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Corona-Inzidenz stagniert

Karlsruhes Oberbürgermeister Mentrup: Maskenpflicht im Wildparkstadion ist sinnvoll

Selten hat man Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Situation so entspannt erlebt. Gründe dafür sind eine stagnierende 7-Tage-Inzidenz und eine günstige Prognose. Entwarnung will Mentrup aber noch nicht geben – und nimmt die KSC-Fans in die Pflicht.

Instrument im Kampf gegen Corona: Karlsruhe erwägt, auf einigen öffentlichen Plätzen eine generelle Maskenpflicht zu verhängen. Foto: Nicolas Armer

Eine Maskenpflicht bei den Heimspielen des KSC im Wildparkstadion hält Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) weiterhin für sinnvoll. „Da hat das Gesundheitsamt die volle Rückendeckung der Stadtspitze“, betonte Mentrup bei seiner 14-tägigen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Geimpfte könnten das Virus schließlich ebenfalls weitergeben und deshalb biete ein 3G-Nachweis alleine keine ausreichende Sicherheit in einem Stadion mit über 10.000 Besuchern.

„Natürlich geht es bei Fußballspielen auch emotional zu“, so Mentrup, „aber alleine deshalb darf man nicht sämtliche Hygieneregeln über Bord kippen“.

Mentrup ist zufrieden mit der derzeitigen Situation

Mit der derzeitigen Situation im Stadtgebiet zeigte sich Mentrup zufrieden. Die 7-Tage-Inzidenz hat sich seit einigen Tagen bei einem Wert von knapp über 70 eingependelt und das Abwasserorakel deute mittlerweile auf sinkende Fallzahlen hin. Und in den Schulen und Kitas sei es nach dem Ende der Sommerferien auch nicht zur befürchteten Häufung der Fallzahlen bekommen.

In den Kitas wurden nach Angaben des Verwaltungsstabs in den vergangenen zwei Wochen lediglich drei Kinder und eine Erzieherin positiv auf das Coronavirus getestet, an den Schulen seien derzeit insgesamt 31 Infizierte oder direkte Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne.

Auch im Städtischen Klinikum Karlsruhe ist die Situation mit neun Covid-Patienten auf der Intensivstation laut Mentrup noch beherrschbar. Dass davon drei Kinder sind, wollte der Rathauschef ebenfalls nicht überbewerten. Eines sei das ungeborene Baby einer schwangeren Frau, ein zweites Kind müsse wegen einer anderen Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden und sei „eher zufällig“ auch an Covid-19 erkrankt.

Appell für Einhaltung der AHA-Regeln in Karlsruhe

Damit sich die Situation nicht weiter verschärfe, appellierte Mentrup einmal mehr an das Einhalten der AHA-Regeln und warb für eine Impfung. Noch bis zum 30. September seien Impfungen im Kreisimpfzentrum in der ehemaligen Hauptfeuerwache in der Ritterstraße, wo derzeit rund 600 Impflinge täglich ein Vakzin erhalten, möglich.

Ab Anfang Oktober seien vor allem die niedergelassenen Ärzte für die Impfungen zuständig. Dass eine Impfung der beste Schutz vor einer Infektion sowie einem schweren Krankheitsverlauf biete, machte Mentrup auch an den unterschiedlichen Inzidenzen für die beiden Gruppen deutlich. Bei Geimpften lag dieser Wert am Donnerstag bei 21, bei Ungeimpften bei 140.

Schwammige Regeln für Arbeitsschutz

Für Probleme könnte nach Einschätzung von Christina Lindner, Leiterin des städtischen Personal- und Organisationsamts, die Testung von nicht geimpften Beschäftigten sorgen.

Die Regelungen seien teilweise doch „sehr schwammig“, so Lindner, und bislang dürften die meisten Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Belegschaft nicht erfragen. Außerdem gebe es derzeit „höchst unterschiedliche“ Regelungen für Arbeitsplatz und Privatleben. Deshalb müssten Betriebe ihre Belegschaft immer wieder auf die Einhaltung von Vorgaben hinweisen, so Lindner.

„Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen“, so Mentrup. Seiner Einschätzung nach werden die Diskussionen über eine Impfpflicht direkt nach der Bundestagswahl wieder an Fahrt aufnehmen.

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