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Mit Satire in den Gemeinderat

Karlsruhe: „Die Partei“ stellt ihre Kandidaten für die Wahl auf

Mit Humor und klaren Forderungen hat „Die Partei“ ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 9. Juni in Karlsruhe gewählt. Wer sind die Spitzenkandidaten?

Zwei Männer und zwei Frauen posieren für ein Foto
Max Braun, Lorenz Bierhalter, Andrea Kampo, Janina Kraft (von links) der Satire-Partei wollen mit ihren mal ernsten, mal weniger ernsten Forderungen in den Gemeinderat. Foto: Jörg Donecker

„Die Partei“ hat in einer Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag ihre Kandidaten für die Karlsruher Gemeinderatswahl im Juni aufgestellt.

Ganz ohne Pannen verlief die Veranstaltung der Satire-Partei, die mal mehr, mal weniger ernst gemeinte Vorschläge und Forderungen in ihrem Programm vorstellt, jedoch nicht.

So hat der Versammlungsleiter die alphabetische Liste der Kandidaten, die auf die Wand projiziert wurde, auf seinem Computer nicht gespeichert. Oder doch? Wird es nicht automatisch gespeichert, wird gefragt. Nein, oben links das Häkchen ist nicht angeklickt, wird darauf geantwortet.

Dennoch, auch ohne abgespulte Professionalität, mit Humor und dennoch den Regeln entsprechend hat auch „Die Partei“ ihre Aufstellung für die Wahl im Sommer hinter sich gebracht.

Kandidaten der Karlsruher „Die Partei“ haben klare Botschaften

30 abstimmungsberechtigte Mitglieder waren anwesend und wählten in mehreren Wahlgängen, auch einigen Stichwahlen, ihre Spitzenkandidaten.

Unter den ersten vier ist mit der Mehrheit von 19 Stimmen auch der seit zehn Jahren im Gemeinderat sitzende Max Braun, während die zweite Gemeinderätin Rebecca Ansin sich nur für einen der hinteren Plätze aufstellen ließ.

Braun erwartet für „Die Partei“ 100 Prozent aller Stimmen: „Wenn es nur 90 sind, sind wir auch zufrieden“, und er versprach: „Ich werde Geschichte schreiben, und ihr seid ein Teil davon.“

In seiner Bewerbungsrede sah der Zweitplatzierte, Lorenz Bierhalter, „das funkelnde Schwert der Satire“ auf die normale Politik niederfahren.

Gleich zwei Frauen sind auf Platz drei und vier: Die 26-jährige Janina Kern – erst vor einer Woche in „Die Partei“ eingetreten – spricht sich gegen „das gruselige Werk eines 82-jährigen Manns in der U-Strab“ aus.

Die Betriebsrätin und passionierte Radfahrerin Andrea Ocampo hielt ihre Rede kurz mit den Punkten: „Autos weg, Lüpertz weg, AfD weg.“

Drei Minuten Redezeit hatten die Kandidaten jeweils, nur Vanessa Schulz, die auf den Listenplatz sieben kam, musste das Mikrofon abgeschaltet werden.

Sie wollte nicht nur Oberbürgermeister Mentrup ärgern, sondern auch viele politische Forderungen aufstellen wie „Arbeitsverbote verbieten“, „Einhörner in den Schlosspark“ oder eine Videoüberwachung des Gemeinderats. Sie wolle vor allem „Schwung in den Laden“ bringen.

Ihr müsst euch bewusst sein, dass ihr Verantwortung tragt.
Frank Trippel
Versammlungsleiter, „Die Partei“

Andreas Zimmermann (Platz sechs und Vorsitzender der „Partei“ in Karlsruhe) möchte den Rhein renaturieren und hat noch alte Wahlplakate von sich, die man noch benutzen könne.

Die Aufstellungsversammlung, von einem reinen Männergremium geleitet, war eine Mischung aus ernst gemeinten Vorschlägen und Forderungen wie eine größere Förderung des Radverkehrs, eine kostenlose oder verbilligte Nutzung der U-Strab für Bedürftige oder mehr Sauberkeit in Karlsruhe, und der für sie typischen Satire.

Immerhin erinnerte der Versammlungsleiter Frank Trippel daran, dass ein Wahlkampf und die Tätigkeit im Gemeinderat auch viel Arbeit beinhaltet: „Ihr müsst euch bewusst sein, dass ihr Verantwortung tragt. Im Wahlkampf müsst ihr Performance zeigen, und seid auch bei Podiumsdiskussionen, Foren oder Presseanfragen gehalten, euch einzubringen.“

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