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Neues Bewegungsangebot

Im Karlsruher Zoo können Kinder jetzt schleichen und balancieren wie Luchse

Pünktlich zum Ferienstart hat im Karlsruher Zoo ein neuer Bewegungspark eröffnet. Neben dem neuen Luchs-Gehege können Kinder hier nun klettern und spielen – nach dem Vorbild der tierischen Nachbarn.

Karla (links) und Mathilda klettern nach der offiziellen Eröffnung des neuen Luchs-Bewegungsareals im Karlsruher Zoo auf dem Netz. Foto: Jörg Donecker

Karla und Mathilda klettern auf Baumstämmen und balancieren über ein Netz aus Tauen. Am Rand des Netzes angekommen, hebt Mathilda die Hände nach vorne als wären es Pfoten – und faucht wie eine Katze. Sie macht aber keinen Stubentiger nach, sondern seinen größeren Verwandten: den Luchs.

Die beiden Mädchen klettern auf dem neuen „Luchs-Bewegungsareal“ im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Pünktlich zum Ferienstart wurde am Donnerstag der neue Kletterparcours eröffnet. Balancieren und schleichen wie die Luchse können die jungen Besucher nun direkt am südlichen Eingang des Zoos.

Das Luchs-Areal ist der siebte Bewegungsbereich, auf dem sich Kinder im Karlsruher Zoo austoben können. Seit 2016 gibt es im Zoo die Kinderturnwelt. „Das Projekt ist ein Erfolgskonzept“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt bei der Eröffnung des neuen Bereichs.

Entwickelt wurde das Konzept gemeinsam mit der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg. Die Spielplätze sind im gesamten Zoo verteilt und in direkter Nachbarschaft mit den tierischen Vorbildern. An den Stationen können die Kinder die Bewegungen der Tiere nachahmen, zum Beispiel hangeln wie die Kattas und klettern wie die Ziegen.

Bewegungsstationen sind im ganzen Karlsruher Zoo verteilt

Bewegungsmöglichkeiten für Kinder beim Zoo-Besuch seien wichtig, so Reinschmidt. „Da, wo es Spielmöglichkeiten gibt, da sind die Kinder“, sagt er. Für die kleinen Besucher könne ein Ausflug schnell langweilig und anstrengend werden. An den Stationen können sie sich austoben.

Viele Eltern nutzen das als Strategie. So kommt man durch den ganzen Zoo.
Matthias Reinschmidt, Zoodirektor

„Viele Eltern nutzen das als Strategie. So kommt man durch den ganzen Zoo“, sagt Reinschmidt. Deshalb seien die Stationen bewusst auf dem ganzen Gelände verteilt. Dort können die Besucher zudem Stempel in einem „Reiseheft“ sammeln, wenn sie einen Parcours gemeistert haben.

Die Kosten für das neue Areal belaufen sich auf rund 80.000 Euro, von denen die Hälfte aus Spendengeldern der Kinderturnstiftung stammt. Die andere Hälfte kommt unter anderem aus einem Nachlass an die Stadt sowie von den Zoofreunden. Der Spielbereich bei den Luchsen soll langfristig erweitert werden. Links neben dem Tiergehege soll später ein zusätzlicher Schleich-Parcours entstehen.

Vorbild für das Projekt in Karlsruhe ist die Kinderturnwelt in der Stuttgarter Wilhelma. Seit 2011 gibt es dort die tierischen Sportstationen für die jungen Zoobesucher, die ebenfalls von der Kinderturnstiftung angestoßen wurden.

Ein Zeichen gegen den Bewegungsmangel in der Corona-Pandemie

In Zeiten von Corona sei es besonders wichtig, dass Kinder sich bewegen können. „Durch Corona hat sich das Bewegungsthema verschärft“, sagt Susanne Weimann, Vorsitzende der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg. Dem durch Corona verstärkten Bewegungsmangel gilt es entgegenzuwirken, so Weimann. „Mit dem neuen Luchs-Bewegungsareal können wir dafür ein Zeichen setzen.“

Tierisches Wissen mit Bewegung zu verbinden, das ist eine tolle Sache.
Matthias Reinschmidt, Zoodirektor

An den Stationen im Zoo können die Kinder ihrem Bewegungsbedürfnis nachkommen und gleichzeitig etwas über die Tiere und deren Lebensraum erfahren. „Tierisches Wissen mit Bewegung zu verbinden, das ist eine tolle Sache“, sagt Zoodirektor Reinschmidt.

Die Luchse selbst fehlen als Nachbarn des Kletterparks noch. Bisher sind sie bei den Raubtieren zu Hause. In wenigen Monaten sollen die Tiere ihr neues Gehege beziehen. Der Bau der neuen Anlage verzögere sich, bedauert Reinschmidt. Ab Herbst sollen die Luchse dann in ihrem Gehege schleichen und klettern können.

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