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Kein Termin notwendig

Permanente Impfambulanz in Karlsruhe möchte einfach und unkompliziert impfen

Unkompliziert und einfach soll es sein. So stellen sich die Ärzte Massimiliano Perna und Christian Schweninger das Impfangebot während der Pandemie vor. Deshalb haben sie die Permanente Impfambulanz in der Karlsruher Postgalerie ins Leben gerufen.

Massimiliano Perna (links) und Christian Schweninger (rechts) sind die Initiatoren der Permanenten Impfambulanz in der Postgalerie. Im Hintergrund stehen Magdalena Dubiel und der in der PIA impfende Arzt Kumar Dinesh.
Wollen eine feste Institution in Sachen Impfen werden: Massimiliano Perna (links) und Christian Schweninger (rechts) sind die Initiatoren der Permanenten Impfambulanz in der Postgalerie. Im Hintergrund stehen Magdalena Dubiel, die für das Organisatorische zuständig ist, und der in der PIA impfende Arzt Kumar Dinesh. Foto: Jörg Donecker

Massimiliano Perna und Christian Schweninger waren von Anfang an mit dabei: Beide haben im April 2021 in der Liederhalle geimpft und ihre Erfahrungen in verschiedenen Impfzentren gesammelt. Schnell war ihnen klar: Das muss anders funktionieren, „ohne lange Wartezeiten und mit einem möglichst effizienten Ablauf“.

Zwischenzeitlich gibt es unter ihrer Regie acht Impfstützpunkte in Baden-Württemberg. Sie legen Wert darauf, dass sie zentral gelegen und gut erreichbar sind. Seit Ende Januar sind sie mit einer Permanenten Impfambulanz (PIA) auch in Karlsruhe in der Postgalerie.

„Wir würden es gerne dauerhaft etablieren“, sagt Christian Schweninger. Spätestens im Herbst rechnet er mit einer neuen Welle und einer fünften oder sogar sechsten Impfung gegen das Coronavirus. 1.500 Menschen könnten, so versichern es beide Ärzte, in der Postgalerie bei vollem Betrieb am Tag geimpft werden.

Das ist für den Steuerzahler die kostengünstigste Variante.
Christian Schweninger, Arzt

Aktuell sind es laut Perna durchschnittlich nur zwischen 50 und 60 Impfungen am Tag. Der Bedarf hat nachgelassen, Lockerungen sind in Sicht. Innerhalb von vier Wochen war der Einbruch bei den Impfzahlen groß. „Im Moment trägt es sich knapp“, sagt Schweninger.

Die PIA finanziere sich wie eine Praxis. Die Ärzte arbeiten auf eigenes Risiko. „Das ist für den Steuerzahler die kostengünstigste Variante“, sagt Schweninger. Von der Politik hätte er sich deshalb mehr Unterstützung für seine Idee gewünscht. Die habe stattdessen, so Schweninger, in den Aufbau teurer Impfzentren investiert.

„Wenn wir uns nicht impfen, werden die Zahlen wieder steigen“, sagt Perna, „wir lernen nicht aus der Vergangenheit.“ Deshalb solle das Angebot in der PIA niederschwellig sein: Wer in der Postgalerie bummelt, kann spontan zum Impfen kommen. „Viele denken, heute ist der richtige Tag“, ist die Erfahrung von Perna.

Tatsächlich ist es Monica Radu so ergangen. Sie hat das Angebot in der Straßenbahn gesehen und holt sich am Samstagnachmittag ihre zweite Spritze Johnson&Johnson. Sie möchte wieder reisen, erklärt sie ihre spontane Motivation – steckt ihren Impfpass wieder ein und ist auch schon wieder weg.

„Die meisten holen sich die Booster-Impfung oder die zweite Johnson&Johnson“, erklärt Perna. Nur zehn bis 20 Prozent der Menschen, die zum Impfen in die PIA kommen, bekämen eine Erstimpfung. „Die vierte Impfung ist noch zurückhaltend“, sagt er. Für beide Ärzte unverständlich. „Wenn die Stiko das empfiehlt, hat das Hand und Fuß“, sagt Schweninger.

Eine Impfkabine ist in Karlsruhe extra für Kinder gestaltet

Auch auf Kinder ist die PIA eingestellt. Eine Kabine ist bunt gestaltet mit Luftballons und einer Schale mit Süßigkeiten. „Für Kinder ist Impfen Stress“, weiß Schweninger, „die Angst soll ihnen genommen werden.“

Sollte die Impfung für die Jüngsten zwischen sechs Monaten und fünf Jahren kommen, kann diese Altersgruppe auch in der PIA geimpft werden. Vorerst warten sie aber auf die erste Novavax-Lieferung. Der Totimpfstoff ist laut Schweninger für voraussichtlich Anfang März angekündigt.

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