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Abschied nach über 30 Jahren

Grüner Krebs macht seine Filiale in der Karlsruher City zu

Vor mehr als 30 Jahren eröffnete in der Erbprinzenstraße der Möbelladen Grüner Krebs. Am 23. April schließt die Filiale, in Durlach und Walldorf geht es hingegen weiter.

Blick auf die Filiale des Grünen Krebs in der Karlsruher Erbprinzenstraße mit dem Hinweis auf die Schließung
Der Grüne Krebs in der Karlsruher Erbprinzenstraße schließt am 23. April und konzentriert sein Geschäft auf den Standort Durlach. Foto: Pascal Schütt

Ungläubig reiben sich viele Passanten in der Erbprinzenstraße seit Montag die Augen. Mit großen orangefarbenen Aufklebern auf der Schaufensterscheibe kündigt der Grüne Krebs seinen Abschied aus der City an. Das inhabergeführte Möbelgeschäft hatte diese Ecke der Innenstadt vor über 30 Jahren erst salonfähig gemacht. Nun zieht Chef Volker Krebs die Reißleine.

„Die Innenstadt mit ihren immer noch exorbitanten Mietpreisen ist derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt Krebs. Eineinhalb Jahre hatte er mit sich gerungen, ob er den Ort seiner ersten unternehmerischen Gehversuche tatsächlich aufgeben möchte. Nun wird er sein Geschäft auf die größeren Standorte nahe dem Durlacher Ortseingang und in Walldorf konzentrieren.

Dort werde man sich auf die Kernkompetenzen fokussieren. In den vergangenen Jahren hatte der Grüne Krebs seinen Schwerpunkt zunehmend auf Inneneinrichtung gelegt. Die Mitarbeiter aus der Stadt werde man alle übernehmen. „Das war mir das Allerwichtigste.“

Schlussverkauf in Karlsruher Erbprinzenstraße läuft bis zum 23. April

In der City-Filiale läuft seit dieser Woche der Schlussverkauf. Mit Rabatten wollen Volker Krebs und sein Team binnen weniger Tage das Lager und die Verkaufsfläche leeren.

Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Volker Krebs, Chef

Am verkaufsoffenen Sonntag am 23. April öffnen sich laut Plan zum letzten Mal die Türen. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Krebs. Er sei sich sicher, dass viele Stammkunden ihm auch in Durlach treu bleiben. Ihnen sei er „für all die Jahre sehr dankbar“.

Wie es nach dem Abschied in der Erbprinzenstraße weitergeht, weiß Volker Krebs nicht. Der Vermieter hatte den Laden bereits Ende 2022 in einem einschlägigen Online-Portal angeboten – nachdem Krebs mit der Bitte um vorzeitige Vertragsauflösung bei ihm vorstellig geworden war.

Seinen Abschied aus der Stadt will er nicht als Kritik an Karlsruhe als Standort verstanden wissen. „Ähnliche Probleme gibt es in allen Städten“, sagt er. „Es gibt viele Faktoren, die den Handel und die Frequenzen in den Innenstädten verändern.“

Auch Petra Lorenz verließ Karlsruhe in Richtung Durlach

Der Abschied von Volker Krebs und seinem Team ist nicht der erste eines inhabergeführten Geschäfts in Richtung Durlach. Im vergangenen Sommer hatte Petra Lorenz ihren Taschenladen „Gepäckraum“ an der Ecke Lamm- und Kaiserstraße nach 19 Jahren dicht gemacht – mit dem Verweis auf „fehlende Perspektiven“. Ihren Laden in Durlach wollte sie hingegen zur Mischung aus Handel und Kaffee-Bar ausbauen.

Mit seinem Geschäftspartner Wenzel Grüner hatte Krebs den Laden in der Erbprinzenstraße im November 1992 eröffnet und dort Möbel, Leuchten und Accessoires verkauft. Elf Jahre später kam der Standort in Durlach hinzu, in dem er nun das Karlsruher Geschäft konzentrieren wird. Seit sieben Jahren ist der Grüne Krebs auch in Walldorf vertreten – wie mittlerweile in Durlach in der Nähe einer Filiale des Möbelriesen Ikea.

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