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Urteil erwartet

Karlsruher Geiselnehmer-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert acht Jahre und zehn Monate

Im Prozess um die Geiselnahme in einer Karlsruher Apotheke hat die Staatsanwaltschaft acht Jahre und zehn Monate Jugendstrafe für den Angeklagten gefordert.

Der Angeklagte im Prozess zu einer mutmaßlichen Geiselnahme wartet im Schwurgerichtssaal des Landgericht Karlsruhe zusammen mit seinem Anwalt Alexander Kist auf den Beginn des Prozesses.
Der 21-Jährige muss sich für eine Geiselnahme in einer Karlsruher Apotheke verantworten. Rechts sein Rechtsanwalt Alexander Kist. Foto: Uli Deck/dpa/Archiv

Der 21-Jährige verfüge über erhebliche kriminelle Energie und sei einschlägig vorbestraft, sagte die Vertreterin der Anklage am Dienstag vor dem Landgericht Karlsruhe. Für ihn spreche sein Geständnis und die Einsicht in seine Tat. 

Der Verteidiger des Mannes plädierte auf sieben Jahre Jugendstrafe. Sein Mandant sei ganz klar reifeverzögert. Der 21-Jährige selbst entschuldigte sich in seinem letzten Wort nochmals bei den Opfern der Tat. 

Prozess am Karlsruher Landgericht: Urteil gegen 21-Jährigen erwartet

Noch am selben Tag soll das Urteil gesprochen werden. Ob dabei Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird, entscheidet die Kammer. Der Mann war zur Tatzeit erst 20 Jahre alt. 

Der inzwischen 21-Jährige hatte im März vergangenen Jahres mit vorgehaltener Schreckschusswaffe zwei Kundinnen und eine Mitarbeiterin der Apotheke in seine Gewalt gebracht, weitere acht Mitarbeiter hatten sich verstecken können. Außerdem forderte er ein Millionen-Lösegeld.

Rund fünf Stunden zog sich das Drama hin, durch das auch Veranstaltungen im nahen Konzerthaus und der Schwarzwaldhalle beeinträchtigt wurden. Dann beendeten Spezialkräfte der Polizei nach langen Verhandlungen den Spuk. Sie stürmten das Ladengeschäft und befreiten die Geiseln.

Opfer leiden bis heute unter den Erlebnissen

Die Opfer leiden noch immer unter den Erlebnissen. „Tagsüber konnte ich mich durch die Arbeit ablenken“, sagt eine der Geiseln vor Gericht. „Aber es verging keine Nacht, in der mir nicht irgendwelche Gedanken durch den Kopf gegangen sind.“

Auch an einer weiteren Geisel ist die Zeit in der Apotheke ebenfalls nicht spurlos vorübergegangen. „Ich bin seither etwas schreckhaft“, sagt sie. „Und vielleicht etwas misstrauischer gegenüber Menschen als vorher.“

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