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Für einen guten Zweck

Pop-up-Store präsentiert Mode aus der Ukraine in der Karlsruher Waldstraße

Ein Pop-up-Store, ein Geschäft also, das bald wieder schließt, zieht Mode-Fans in die südliche Waldstraße. Noch bis Sonntag gibt es Kleidung aus der Ukraine zu sehen und zu kaufen.

Oleksandra Döhlemann (von rechts), Yaryna Kovalevych, Iris Jakab und Dana Hovorukha präsentieren Gästen der Espressobar (am Tisch) Kleidung aus der Ukraine. Foto: Jörg Donecker

Handgestickte Oberteile aus Odessa, neu interpretierte ukrainische Tracht oder nachhaltige Stücke aus Kiew hängen an den mobilen Kleiderständern, auf den Tischen stehen Teller mit gelb-blauen Macarons. Auch Yaryna Kovalevych hat für ihre Garderobe an diesem Tag die Farben ihres Heimatlandes ausgewählt: gelbe Bluse, blaues Sakko.

Sie kam vor acht Jahren zum Studium nach Karlsruhe, heute arbeitet sie als Stylistin – Ehrensache, dass sie hilft, den ukrainischen Pop-up-Store in der Espressobar in der südlichen Waldstraße auf die Beine zu stellen. Pop-up-Stores sind vorübergehend geöffnete Geschäfte oder Kaufmöglichkeiten. Auch am Sonntag wird die Mode aus der Ukraine in dem kleinen Café gezeigt und verkauft.

Pop-up-Store in Karlsruhe: Ein Teil des Umsatzes wird gespendet

Zehn Prozent des Umsatzes wird für die Ukraine gespendet, sagt Veranstalterin Oleksandra Döhlemann, die in der Nähe von Göppingen wohnt und Mode aus ihrer Heimat vertreibt.

Es gebe in der Ukraine viele talentierte Modemacher, sagt sie, und sie wolle, dass die Menschen in Deutschland das erfahren. Stars und Sternchen in den USA trügen die Teile, hierzulande seien sie aber noch unbekannt.

Die junge Frau ist begeistert von der Hilfsbereitschaft der Deutschen. Sie genieße solche Momente, in denen Menschen zusammenkommen, etwas trinken und essen und Kleidung aus allen Teilen der Ukraine anprobieren. Trotzdem sei bei ihr der Krieg ständig im Hinterkopf, zumal ihr Bruder Offizier in der ukrainischen Armee und in viele Kampfeinsätze verwickelt sei. „Ich weiß ja nie, was ihm gerade passiert“, sagt Oleksandra Döhlemann.

Ukrainische Autorin liest im Pop-up-Store

Für den Sonntag, geöffnet ist von 11 bis 18 Uhr, kündigt sie noch „etwas Besonderes“ an: Um 12.30 werde die in Stuttgart lebende ukrainische Autorin Xenia Fuchs lesen. Ihr Debütroman „Jenseits der Sonne“ stand auf der Shortlist für den Ukrainischen Buchpreis „BBC Buch des Jahres 2019“.

Eine „super Idee und unterstützenswert“ sei die Aktion, findet Besucherin Mikathrin Mauritz-Müller, die im Café gerade einen der Kleiderständer durchschaut. Ein besonderer Renner am Samstag war laut Oleksandra Döhlemann ein einfaches T-Shirt mit Aufdruck: „Russian warship – go fuck yourself“ stand darauf. Die Übersetzung des ersten Teils: „Russisches Kriegsschiff“.

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