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Konzept von Pro Bahn

Mühlburger Tor als Schwachstelle: Vorschläge zur Verbesserung des Karlsruher ÖPNV

Wie wird der ÖPNV für die Karlsruher attraktiver? Der Fahrgastverband Pro Bahn hat für 2025 und die Folgejahre ein Konzept erarbeitet. Doch nicht jeder Vorschlag ist auch realistisch.

Beim Mühlburger Tor treffen mehrere Bahnen aufeinander. Pro Bahn fordert eine Strecke über den Platz zwischen Rathaus West und Christuskirche. Foto: Jörg Donecker

Die Umwelt soll entlastet, die Ressourcen sollen geschont werden: Ein Schritt auf dem Weg zur vom Land angepeilten Klimaneutralität bis 2040 besteht darin, dass mehr Menschen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn will deshalb die Straßen- und Stadtbahn in der Region Karlsruhe attraktiver machen.

In einem Konzept stellt der Verband seine Pläne für 2025 und die Folgejahre vor. Doch nicht jeder Vorschlag ist auch realistisch. Unser Redaktionsmitglied Gundi Woll beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wo befinden sich die Problemstellen im Straßenbahnnetz?

Den Bereich Mühlburger Tor und den Bahnhofsvorplatz bewertet der Fahrgastverband als besondere Schwachstellen in Karlsruhe. Sobald der Tunnel unter Kaiserstraße und Ettlinger Straße sowie die Strecke auf der Kriegsstraße diesen Dezember in Betrieb sind, fahren dort im Verhältnis zum vorhandenen Platz die meisten Züge.

Welchen Lösungsvorschlag macht der Fahrgastverband?

Die Haltestellen, die nur für einen Straßenbahnwagen ausgelegt sind, müssten für einen weiteren Wagen verlängert werden. Das sei in Karlsruhe notwendig, um die Fahrgastzahlen zu steigern. Die Verdoppelung der Fahrgastzahlen ist die Vorgabe des Landes. Wo bereits zwei Wagen im Einsatz sind, fordert Pro Bahn zusätzliche Linien oder eine engere Taktung. Zudem soll der ÖPNV gegenüber dem Straßenverkehr noch häufiger Vorrang haben.

Was soll sich am Mühlburger Tor ändern?

Die Bahnen sollen von der Kreuzung Kaiserallee und Reinhold-Frank-Straße aus über den Platz zwischen Rathaus West und Christuskirche fahren. So zumindest der Vorschlag des Fahrgastverbands. Eine Haltestelle mit drei Gleisen plant er vor der Nordostfront des Rathauses West. Auf dem dritten Gleis könnten die Bahnlinien S31 und S32 wenden. Die Strecke soll dann an die Nordstadttrasse angeschlossen werden. So könnten die Linien vom Europaplatz aus kommend vor der Haltestelle Grashofstraße den Engpass umfahren. Zudem könne die Linie nach Knielingen Nord durch weitere Baumaßnahmen umgeleitet werden. Eine Umgestaltung ist aus der Sicht von Pro Bahn notwendig, da beim Mühlburger Tor alle Linien in den Karlsruher Südwesten, den Westen und den Nordwesten aus dem Tunnel oder vom Europaplatz kommend zusammentreffen.

Was ändert sich auf dem Bahnhofsvorplatz?

Die Bahnsteige am Hauptbahnhof werden barrierefrei. Und die Strecke zwischen Albtalbahnhof, Ebertstraße und Hauptbahnhof wird dreigleisig. So sieht es die Netzkonzeption des Karlsruher Verkehrsverbands (KVV) für 2020/2030 vor. Einen konkreten Plan gibt es jedoch noch nicht. Pro Bahn schlägt zudem einen Busbahnhof mit sechs Haltestellen im östlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes vor.

Gibt es auch Pläne, die Linien in einzelnen Stadtteilen zu verlängern?

In Durlach will der Fahrgastverband für das geplante Wohngebiet nordwestlich der Grötzinger Straße sowie die Gewerbeschule die Straßenbahnlinie um 800 Meter verlängern und zwei neue Haltestellen einrichten. In Wolfartsweier soll die Straßenbahn mit zwei zusätzlichen Haltestellen 900 Meter weiter bis zum südlichen Ortsrand führen. Beide Vorhaben bewertet Pro Bahn in seinem Entwicklungskonzept allerdings als „sehr schwierig“. Für die bereits bekannte Verlängerung der Tramstrecke 3 bis nach Kirchfeld-Nord schlägt Pro Bahn vor, die Heidelinie über die Teutschneureuter Straße an die Hardtbahn anzuschließen. Nach Kirchfeld-Nord soll die Straßenbahn nördlich der Haltestelle Kirchfeld abzweigen.

Welche Ideen gibt es für Turmbergbahn und Schlossgartenbahn?

Die Verlängerung der Turmbergbahn bis zur Endstation der Straßenbahn befürwortet der Fahrgastverband und fordert eine baldige Umsetzung. Für die Schlossgartenbahn schlägt Pro Bahn E-Loks vor. Bislang fährt die Freizeitbahn mit Diesel.

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