karlsruhe

1.500 Menschen demonstrieren in Karlsruhe gegen Corona-Auflagen

Mit ihrem Ruf nach Freiheit und Frieden sind am Samstag rund 1.500 Menschen durch die Karlsruher Innenstadt gezogen und haben gegen die Corona-Auflagen demonstriert – und das auf friedliche Weise. Gegendemonstranten gab es keine.

Protestzug durch die Innenstadt: Am Samstagnachmittag haben etwa 1.500 Menschen an einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen teilgenommen. Foto: Jörg Donecker

Abstand halten, Maske tragen und Impfen – das ist seit knapp zwei Jahren das Mantra der Pandemie.

Fast genau so lange wiederholen die Querdenker gebetsmühlenartig ihren Protest gegen die Corona-Politik der Bundesregierung sowie eine mögliche Impfpflicht. So auch wieder am Samstagnachmittag in Karlsruhe.

Start und Ziel vor dem ZKM

Ersten Schätzungen der Polizei zufolge zogen etwa 1.500 Menschen durch die Innenstadt. Wie auch bei den vergangenen Veranstaltungen der Querdenker-Bewegung war der Platz der Menschenrechte vor dem ZKM wieder Ausgangspunkt und Ziel des Demonstrationszuges.

Von dort ging es über die Brauerstraße, die Reinhold-Frank-Straße über die Kaiserstraße zum Marktplatz und über die Erbprinzenstraße, Waldstraße und Sophienstraße wieder zurück zum Platz am ZKM, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Etwa 1.500 Menschen, so die Schätzungen der Polizei, nahmen an der Demonstration gegen die Corona-Auflagen teil. Foto: Judith Midinet-Horst

Angemeldet wurde die Demo abermals von Güzey Israel von der „Bürgerbewegung Karlsruhe“. Sie habe eigentlich nach dem 18. Dezember keine Demonstration mehr organisieren wollen, erzählte sie zum Auftakt.

Menschen fordern Initiatorin zum Weitermachen auf

Die Demonstration vor Weihnachten war der Höhepunkt einer Woche mit mehreren Aktionen, die aus dem Querdenker-Umfeld in Karlsruhe initiiert wurden. „Es war unglaublich, was danach passiert ist“, sagte Israel.

Sie habe zahlreiche Nachrichten bekommen, auch von Menschen, die bislang nicht bei einer der Demonstrationen gewesen seien, und die sie zum Weitermachen aufforderten. Das habe ihren Blickwinkel geändert: „Ihr braucht diese Versammlungen, um mutig zu sein und auf die Straße zu gehen.“

Immer wieder riefen die Menschen im Protestzug „Friede“ und „Freiheit“. Auf Plakaten skandierten sie mit „Impft euch doch ins Knie“, „Kinderlachen statt Maskenfolter“ und „Die Politiker lügen wie gedruckt, die Presse druckt, was sie lügen“.

Immerhin in Sachen Medien kann den Demonstranten zwischenzeitlich geholfen werden. Das Protest-Blatt „Demokratischer Widerstand“, das dem Duktus der Querdenker folgt, wurde kostenfrei unter den Teilnehmern verteilt.

Es war ein ganz entspannter Spaziergang durch Karlsruhe.
Joachim Scholl, Polizeidirektor

„Die Bilanz ist bislang gut, es war ein ganz entspannter Spaziergang durch Karlsruhe“, bilanzierte Polizeidirektor Joachim Scholl nach der Demonstration. Die Polizei sei mit genügend Einsatzkräften vor Ort gewesen, unter anderem war auch die Berittene Polizei aus Stuttgart vor Ort.

Der Protestzug führte auch durch die Kaiserstraße und über den Marktplatz. Foto: Judith Midinet-Horst

Die Veranstalter seien bemüht gewesen, die Auflagen wie die Maskenpflicht einzuhalten. Nach einem warnenden Aufruf, die Demonstration andernfalls aufzulösen, habe es eine „hohe Akzeptanz“ gegeben.

Ein Redebeitrag am offenen Mikro stieß nach der Demo auf großes Interesse bei Twitter: Ein junger Student informierte die Teilnehmer, dass es am KIT noch freie Impftermine gibt. „Man hat dazu jede Möglichkeit seine eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer Menschen zu schützen“, sagte er. Vor Ort wurde er ausgepfiffen, im Netz gab es meist Lob und Anerkennung.

Nächste Demonstration ist für Ende Januar angekündigt

Eine weitere, stationäre Kundgebung ist für den 29. Januar angemeldet. Die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) wies in einer Pressekonferenz am Mittwoch darauf hin, dass die nicht angemeldeten Montagsproteste – die vor Weihnachten stattgefunden hatten und teilweise als „Spaziergänge“ bezeichnet wurden – hingegen rechtswidrig seien.

Solche Ansammlungen seien in der aktuellen Corona-Lage nicht vertretbar. Vor Ort erlebe man ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Mit dieser und ebenso mit anderen Städten sei man in der Sache im Gespräch, so Luczak-Schwarz.

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