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Reaktion auf Hilferuf aus der Musikerszene

Lösung für wegfallende Proberäume? KAL schlägt Kulturzentrum im Karlsruher Westen vor

Die Karlsruher Liste schlägt die Gründung eines Kulturzentrums mit Platz für Bands und Kleinkünstler im Westen der Stadt vor. Sie reagiert damit auf einen Hilferuf aus der Musikerszene, der bald zahlreiche Proberäume wegbrechen werden.

Ins Spiel gebracht: Die Karlsruher Liste (KAL) regt an, dass auf dem Rotag-Areal in Grünwinkel ein kreatives Zentrum für Musiker und Künstler entsteht. Das Gelände ist im Besitz der städtischen Fächer GmbH. Foto: Jörg Donecker

Die Karlsruher Liste (KAL) reagiert mit einem Vorschlag auf den dringlichen Hilferuf aus der Musikerszene. Die Partei will auf einem städtischen Areal in Grünwinkel Platz für Bands, Kleinkünstler und Ateliers schaffen.

Das schreibt sie in einem Brief an Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und Bürgermeister Albert Käuflein (CDU).

Eine neu gegründete Interessenvertretung der Musiker hatte zuletzt Alarm geschlagen, da in den kommenden Monaten voraussichtlich zahlreiche Proberäume durch Sanierung und Umnutzung verschiedener Gebäude wegfallen – die BNN berichteten.

KAL wünscht sich eine kreative Oase

Im Blick hat die KAL das gut drei Hektar große Gelände der ehemaligen Tabakfabrik Rotag in der Hardeckstraße. Die städtische Fächer GmbH hat das Areal vor einiger Zeit gekauft. Erst im Dezember hatte Mentrup sich gemeinsam mit Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) am Rande eines Pressegesprächs zu dem Gelände geäußert.

Das Duo berichtete von ersten Überlegungen, dort ein kreatives Gewerbezentrum einzurichten, Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen.

Die KAL-Gemeinderäte Lüppo Cramer und Michael Haug regen nun an, dort ein städtisches „non-profit“-Gelände für die Kunst- und Kulturszene zu entwickeln. Die bestehenden Gebäude könne man als „veredelten Rohbau“ günstig zur Verfügung stellen. Die Mieter sollten ihre Räume selbstständig ausbauen und für die eigene Nutzung anpassen.

„So könnte die Stadt zum einen Kosten bei der Sanierung der Gebäude sparen, aber vor allem preiswerten Raum für Künstlerinnen und Künstler schaffen“, schreiben sie. „Eine Entwicklung des Geländes zusammen mit den Bands und anderen Kulturschaffenden könnte zu einer kreativen Oase im Karlsruher Westen werden.“

Übergangsszenario mit Immobilieneigentümer gewünscht

Aktuell befinden sich zahlreiche Proberäume, aber auch Ateliers, Werkstätten oder Clubs in den „letzten wilden Flecken“ der Stadt, wie es die KAL ausdrückt. Dort macht vor allem der Projektentwickler GEM Druck.

Das Unternehmen hat zahlreiche Gebäude und Grundstücke gekauft, die in den nächsten Monaten und Jahren saniert und umgenutzt werden sollen – unter anderem in der Gablonzer Straße, in der Bannwaldallee, der Rheinstraße und auf dem C-Areal.

Es zeige sich, dass „die Konzentration von beispielsweise Bandproberäumen in privatwirtschaftlicher Hand sehr schnell mit potenziellen Entwicklungs- und Renditemöglichkeiten privater Immobilienbesitzer kollidiert“, schreiben Cramer und Haug.

Dem widerspricht die GEM. Man werde die „ganze Kraft“ dafür einsetzen, entweder eine adäquate Ersatzfläche bereit zu stellen oder es werde eine sonstige Kompensation erfolgen, heißt es auf Nachfrage der BNN.

Die Sanierungsbestrebungen und damit einhergehenden Kündigungen begründet man mit dem Alter der Gebäude. „Gebäudekomplexe, die seit 30 Jahren und mehr nicht instandgesetzt wurden, können nicht einfach so weiter betrieben werden.“ Die Situation entstehe nicht durch das Streben nach Profit, sondern liege in der Natur der Dinge.

Auf das Entgegenkommen der GEM setzt auch die KAL, abseits des eigenen Vorschlags. Man bittet Mentrup und Käuflein darum, sich mit dem Immobilieneigentümer in Verbindung zu setzen, um ein mögliches Übergangsszenario zu entwerfen, bis an anderer Stelle Ersatz für die Proberäume geschaffen wurde.

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