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Fraktionsvorsitzende will nach Berlin

Karlsruher Grünen-Politikerin Zoe Mayer zur Bundestagskandidatin gewählt

So langsam füllt sich das Bewerberfeld in Karlsruhe, was die Bundestagswahlen im Herbst 2021 angeht. Nun haben auch die Grünen ihre Kandidatin gewählt, nämlich die Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Zoe Mayer. Die bisherige Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl tritt nicht mehr an.

Glüsckwünsche mit Abstand: Nach der Nominierung gab es für Zoe Mayer Blumen von Kreisvorstandsmitglied Thorsten Frewer. Foto: Jörg Donecker

Die Nominierung der Karlsruher Grünen ist für Zoe Mayer zwar nicht gerade ein Spaziergang, aber eine klare Sache. Die 56 Parteimitglieder, die am Mittwochabend zu Coronabedingungen im Tollhaus zusammenkamen, bereiteten ihrer Gemeinderats-Fraktionsvorsitzenden ein sprichwörtlich stolzes Ergebnis. Die 25-jährige Wirtschaftsingenieurin, die seit sechs Jahren dem Gemeinderat angehört und seit zwei Jahren auch Fraktionsvorsitzende ist, erreichte 51 Stimmen von 56 anwesenden Mitgliedern.

Zweiter Bewerber chancenlos

Ihr Gegenkandidat, der 54 Jahre alte Thomas Wunderberg, der erst vor kurzem auf den Kandidatenzug aufsprang, erreichte nur vier Stimmen. Eine Mitglied votierte generell mit Nein. Wunderberg, Informatiker und als selbstständiger Unternehmer tätig, gehört erst seit zwei Jahren zu den Grünen, ist Teil der Gründer des Ortsverbandes Wolfartsweier. Mit einer Wahl hatte er selbst nicht gerechnet, er trete an um eine Auswahl zu ermöglichen. Er halte Zoe Mayer für eine sehr gute Kandidatin.

Die bisherige langjährige Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Kotting-Uhl sagte im Tollhaus, dass sie noch keine Abschiedsrede halten wolle, schließlich sei sie noch ein Jahr im Bundestag. Auf den oder die künftige Abgeordnete warte in Berlin viel Arbeit. „Die Krisen und Probleme werden nicht weniger, sondern eher mehr.“

Mayer wiederum streifte in einem Parforceritt durch die grüne Politik und ihre Absichten, sollte sie in den Bundestag gewählt werden. Dabei stellte sie klar: „Mein Anspruch ist ein grünes Direktmandat für Karlsruhe.“

Fokus auf Klimaschutz

Allerdings kann sie sich auch Hoffnungen auf einen guten Landeslistenplatz machen. Vor wenigen Wochen nominierte die Grüne-Jugend Baden-Württemberg Zoe Mayer als ihre Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Mayer, die im vergangenen Jahr ihren Abschluss als Wirtschaftsingenieurin am KIT absolvierte und zur Zeit an ihrer Promotion arbeitet, stellte den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Themen. „Wir müssen die Pariser Klimaziele ernst nehmen,“ sagte sie zu den Mitgliedern. Auch gelte es, eine klare Ausstiegsstrategie aus dem Verbrennungsmotor zu finden.

Für Ausstieg aus Massentierhaltung

Genauso propagierte sie auch den Ausstieg aus der Massentierhaltung in Deutschland. „Ich will den Tierschutz als Thema in den Bundestag bringen“. Außerdem seien die Grünen auch die Partei der Sozialpolitik. „Wir dürfen bei allen Maßnahmen für den Pandemieschutz nicht die Schwächeren zurücklassen.“ Auf eine entsprechende Frage von der Parteibasis, wie sie es denn mit der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen halte, antwortete sie zurückhaltend. „Theoretisch macht es für mich Sinn. Finanzierungskonzepte dafür zu entwickeln, ist aber eine schwierige Sache.“

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