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Drei Fragen an

Karlsruher Astrophysiker gibt Tipps für die große Sternschnuppen-Schau

Mit etwas Wetterglück lassen sich am Wochenende die Sternschnuppen der Perseiden beobachten. Astrophysiker Thomas Reddmann erklärt, wie man sie am besten sieht.

Thomas Reddmann in der historischen Sternwarte
Thomas Reddmann ist Astrophysiker. Er sagt: Sonntagfrüh zwischen 3 und 4 Uhr sind am meisten Sternschnuppen zu erwarten. Foto: I. Calmbach

Am Wochenende wartet ein kleines Spektakel am Himmel. Die Sternschnuppenschauer der Perseiden ziehen über das Firmament, und mit ein bisschen Wetterglück lässt sich das Schauspiel über unseren Köpfen beobachten.

Im Gespräch erläutert Thomas Reddmann, Astrophysiker und Vorsitzender der Astronomischen Vereinigung Karlsruhe, wo und wie man den Sternenstaub am besten erspähen kann.

Es muss nicht Sonntagmorgen sein

Die Zeit, in der sich die Erde durch den Staubschleier des Kometen Swift-Tuttle bewegt, währt länger als das Wochenende.

Also, selbst wenn es zur Zeit des Sternschnuppenmaximums bewölkt sein sollte, kann man auch in den Nächten zuvor oder danach die kleinen Leuchterscheinungen sehen.

Was sind eigentlich die Perseiden?
Reddmann
Die Perseiden sind eigentlich der Staubschleier des Kometen Swift-Tuttle, der von der Schwerkraft unseres Sonnensystems eingefangen worden ist. Einmal in 133 Jahren umkreist er die Sonne und die Planeten – schon vor 2.000 Jahren war der Komet bekannt. Sobald er sich der Sonne nähert, verliert er durch die Wärme unseres Zentralgestirns ein wenig seiner Masse, die als Staub durch das All schwebt. Jedes Jahr um den 12. und 13. August durchquert die Erde diesen Staubschweif. Die einen bis zehn Millimeter großen Teilchen treffen mit etwa 90.000 Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre, wo sie verglühen. Perseiden heißen sie, weil sie aus Richtung des Sternbilds Perseus kommen.
In welche Himmelsrichtung muss man denn blicken, um sie zu sehen? Und mit wie vielen Sternschnuppen pro Stunde kann man rechnen?
Reddmann
Die Perseiden kommen aus Richtung Nordosten, auf etwa mittlerer Höhe über dem Horizont. Um sie am besten zu sehen, sollte man leicht nach links oder rechts schauen. Sonst fliegen die Sternschnuppen direkt auf den Betrachter zu. Die Perseiden leuchten dann nur als kleine Punkte. 15 Sternschnuppen pro Stunde sind zu erwarten, angesichts des kleinen Ausschnitts des Himmels, den man mit dem bloßen Augen erblicken kann.
Wann und von welchem Standort aus lassen sich die Perseiden am besten aus beobachten?
Reddmann
Das Maximum wird am Sonntagfrüh, zwischen 3 und 4 Uhr, erwartet. Aber schon in den Tagen davor und danach wird man Sternschnuppen beobachten können. Dunkelheit im Umfeld und ein freies Sichtfeld braucht es schon. Eine nahe Siedlung mit Lichtern verringert die Beobachtungsmöglichkeiten. Am besten ist es, man fährt raus in den Schwarzwald auf eine Anhöhe. Am schönsten ist die Beobachtung auf einer Liege zusammen mit Freunden, so dass jeder einen anderen Teil des Himmels abdeckt. Und man sollte nicht vergessen, sich warm anzuziehen. Es wird auch im Sommer nachts recht kühl. Das Wetter muss natürlich auch mitspielen.
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