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„GlasArche“ auf Tour

Mahnmal für sterbende Industrie: Das steckt hinter der Skulptur vor der Karlsruher Kirche St. Stephan

Noch bis Ende des Monats steht die als Mahnmal für eine sterbende Glasindustrie erinnernde Skulptur „GlasArche“ aus natürlichen Materialien am Kirchplatz St. Stephan in Karlsruhe.

Kunst
Imposante Erscheinung: Bei der „GlasArche“ wurden Glasplatten zu einem Schiff geformt, daneben steht eine fünf Meter hohe Holzhand. Die Idee dazu entstand 2003. Foto: Stefan Jehle

Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen interessiert auf das Kunstwerk. Es weckt die Neugier von Alt und Jung. „GlasArche“, so heißt die Skulptur aus den natürlichsten Materialien, die man sich vorstellen kann.

„Gläserne Hommage an Natur und Leben“, so heißt es in einem Begleittext, der die Entstehung des Werks beschreibt. Es hat seinen Ursprung in den Tiefen des Bayerischen Waldes. Für den katholischen Stadtdekan Hubert Streckert ist es „eine Art Katechese“ inmitten der Stadt.

Kunstwerk vor der Karlsruher Kirche St. Stephan bleibt bis Ende September

Mitten in der Stadt, am Kirchplatz St. Stephan, steht das Werk aus aufgetürmten und zu einem Schiff geformten kleinen Glasplatten und dem „Memento aus Eiche“, einer rund fünf Meter großen Holzhand. Und immer wieder werden Smartphones gezückt und Fotos gemacht – etwa von der jungen Anna-Maria.

Die Idee zu der „GlasArche“ entstand 2003 im niederbayerischen Zwiesel. Die Stadt im Bayerischen Wald ist bekannt für die Glasindustrie und Kristallmanufakturen – und gleichzeitig nordwestliches Ende des ersten deutschen Nationalparks. Seinen Weg nach Karlsruhe fand es jüngst aus Anlass des Ökumenischen Kirchentreffens, das am vergangenen Donnerstag beendet wurde. Auf dem Kirchplatz steht die „GlasArche“ bereits seit dem 30. August – und verbleibt dort noch bis zum 28. September.

Die Anfrage zum Aufstellen des Kunstwerks, erläutert Stadtdekan Streckert, sei im Zusammenhang mit der Versammlung des Weltkirchenrats (ÖRK) in Karlsruhe gekommen. Die Glasarche symbolisiert für ihn „eine Botschaft mitten in diese Stadt hinein, zu einem der brisanten Themen der Weltversammlung, die Zerstörung der Umwelt und die Klimakatastrophe“.

Zudem habe die katholische Kirche es als Ziel gesehen, ein freundlicher, großzügiger Gastgeber zu sein für Gebete, Gottesdienste, Foren und Veranstaltungen aller Art im Rahmen dieser historischen Veranstaltung.

Streckert sagt, er sei persönlich überrascht, wie dieses Kunstwerk von Anfang an eine hohe Aufmerksamkeit und Neugier bei den Passanten erzeugt habe. Was ihn gleichzeitig sehr gefreut hat. Vor allem Familien mit Kindern sind regelmäßig in der Nähe und um die Arche herum zu sehen. So sei dieses Kunstwerk, wie der Dekan es nennt, zu einer Art „Katechese“ für die Stadt geworden. Das Wort Katechese stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Unterricht und Unterweisung.

„GlasArche“ tourt durch Deutschland

Seit Juni 2016 war die „GlasArche“ bereits in annähernd 50 Städten zu sehen. Ursprünglich war angedacht die „GlasArche“ vor allem entlang der Grünen Mitte Deutschlands, der einstigen Grenze in Sachsen-Anhalt und den angrenzenden neuen Bundesländern zu zeigen und dabei auf eine mehrjährige Expedition zu schicken.

Inzwischen war das Kunstwerk aber auch schon in Wien, im polnischen Katowicze, in Augsburg und im Kassler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe zu sehen. Von dort aus, am Platz nahe der Christuskirche in Kassel, kam sie im August nun zuletzt nach Karlsruhe. Die nächste Station soll wieder im Osten sein: beim evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt.

Link zur „GlasArche“

https://www.glasarche-3.de

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