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Strom ist abgeschaltet

Keine Geister-Bahn auf der Karlsruher Kaiserstraße: Warum sich Trams nicht verfahren können

In der Karlsruher Kaiserstraße fahren oberirdisch keine Bahnen mehr. Aber Leitungen und Gleise liegen noch. Mancher grübelt: Was, wenn sich eine Tram verfährt?

Die Fußgängerzone gehört den Fußgängern: Seit Mitte Dezember fahren Trams im Tunnel unter der Kaiserstraße. Foto: Rake Hora

Die Überquerung der Kaiserstraße, ohne nach einer sich möglicherweise nähernden Straßenbahn Ausschau zu halten, ist manchen Fußgängern in der Innenstadt noch immer etwas gewöhnungsbedürftig. Womöglich könnte ja doch plötzlich eine fehlgeleitete Bahn auftauchen, Schienen und Oberleitung sind ja noch immer vorhanden.

Dass eine Bahn „aus Versehen“ in die Fußgängerzone einfahren könnte, wird von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe jedoch ausgeschlossen. „Der Strom auf der Oberleitung zwischen Kronenplatz und Europaplatz ist abgeschaltet“, bestätigt Pressesprecherin Sarah Fricke.

Dies geschah bereits am 13. Dezember, also am Tag nach der Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels. Der Korso mit den historischen Fahrzeugen am Tag zuvor war also tatsächlich die letzte Fahrt „der Elektrischen“ durch die Fußgängerzone.

Oberleitung in der Karlsruher Kaiserstraße soll 2022 zurückgebaut werden

Fricke räumt ein, dass der Strom zwar im Ausnahmefall durchaus nochmals zugeschaltet werden könnte, doch dies reine Theorie. „Offizielle Ausweichtrasse bei einem Störfall ist jetzt die neue Kriegsstraßentrasse“, stellt sie klar.

Tatsächlich soll die Oberleitung in der Kaiserstraße bereits Anfang 2022 zurückgebaut werden. Wann und wie damit begonnen wird, soll nun in einer Arbeitsgruppe der Verkehrsbetriebe erarbeitet werden. Nähere Informationen gebe es dazu im Moment noch nicht. Klar ist hingegen, dass in diesem Jahr auch mit dem Rückbau der Gleistrasse begonnen werden soll.

So hatte es der Gemeinderat im Januar 2020 beschlossen. Mehrere Fraktionen hatten seinerzeit beantragt, den Rückbau um ein (Grüne und Linke) oder bis zu drei Jahre (AfD) zu verschieben und erst abzuwarten, ob die Kombilösung Karlsruhe die erforderlichen Kapazitäten aufnehmen kann. Mit 27 zu 20 Stimmen wurde dieser Vorstoß damals abgelehnt.

2027 soll Kaiserstraße runderneuert sein

Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) hatte argumentiert, dass zwischen Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels und dem Beginn des Umbaus der Fußgängerzone ohnehin rund ein Jahr vergehen würde. Ein einjähriges Moratorium sei somit gar nicht nötig, und Kapazitätsengpässe seien dank der neuen Kriegsstraßentrasse auch nicht zu erwarten. Im Extremfall könnte auch noch die Trasse durch die Baumeisterstraße und Hermann-Billing-Straße genutzt werden.

Nach dem Ausbau der Schienen wäre dann das Tiefbauamt zuständig, die neue Oberfläche in der Kaiserstraße einzubauen. Wie Mentrup in einem Interview mit dieser Zeitung sagte, soll dies in mehreren Etappen bis 2027 abgeschlossen sein.

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