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Satelliten-Projekt des KIT

Dokumentiert Karlsruher Entwicklung bald im All den Klimawandel?

Die Chancen stehen gut, dass ein in Karlsruhe entwickeltes Messgerät bald aus dem Erdorbit den klimabedingten Veränderungen in der Atmosphäre nachspüren wird. Dazu wird ein aus der Medizin bekanntes Verfahren angewandt.

Die Erdatmosphäre über Timmins in Kanada im August 2022, fotografiert durch das wissenschaftliche Instrument GLORIA von einem Ballon.
Aus dem All sieht man mehr: Die Erdatmosphäre über Timmins in Kanada, fotografiert von einem Ballon. Foto: KIT

Aller guten Dinge sind drei für das KIT, das ganz hoch hinaus will: Zwei Missionen ins Weltall kann sich die Karlsruher Exzellenz-Uni bislang auf die Fahne schreiben – auch im wörtlichen Sinne gemeint.

Nun wollen badische Wissenschaftler bald in der Erdumlaufbahn erneut durchstarten. Sie haben ein einzigartiges Instrument entwickelt, mit dem sich der Klimawandel in der gesamten Erdatmosphäre beobachten lässt.

Zweimal arbeitete der KIT-Absolvent Alexander Gerst auf der Raumstation ISS. Auf einer seiner Missionen begleitete „Astro Alex“ zudem die blaue Seidenfahne des Karlsruher Instituts, die rund 3.000-mal die Erde umrundet hat.

Viel Ehr’ für das KIT, das in der Klimaforschung europaweit eine führende Rolle spielt. Seine Forscher untermauern jetzt ihren guten Ruf mit einem Projekt, das bei der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) auf großes Interesse gestoßen ist. Es heißt CAIRT und hat gute Chancen, binnen zehn Jahren unser Verständnis des globalen Klimawandels erheblich zu verbessern.

Karlsruher Projekt soll Klimawandel erforschen

Am Dienstag gab die Esa bekannt, dass der vom KIT koordinierte Vorschlag als einer von zwei möglichen Kandidaten für eine Mission zur Erdbeobachtung ausgewählt wurde. Die finale Entscheidung soll 2025 fallen.

Der Projektname CAIRT steht für changing-atmosphere infrared tomography. Sein Kernstück ist ein hochsensibles Gerät, ein sogenanntes abbildendes Infrarotspektrometer, mit dem in bisher unerreichter räumlicher Auflösung Spurengase, Aerosole und atmosphärische Wellen vermessen werden können.

In einer Pressemitteilung erklärt der Koordinator Björn-Martin Sinnhuber, dass es sich um eine Art Weltraumtomograf für die Erdatmosphäre handele – ein aus der medizinischen Diagnostik bekanntes Verfahren, das „ein bisschen größer“ wirken solle.

CAIRT kann die Atmosphäre regelmäßig in einer Höhe von fünf bis 115 Kilometern im Infrarotbereich mit einer horizontalen Auflösung von etwa 50 mal 50 Kilometern und einer vertikalen Auflösung von einem Kilometer vermessen. So können Veränderungen etwa durch die Erderwärmung beobachtet und nachgewiesen werden.

Mit der Vorauswahl durch die Europäische Raumfahrtorganisation geht der Karlsruher Plan der Klimaforschung aus dem All in eine konkrete Vorbereitungsphase über. Wenn alles klappt, hoffen die Forscher in den frühen 2030er-Jahren die ersten Daten zu erhalten.

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