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„Pro Planet”-Tour startet in Karlsruhe

Junge Leute fahren fürs Klima vier Tage lang Pedalo

Unter dem Motto „Pro Planet” starten rund 20 junge Leute am 3. September 2020 auf Pedalos zu einer 100 Kilometer langen Tour für Klimaschutz und nachhaltige Mobilität.

Balanceakt fürs Klima: Auf Pedalos machen sich am 3. September junge Leute von Karlsruhe nach Mannheim und Heidelberg auf. Janina Nehring, David Liedtke, Lina Görisch, Paula Kanzleiter und Leon Pompinon (von links) trainieren dafür beim KIT. Foto: Jörg Donecker

Die 250 Meter lange Trainingsstrecke beginnt und endet an einer orangefarbenen Riesenwärmflasche. An diesem Kunstobjekt auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) treffen sich die Teilnehmer eines bisher einzigartigen Projekts, der „Pro Planet”-Tour. Knapp 20 junge Leute werben mit ihrer körperlich herausfordernden Aktion Anfang September mit Augenzwinkern für mehr nachhaltige Mobilität und besseren Klimaschutz.

Die meisten der jungen, überwiegend sportlichen Frauen und Männer im Alter zwischen 15 und 27 Jahren zählen sich zur Bewegung Fridays for Future. Sie studieren am KIT Meteorologie, Informatik oder Elektrotechnik, andere haben just in Karlsruhe oder der Region das Abitur gemacht oder gehen noch zur Schule. Nahe dem Audimax üben sie jetzt gemeinsam Balance, Tempo und Ausdauer für ihre Pedalo-Aktion.

Pedalos rollen an Rhein und Neckar entlang

Unter dem Motto „Pro Planet” starten sie am Donnerstag, 3. September 2020, auf Pedalos zu einer 100 Kilometer langen Viertagestour. Vom Karlsruher Schloss geht es um 9.30 Uhr mit wehenden Fahnen und Bannern zunächst drei Tage lang auf dem Rheinradweg nach Mannheim. Das vierte und letzte Wegstück führt parallel zum Neckar weiter nach Heidelberg.

„Die Idee hatten wir lange vor Corona”, erzählt Paula Kanzleiter, während David Liedtke 500 Meter in einem Affenzahn auf seinem Sport-Pedalo zurücklegt. Drei Räder an einer Achse sind das wacklige Originalmodell, dazwischen gibt es pro Fuß nur ein bewegliches größeres Holzklötzchen. Die stabilere Variante hat sechs Räder an zwei Achsen und für jeden Fuß ein steifes Verbindungsbrett.

Viele Menschen haben die auffälligen gelben Geräte des Herstellers Pedalo schon bei Mobilen Spielaktionen gesehen. Die Teilnehmer der „Pro Planet”-Tour kennen ihre „Fahrzeuge” bereits seit dem Kindergarten oder spätestens vom Schulhof. Die Informatikstudentin Janina Nehring wagt sich allerdings ganz neu auf ein Pedalo Classic.

Lastenräder transportieren das Gepäck

Vom 3. bis 6. September fahren die jungen Leute abwechselnd Etappen von jeweils etwa 25 Kilometern auf den Pedalos. Die übrigen Gruppenmitglieder begleiten die Tour auf Fahrrädern und mit Lastenfahrrädern fürs Gepäck.

Lina Görisch hat die neunte Klasse am Max-Planck-Gymnasium hinter sich und freut sich auf die 100-Kilometer-Tour durchs Badische. „Wir merken alle die Effekte von drei Monaten Training”, berichtet sie. „Bis zu sieben Kilometer am Stück sind jetzt schon drin.” Um das Projekt so nachhaltig wie möglich zu gestalten, verzichten die Klimaaktivisten nicht nur aufs Auto, sie übernachten auch in Zelten. Dafür dürfen sie private Gärten nutzen an den Etappenzielen Hördt, Speyer und Mannheim. Die verbrannten Kalorien macht Essen vom Campingkocher wieder wett.

Zum Tour-Start soll ein Prototyp kommen

Die schwäbische Herstellerfirma unterstützt das bundesweit einmalige Vorhaben „Pro Planet“ als Beitrag junger Menschen, die sich Gedanken um die Zukunft des Planeten Erde machen. „Sie machen sich berechtigterweise Sorgen, dass unser empfindliches Ökosystem immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät”, heißt es in der Stellungnahme.

Fürs Training hat das Unternehmen Geräte an die Karlsruher Gruppe ausgeliehen, für die Tour selbst nochmal neun frische Pedalos zugesagt, darunter einen steuerbaren Prototypen.

Wir wecken mit einer gewissen Absurdität Aufmerksamkeit für unsere Ziele.
Leon Pompinon, Student für Klimawandel-Management

Klimawandel-Management ist Leon Pompinons Studienfach. Auch er steht hinter dem Konzept, mit Trippelschritten durchs Grüne zu rollen: „Wir wecken mit einer gewissen Absurdität Aufmerksamkeit für unsere Ziele.” Ausbau des Nahverkehrs auch in die Region, günstigere Tickets sowie Vorfahrt fürs Fahrrad und andere klimafreundliche Verkehrsmittel gehören zu den Kernforderungen der Gruppe.

Mitfahrer für einzelne Etappen sind willkommen

Wer einen oder mehrere Abschnitte der Tour mitfahren möchte, die nach Angaben der Gruppe wenig Höhenmeter und größtenteils sehr guten Fahrbahnbelag aufweist, ist willkommen. Interessierte können im Internet Kontakt aufnehmen.

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