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Präventivstreuung mit Sole spart Salz und Geld

Karlsruher Winterdienst bereitet sich auf die Glättesaison vor

Das Amt für Abfallwirtschaft ist für die Räumung und Bestreuung hunderter Kilometer Straßen und Wege zuständig. Ganz ohne die Mitwirkung der Bürger klappt das aber nicht.

Die Lager sind voll. Das Amt für Abfallwirtschaft kann auf rund 6.500 Tonnen Streusalz zurückgreifen Foto: Jörg Donecker

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, bereitet sich die Stadt auf den Winterdienst vor. „Wir sind auch für diesen Winter gut aufgestellt“, versichert Andreas Bender. Er leitet beim Amt für Abfallwirtschaft (AfA) die Bereiche Stadtreinigung und Winterdienst.

Im eigenen Salzlager hat die Stadt 1.500 Tonnen Salz deponiert, weitere 2.000 Tonnen sind in einer fremden Halle gelagert. „Sollte dieser Vorrat nicht reichen, können wir noch zusätzliche 3.000 Tonnen abrufen“, so Bender.

Hunderte Kilometer Straßen und Wege werden betreut

Kommt ein strenger Winter auf die Fächerstadt zu, sind bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und etwa 200 Fahrzeuge und sonstige Geräte im Einsatz. Betreut werden ein Straßennetz mit einer Länge von rund 670 Kilometern und etwa 230 Kilometer Winter-Radwegenetz.

„Kein Winter ist wie der andere“, meint er und erklärt, dass die Verbrauchsmengen in den vergangenen zehn Jahren zwischen 150 Tonnen und 4.500 Tonnen pro Jahr schwankten. Im zurückliegenden Winter waren es etwa 400 Tonnen. Entsprechend der Verbrauchszahlen verändern sich auch die Kosten: Während im Winter 2010/11 rund fünf Millionen Euro ausgegeben wurden, fielen die Kosten im vergangenen Winter mit rund 500.000 Euro vergleichsweise niedrig aus.

Lage der Karlsruher Innenstadt begünstigt milde Winter

„Der milde Winter 2019/20 bescherte uns lediglich einen Volleinsatz, sowie 19 Teileinsätze“, berichtet Bender. Dies sei auf die spezielle Lage Karlsruhes zurückzuführen, meint er. Während es in der Stadtmitte selten winterliche Verhältnisse gab, wurden für die Bergdörfer, etwa für Hohenwettersbach, öfter Schnee und Glätte gemeldet.

Bender weist darauf hin, dass man bei der Stadt inzwischen vermehrt auf die sogenannte Präventivstreuung setze. „Wir gehen also nicht erst bei Schnee und Glätte in den Einsatz, sondern sprühen die Straßen vorher mit Sole ab“, erklärt er und versichert, dass die Vorgabe laute: „So viel Salz wie nötig, so wenig wie möglich.“

Wir wenden viele Ressourcen auf, um die Straßen und Wege auch bei Schnee und Glätte sicher zu machen.
Olaf Backhaus, AfA-Chef

Durch die Verwendung von Sole kann der Salzverbrauch gemindert werden, denn „anders als Feststoffsalze bleibt Sole auf der Straße, Wehverluste werden vermieden“. Die Stadt hat zwei neue Kombi-Streu-Fahrzeuge angeschafft, die mit moderner Sensortechnik ausgestattet sind. „Sie passen die Streumenge an Temperatur und Nässe an“, sagt Bender. Da Sole jedoch nur bis zu einer Temperatur von maximal zehn Grad minus eingesetzt werden kann, kann auf Feststoffsalze nicht verzichtet werden.

Ohne Hilfe der Bürger geht es nicht

„Wir wenden viele Ressourcen auf, um die Straßen und Wege auch bei Schnee und Glätte sicher zu machen“, sagt AfA-Chef Olaf Backhaus. „Wir schaffen es aber nicht ohne die Hilfe der Bürger“, fügt er hinzu und weist auf die Räum- und Streupflicht der Anwohner hin.

An den Werktagen müssen Gehwege zwischen 7.30 Uhr und 21 Uhr geräumt werden, an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr. „Damit ältere oder behinderte Menschen die Gehwege ohne Probleme nutzen können, müssen drei Viertel der Wegbreite geräumt werden“, so Backhaus.

Aus Umweltschutzgründen dürfen im Kampf gegen Glatteis jedoch keine salzhaltigen Mittel verwendet werden, sondern lediglich Sand oder Asche.

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