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34 Standorte in der ganzen Stadt

Karlsruher „Parking Day“ wird 2021 so groß wie nie zuvor

Wo sonst Autos stehen, können Karlsruher sich am Freitag treffen und austauschen. Der „Parking Day“ hat in diesem Jahr mehr als 30 Stationen, die über verschiedene Stadtteile verteilt sind.

Beim „Parking Day“ besetzten Aktivisten, wie hier 2020 in der Fritz-Erler-Straße, Stellplätze für Autos. Foto: Jörg Donecker

Der „Parking Day“ in Karlsruhe wird an diesem Freitag ganz neue Dimensionen erreichen – und bedeutet daher für seine Organisatoren auch mehr Aufwand als bislang. An mehr als 30 Standorten werden Menschen am 17. September Parkplätze besetzen und mit Leben füllen.

Seit einigen Jahren findet diese Aktion weltweit am dritten Freitag im September statt und soll für den Wert des öffentlichen Raums und die Platzverschwendung durch parkende Pkw sensibilisieren.

Die dafür in Karlsruhe benötigten Halteverbots-Schilder haben Johannes Ruf und seine Mitorganisatoren zum Teil schon eine Woche vorher aufgestellt. Bis 2019 hatte das städtische Tiefbauamt diese Aufgabe übernommen, der „Parking Day“ hatte damals sein Zentrum noch in der nördlichen Karlstraße.

Pandemie machte „Parking Day“ dezentral

„Wir sind kontinuierlich gewachsen“, freut sich Initiator Ruf, der für die Grünen im Durlacher Ortschaftsrat sitzt. Den Standort in der Karlstraße bespiele man dieses Jahr kaum noch, dafür 34 Stationen über viele Stadtteile verteilt. „Corona hat uns letztes Jahr das dezentrale Konzept gebracht“, erklärt Ruf. „Das kam gut an. So sammeln sich nicht zu viele Menschen an einem Ort.“

Mehr Standorte heißt aber auch: Mehr Material. Um die Parkplätze für einen Tag korrekt vom Straßenverkehr abzugrenzen, sind sieben bis acht Tonnen an Baken und Schildern nötig, schätzt Johannes Ruf. „Das ist eine Materialschlacht, vielleicht finden wir da nächstes Jahr mit den Behörden eine bessere Lösung.“

Lasst uns erleben, wie sich öffentlicher Raum anfühlt, wenn man ihn für Menschen und ihre Aktivitäten nutzt.
Johannes Ruf, Organisator des „Parking Day“

Insgesamt werden Stellflächen für 109 Fahrzeuge am Freitag umgenutzt, beispielsweise für Konzerte, Bastelaktionen, Info-Stände, Spiele oder einfach zum Sitzen und Entspannen. „Lasst uns erleben, wie sich öffentlicher Raum anfühlt, wenn man ihn für Menschen und ihre Aktivitäten nutzt und nicht, um Autos zwischenzulagern“, sagt Ruf.

An der Aktion beteiligen sich verschiedenste Verbände vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) über Fridays for Future und die Schachfreunde bis hin zu politischen Parteien, Pubs und Cafés. Die „Südstadt-Freunde“ sind ebenso vertreten wie die „Oststadtnachbarn“ – Stationen gibt es auch in Durlach und Bulach.

Mehr ÖPNV, weniger Individualverkehr: Das fordern beispielsweise Aktivisten von Fridays for Future, auch beim „Parking Day“ am Freitag in Karlsruhe. Foto: Karsten Killian

Der ADFC verbindet den Tag dieses Jahr mit der Aktion „Karlsruhe spielt“ des Kinderbüros. „Wir haben die Patenschaft für die Welfenstraße zwischen Gebhardstraße und Karolingerstraße übernommen und werden dort mit einem Fahrradparcours und anderen Familienangeboten vor Ort sein“, kündigt ADFC-Vorsitzende Katrin Hillenbrand an. Das „leih.lokal“ in der Gerwigstraße nutzt den „Parking Day“ auch, um seinen dritten Geburtstag zu feiern. Und die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future machen an diesem Tag auf den nächsten globalen Klimastreik am 24. September aufmerksam.

Drei Stationen mit besonders vielfältigen Angeboten

Gleich mehrere verschiedene Angebote finden sich am Lidellplatz, in der Humboldtstraße und entlang der Marienstraße. Das sind auch die drei Orte, die „Paking Day“-Organisator Ruf all jenen empfiehlt, die nur ein paar Stunden Zeit haben, sich aber einen Überblick verschaffen wollen.

Auch die Stadtverwaltung wird vertreten sein: Stadtplanungsamt und Gartenbauamt informieren an Ständen rund um den Lidellplatz über ihre Arbeit. In unmittelbarer Nähe wird der Verein „Autofrei e.V.“ für seine Ziele eintreten. Für Musik sorgt hier der freie Radiosender Querfunk, außerdem kann getöpfert werden.

Los geht es frühestens um 10 Uhr, an den meisten Stationen ab dem frühen Nachmittag. Spätestens um 21 Uhr wird zusammengepackt. Da­zwischen bleibt reichlich Zeit zum Verweilen, zum Diskutieren, zum Spielen und um Kontakte zu knüpfen, freut sich Organisator Ruf. Die Veranstalter bitten um Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln und erinnern daran, eine Maske dabei zu haben.

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