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Auch Denunziationsvorwürfe

Karlsruhe nimmt Corona-Meldeformular nach hunderten Falschmeldungen aus dem Netz

Mehrere Hundert Falschmeldungen binnen weniger Tage: Über ein Formular sollten Menschen in Karlsruhe auf der Website der Stadt anonym Verstöße gegen die Corona-Verordnung melden können. Doch das Formular wurde zweckentfremdet.

Mit Mundschutz und gehörigem Abstand: Für die Straßenbahnfahrt in der Corona-Zeit der gelockerten Corona-Gebote gelten klare Regeln. Verstöße gegen die Corona-Verordnung konnten in Karlsruhe über ein Formular gemeldet werden. Foto: jodo

Die Stadt Karlsruhe hat ein Meldeformular für Corona-Verstöße nach wenigen Tagen wieder von ihrer Website entfernt. Es sei häufig „zweckentfremdet” worden, sagt Pressesprecherin Helga Riedel auf Nachfrage der BNN.

Kritik an anonymen Meldeformular

Über das Formular sollten sich Menschen anonym melden können, wenn sie beispielsweise Verstöße gegen die Corona-Verordnung in der Gastronomie oder dem Einzelhandel bemerken. Sie mussten dafür lediglich Name und Adresse der Örtlichkeit sowie ihre Beobachtungen mitteilen. Die eigenen Kontaktdaten wurden nicht abgefragt.

„Es war als Entlastung für unsere Hotline gedacht”, so Riedel. In den sozialen Medien sah sich die Stadt allerdings schnell mit dem Vorwurf konfrontiert, sie fordere die Bürger zum Denunzieren auf – unter anderem im Beitrag einer Twitter-Nutzerin, der seit Sonntag fast 100 Mal geteilt wurde. Riedel will das nicht gelten lassen. „Die Menschen bringen ihre berechtigten Anliegen und Sorgen vor, das tun sie auch am Telefon”, sagt sie.

Trotzdem sah sich die Stadt gezwungen, das Formular wieder aus dem Internet zu nehmen, da mehrere Hundert Einsendungen ohne Bezug zum Thema eintrudelten. Der Aufwand für die Bearbeitung sei wesentlich höher als der Nutzen. Manche meldeten demnach Vorfälle in anderen Städten. Das Gros der Nachrichten war aber offenbar die Folge der Kritik in den sozialen Medien. In einigen Kommentaren findet sich dort auch der Hinweis, dass Nutzer entsprechende Falschmeldungen eingereicht haben.

„Die Befürchtung, dass das Formular missbraucht wird, war bei uns vorher sehr gering”, gibt Riedel zu. Derzeit gibt es keine Pläne, das Formular in veränderter Form wieder ins Internet zu stellen.

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