Skip to main content

Schwerpunktkontrollen in der City

Karlsruhe greift härter gegen Radler und Autofahrer in der Fußgängerzone durch

Seit die Bahnen aus der Karlsruher Innenstadt verschwunden sind, steigt die Zahl der Beschwerden über Rad-, Scooter- und Autofahrer in der Fußgängerzone. Ermahnungen haben nicht geholfen, sagt die Stadt. Nun geht es ans Geld.

Bußgelder verteilt: In der Fußgängerzone fand eine Schwerpunktkontrolle statt.
Bußgelder verteilt: In der Fußgängerzone fand eine Schwerpunktkontrolle statt. Foto: Jörg Donecker

Auf das Mittagessen musste der Kunde eines großen Lieferdienstes am Donnerstag vermutlich ein paar Minuten länger warten. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) stoppten den Lieferfahrer auf dem Rad in der Fußgängerzone. Ihn erwartet nun ein Bußgeldbescheid über 25 Euro.

An drei Stellen schauten Stadt und Polizeipräsidium im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle genauer hin. Für die nächsten Wochen kündigten sie weitere Aktionen an.

„Es braucht Kontrolldruck, um etwas zu verbessern“, sagt Polizeidirektor Martin Plate. Zuletzt war die Zahl der Beschwerden über Auto-, Fahrrad- oder E-Scooter-Fahrer in der Kaiserstraße deutlich gestiegen.

Kontrollen in der Karlsruher Fußgängerzone: Bußgelder für 22 Radfahrer

Zunächst hatten die Ordnungshüter mit mündlichen Verwarnungen reagiert, nun ziehen sie die Zügel an. Einsicht werde häufig nur über den Geldbeutel erreicht, erklärt Plate. „Wir werden nun schärfer durchgreifen“, ergänzt der zuständige Bürgermeister Albert Käuflein (CDU) bei einem Pressetermin zur Mittagszeit. „Dabei wäre es so einfach, wenn sich alle an die Regeln halten und Rücksicht aufeinander nehmen würden.“

Dabei wäre es so einfach, wenn sich alle an die Regeln halten würden.
Albert Käuflein, Bürgermeister

Die Zwischenbilanz der Aktion lässt schon zur Mittagszeit erahnen, dass Polizei und KOD die Arbeit in der Fußgängerzone so schnell nicht ausgehen wird. Zwischen 11 und 12.30 Uhr wurden 22 Radfahrer kontrolliert, die mit einem Bußgeld rechnen müssen.

14 weitere bekamen eine mündliche Verwarnung. In einem verkehrsberuhigten Bereich, in dem Radfahrer in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, erwischte die Polizei per Lasermessung zusätzlich zwölf Radler, die schneller unterwegs waren.

Im gesamten Kontrollzeitraum meldet die Polizei am Donnerstagabend rund 100 Verstöße durch Radfahrer, vier von Pedelecfahrern. Hinzu kommen noch 34 Verstöße, die bei Kraftfahrzeugführern festgestellt wurden.

Radfahren ist nicht zu jeder Zeit in der Karlsruher Kaiserstraße verboten

Teurer als für die Radfahrer wird es für drei Autofahrer, die die Beamten in der Fußgängerzone erwischt haben. Ebenso wie E-Scooter-Piloten müssen sie 50 Euro berappen. In der Summe sei die Polizei mit dem Verhalten der Karlsruher durchaus zufrieden, betont Plate. „Trotzdem müssen wir in der Kaiserstraße etwas tun, weil die Fläche durch den Abschied der Bahnen unter die Erde attraktiv geworden ist.“

Unter bestimmten Bedingungen beziehungsweise zu bestimmten Zeiten ist das Fahren in der Fußgängerzone in der Kaiserstraße sogar erlaubt. Für den Lieferverkehr ist der Bereich zwischen 8 und 11 Uhr freigegeben. Radfahrer dürfen ihn abseits der Einkaufskernzeiten ohne Rüffel nutzen: Zwischen 20 und 10 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen.

Präsenz von Polizei und Ordnungsamt in der Fußgängerzone erregt Aufmerksamkeit

Allein die Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst hat am Donnerstag vermutlich so manchen von der Fahrt durch die Fußgängerzone abgehalten. Gestern sei deutlich mehr los gewesen, sagt ein Mitarbeiter des KOD. Am Donnerstag fällt der ein oder andere auf, der in letzter Minute in eine Seitenstraße abbiegt. Das versucht auch der Fahrer des Lieferdienstes, schaltet aber zu spät. „Na, jetzt fahren Sie die letzten Meter noch“, fordert ihn ein Polizeibeamter freundlich aber bestimmt auf.

Natürlich gibt es weiterhin Fälle, in denen wir nur verwarnen.
Martin Plate, Polizeidirektor

Bevor er sein Rad weiterschiebt, will der junge Mann noch wissen, was das nun koste und wo er bezahlen müsse. „Natürlich gibt es weiterhin Fälle, in denen wir nur verwarnen“, sagt Polizeidirektor Plate. „Die Kolleginnen und Kollegen haben dafür ein gutes Gespür.“

Gespräche führen die Ordnungshüter mit vielen Passanten, denen die Fahrzeuge, Motorräder und Uniformen auffallen. Immer wieder fragt jemand, was denn los sei. „Keine Sorge“, beruhigen die Beamten. „Nur eine Kontrolle.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang