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Stadt will Handel auf andere Art unterstützen

Karlsruher CDU will kostenlosen Nahverkehr an den Adventssamstagen – Verwaltung ist dagegen

Freie Fahrt mit Bus und Bahn lockte an den Adventssamstagen 2019 viele Menschen in die City. Jetzt stellt sich die Frage: Soll das Angebot in Zeiten der Corona-Pandemie erneuert werden?

Freie Fahrt: An den vier Samstagen im Advent 2019 konnten die Bürger Busse und Bahnen bereits kostenlos nutzen. Foto: Jörg Donecker

Die CDU will, dass an den vier Samstagen im Advent jeder in Karlsruhe kostenlos Bus oder Bahn fahren kann. Bei der Stadtverwaltung stößt die Fraktion mit diesem Vorstoß jedoch auf taube Ohren: Sowohl die finanzielle Lage der Stadt als auch potenzielle Risiken in Bezug auf den Infektionsschutz sprächen gegen ein solches Angebot, heißt es im Rathaus. Das letzte Wort hat am Dienstag, 17. November, der Gemeinderat.

CDU will Erfolg vom Vorjahr wiederholen

Die CDU verweist auf den Erfolg, den der kostenlose ÖPNV an den Adventssamstagen im vergangenen Jahr hatte . Die Umsätze im Handel seien gestiegen, die Verkehrslage habe sich gleichzeitig entspannt.

Die Dringlichkeit ist in diesem Jahr besonders geboten.
CDU-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat

Und die Corona-Krise spricht aus Sicht der Christdemokraten nicht gegen, sondern für eine Wiederholung der Aktion: „Die Dringlichkeit ist in diesem Jahr besonders geboten“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. Einzelhandel und Gewerbe hätten massive Einbußen durch die Pandemie erlitten. „Ein maximal umsatzstarkes Weihnachtsgeschäft wäre wünschenswert, auch von Seiten der Stadt“, erklärt die CDU.

Tatsächlich will auch die Verwaltung das „innerstädtische Gewerbe“ im Weihnachtsgeschäft unterstützen, wie sie betont – aber eben auf andere Arten. Derzeit erarbeite man solche Alternativen. Die Verwaltung bezweifelt zudem, dass in der aktuellen Krise ein kostenloser ÖPNV überhaupt so stark angenommen würde wie im Vorjahr.

Kostenloser Nahverkehr wäre unter Corona-Bedingungen teurer

Wie viele Menschen an den vier Samstagen im Advent 2019 in den Bussen und Bahnen saßen, wurde nicht ermittelt. Beim subjektiven Beobachten kamen aber die diversen beteiligen städtischen Stellen zum Schluss, dass die Bahnen gut gefüllt waren. Und auch in den Abendstunden sei die Frequenz in der City recht hoch gewesen.

Im Jahr 2019 ließ sich die Stadt das Angebot 568.000 Euro kosten. In diesem Jahr würde der Betrag im Falle einer Wiederholung unter anderem durch die neuen Hygienevorgaben und eine angedachte Einbeziehung weiterer Linien im Landkreis um fast 200.000 Euro steigen, rechnet die Verwaltung vor.

Für einen kostenlosen ÖPNV seien im Haushalt 2020 aber keine Mittel eingeplant. Und gerade im Bereich des ÖPNV, aber auch an vielen anderen Stellen erwartet die Stadt als eine Folge der Pandemie hohe Defizite.

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