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Stadtmobil profitiert vom Rettungsschirm

Karlsruhes Carsharing-Angebot wächst trotz Corona-Krise mit neuen Fahrzeugen und Stationen

Stadtmobil Karlsruhe ist bundesweit Branchenführer im Carsharing. Die Corona-Flaute schlägt sich nieder im Budget. Dank Geld vom Land bleibt das Angebot in der Technologieregion aber erhalten. In Karlsruhe wächst es sogar wie geplant stark weiter.

Carsharing im Ausbau: Die noch neue Stadtmobil-Station in der Rudolfstraße in der Oststadt gehört zu den rund 40 Stationen, die derzeit im öffentlichen Raum entstehen. Weil das Land Corona-Einbrüche finanziell abfedert, geht der Ausbau weiter. Außerhalb der Stadtgrenzen werden Standorte immerhin erhalten. Foto: Jörg Donecker

Kontaktverbot, Lockdown, Grenzen zeitweise geschlossen, Reisen abgeblasen: Die Einschränkungen durch Corona treffen massiv auch Stadtmobil Karlsruhe, den bundesweiten Branchenführer im Carsharing. Dank Rettungsschirm des Landes bleibt das Angebot in der Technologieregion aber erhalten. In Karlsruhe wächst es sogar wie geplant stark weiter. Mit der Aussicht auf die zugesagten Erhaltungsprämien vom Land hält Stadtmobil Karlsruhe trotz erheblicher Einbrüche seinen Expansionskurs aufrecht.

40 neue Fahrzeuge an 18 neuen Standorten in Karlsruhe

„Das Geld ist für uns sehr wichtig”, sagt der Chef von Stadtmobil Karlsruhe, Gunnar Petersohn. „Wir hätten sonst in der Tat aus wirtschaftlichen Gründen vieles ruhen lassen müssen.” Anfang April hatte die Auslastung nur etwa 30 Prozent der Lage vor der Krise erreicht.

In Karlsruhe sind die Standorte inzwischen wieder so gut ausgelastet, dass der Anbieter sogar rund 40 neue Fahrzeuge an 18 neuen Standorten positioniert. Zu den jüngsten gehört eine Station mit drei Fahrzeugen in der Rudolfstraße in der Oststadt, gerade um die Ecke der Stadtmobil-Zentrale.

Die Flotte von zuletzt 900 Fahrzeugen im Stadtgebiet, darunter 800 an 200 festen Stationen, soll ab dem Herbst noch einmal um ebenso viele weitere Stadtmobil-Fahrzeuge wachsen, an weiteren neuen Stationen im öffentlichen Raum. Die entsprechende Nachfrage ist da.

Das Geld ist für uns sehr wichtig. Wir hätten sonst in der Tat aus wirtschaftlichen Gründen vieles ruhen lassen müssen.
Gunnar Petersohn, Chef von Stadtmobil Karlsruhe

Ganz anders sieht es in der Region aus, und zwar nicht nur auf dem Land. „Für unsere Stationen in Bretten, Bruchsal, Ettlingen und Pforzheim dürfen wir Fördermittel beantragen”, teilt Petersohn auf Anfrage mit.

Angebot im Umland: Auf dem Parkplatz beim Rathaus Pfaffenrot steht an einer Ladesäule ein Stadtmobil mit Elektromotor. Foto: Gemeinde Marxzell

„Auf dem Land beobachten wir eine andere Nutzung.” Mit dem Geld aus Stuttgart sei nicht alles bereinigt, sagt der Stadtmobil-Chef, doch es könne „die Wirtschaftlichkeit zunächst bewahren”. Mit der Antragstellung soll es schnell gehen. Noch in diesem August will Petersohn ihn über den Bundesverband Carsharing einreichen.

Carsharing bietet Corona-sichere Reisemöglichkeit

Entscheidend ist auch, dass die insgesamt rund 18.000 Stadtmobil-Kunden, davon rund 14.000 in Karlsruhe, sich bei Urlaubsfahrten nicht mehr komplett zurückhalten. Für die Osterferien waren praktisch alle Langzeitbuchungen storniert. Jetzt erklärt Petersohn: „Das Urlaubsgeschäft sieht ganz gut aus.” Die Buchungen seien zuletzt „erfreulich hochgegangen”, auch im Umland.

Das Urlaubsgeschäft sieht ganz gut aus.
Gunnar Petersohn, Stadtmobil-Chef

Bei den Fahrtkilometern allerdings werden die bisherigen Zahlen bei weitem nicht erreicht. Das drücke die Bilanz, so der Unternehmer: „Wir kalkulieren ja nicht auf Maximalgewinn.”

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das Carsharing gezielt als Teil der systemrelevanten Verkehrsinfrastruktur und nachhaltige Form der Mobilität fördert. 300 Städte und Gemeinden im Südwesten bieten bisher Carsharing, rund 100.000 Menschen setzen darauf.

„Das entlastet die Straßen von mehr als 50.000 Privatautos”, rechnete Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor, als er zur Rettung von Carsharing-Standorten jüngst Fördermittel von 3,8 Millionen Euro zusagte. Der Trend zum Autoteilen ist in Karlsruhe besonders stark ausgeprägt. In keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele Carsharing-Fahrzeuge pro Einwohner.

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