Skip to main content

Jubiläum bei Karlsruher Baugenossenschaft

Karlsruher Genossenschaft für Wohnungsbau feiert 100. Geburtstag

Die einst für die Eisenbahner in der Karlsruher Südstadt gegründete Einrichtung feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Rund 770 Wohnungen hat die Baugenossenschaft in ihrem Bestand.

Markante Gebäude der GWK in der Südstadt: die Blöcke an der Augartenstraße, Häusserstraße und Stuttgarter Straße. Rund 2000 Menschen leben in den Wohnungen der Baugenossenschaft. Foto: Stadtarchiv

Ein stolzes Jubiläum begeht die Genossenschaft für Wohnungsbau 1921 (GWK). Die einst für die Eisenbahner in der Karlsruher Südstadt gegründete Einrichtung feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Rund 770 Wohnungen hat die Baugenossenschaft in ihrem Bestand. Den Großteil davon in der Südstadt (550) und in Oberreut (125), außerdem in der Südweststadt, Nordweststadt sowie Waldstadt.

„Unsere Heimat ist die Südstadt. Da kommen wir her. Intention war es, günstigen Wohnraum für die dort ansässigen Arbeiter der Eisenbahn zu schaffen“, berichtet Hanns-Georg Strasburger, Aufsichtsratsvorsitzender der GWK. Später, so Strasburger weiter, öffnete man sich für alle Bevölkerungsschichten in der Fächerstadt. Nach dem Mieterbauverein, der Hardtwaldsiedlung und der Gartenstadt rangiert die GWK, was die Größte anbelangt, an vierter Stelle der Baugenossenschaften in Karlsruhe.

Ins Leben gerufen in den 1920er Jahren, einer Zeit der Gründungswelle für Genossenschaften, sei der Gedanke, der dahintersteht, nach wie vor top aktuell, sagt Strasburger. „Unsere Einrichtung wurde in den 20er Jahren aus der Not geboren. Die Idee der Genossenschaften ist jedoch auch heute noch so modern wie damals. Wir schaffen sicheren Wohnraum und wir spekulieren nicht mit unseren Objekten. Das ist für unsere rund 2.000 Mitglieder elementar“, so der 55-jährige Wirtschaftsinformatiker.

Auch Bernd Uhle, hauptamtliches Vorstandsmitglied, sieht dies so. „Wir haben eine soziale Verpflichtung. Unsere Mitglieder und Genossen genießen lebenslanges Wohnrecht und umfassenden Kündigungsschutz. Zudem fördern wir günstiges und bezahlbares Wohnen“, erklärt der seit sechs Jahren in Diensten der GWK stehende Uhle.

Grundsätzlich bewegten sich die Mieten rund 20 Prozent unter dem städtischen Mietspiegel. Eine der Ankerbauten der Genossenschaft sind die markanten Gebäude an der Stuttgarter Straße, Augartenstraße und Häusserstraße. Dort hatte man bereits in der 1970er Jahren auf Nachverdichtung gesetzt. Sprich: Im großzügig bemessenen Innenhof von Block 1 entstanden drei Wohnanlagen mit 88 Wohnungen.

Damals sei die Art von Bebauung umstrittenen gewesen. „Heute sieht man das durchweg positiv. Gerade in Ermangelung von Flächen wird in Städten durchweg nachverdichtet. Wir haben damit früh begonnen. Wenn es möglich ist, stocken wir beispielsweise auch Dachgeschosse auf“, verdeutlicht Hanns-Georg Strasburger.

Von Mietendeckel oder Enteignungen hält der GWK-Aufsichtsratsvorsitzende wenig. Allerdings müsse man gegen die zunehmende Gentrifzierung in der Heimat der Genossenschaft, der Südstadt, aktiv werden. Der Milieuschutz im früheren Eisenbahner-Stadtteil sei der richtige Weg, meint er. Künftig wünsche man sich mehr Unterstützung der Stadt, um Flächen für günstigen Wohnungsbau zu transformieren, so Strasburger weiter.

Mit einem Festakt im Bürgerzentrum Südwerk feiert die GWK an diesem Freitag ihren 100. Geburtstag. Dann gibt es Poetry Slam, Gespräche und badische Komik von Gunzi Heil. Eine Feier im Innenhof des Wohnblocks an der Stuttgarter Straße für alle Genossen folgt.

nach oben Zurück zum Seitenanfang