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Schmerzmittel und Verbandsmaterial

Karlsruher Klinikum-Mitarbeiterin organisiert Hilfstransport für die Ukraine

Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, Infusionsbestecke und Schmerzmittel – damit wurde am Montagnachmittag auf dem Gelände des Städtischen Klinikums ein Transporter der Karlsruher Feuerwehr beladen.

Auf dem Weg ins Grenzgebiet: Die Idee zur Hilfsaktion des Städtischen Klinikums hatte Liliia Muzyka (links). Viele ihrer Verwandten leben noch in der Ukraine. Foto: Jörg Donecker

Die vielen Pakete auf Paletten sind für die Fahrt ins Grenzgebiet zur Ukraine vorgesehen, um die Menschen zu versorgen. Initiiert hat den Transport eine Mitarbeiterin des Klinikums, die aus dem Norden der Ukraine kommt und die seit fünf Jahren in Deutschland lebt.

Eigentlich kümmert sich Liliia Muzyka in normalen Zeiten um Bau und Planung von neuen Gebäuden auf dem Gelände des Klinikums. Normal ist derzeit aber wenig im Leben der Ukrainerin.

Ihre Mutter, ihre Schwester und viele weitere Angehörige leben in Borsna. Die Stadt mit rund 10.000 Einwohner liegt rund 190 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kiew.

„Dort ist es aktuell ruhig, aber in der vergangenen Woche sind die russischen Panzer durch den Ort gekommen.“ Zum Beschuss der Zivilbevölkerung oder zivilen Gebäuden scheint es dabei laut Muzyka nicht gekommen zu sein.

Viele Menschen erleben lebensgefährliche Situationen

Für viele Menschen in anderen Städten der Ukraine sei die Situation aktuell lebensgefährlich. Innerhalb von wenigen Stunden hatte das Klinikum deshalb am vergangenen Donnerstag beschlossen, die Hilfslieferung im Zusammenspiel mit der ukrainischen Mitarbeiterin zu organisieren. Sie stellte den Kontakt zum Deutsch-Ukrainischen Verein her, bei dem Muzyka auch selbst Mitglied ist.

„Die Hilfsgüter im Wert von insgesamt 10.000 Euro stammen alle aus unserer klinikeigenen Apotheke“, so der Medizinische Geschäftsführer, Michael Geißler. Es handelt sich um 8.000 Schmerztabletten, jeweils 2.000 Infusionsbestecke und –geräte sowie 2.500 Packungen mit Verbandsmaterialien.

Alle Hilfsgüter werden jetzt erst einmal zwischengelagert und bei Bedarf auf den Weg gebracht – zunächst irgendwo an die ukrainische Grenze, von wo aus dann Mitglieder des Vereins das Material übernehmen würden.

Trotz des Angriffs der russischen Armee auf ihre Heimat und trotz aller Emotionalität will Liliia Muzyka „weiter solidarisch mit den russischen Menschen bleiben, die mit uns in Karlsruhe arbeiten und leben“. Es sei Putins, nicht Russlands Krieg.

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