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Kunstwerk am Stadtteileingang

Karlsruhe: Wie ein altes Kunstwerk am großen Bulacher Kreisel neu zur Geltung kommt

Ein Kreisel ist kein Dorfplatz, schon klar. Bulachs neue Verkehrsinsel hat aber durchaus festtaugliche Dimensionen - wird jedoch zu einer historischen „Bleichwiese“. Dafür wird ein altes Kunstwerk wieder ins Licht gerückt.

Größer als übliche innerstädtische Kreisel: Am Bulacher Ortseingang wird künftig ein Kunstwerk auf die Historie des Stadtteils als Wäscherinnen-Dorf weisen. Foto: Jörg Donecker

Eine runde Sache ist die neue Eingangssituation in Bulachs Westen: Seit kurzem sind die monatelangen Bauarbeiten abgeschlossen, der durchaus imposante Kreisel am Ende der Pulverhausstraße freigegeben.

Dass der so eine stattliche Größe hat, kommt den Bulacher gelegen. „Die große Insel gibt uns mehr Gestaltungsraum“, sagt Manuel Hitscherich, der stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins im Gespräch mit BNN-Redakteur Gerhard Wolff. In die Kreisel-Mitte kommt übrigens ein Kunstwerk, dass früher mal an der Südtangente stand.

Mal abgesehen von der nicht ganz so einladenden Lage: Rein von der Größe wäre der neue Kreisel doch ein geeigneter Platz für künftige Dorffeste, oder?
Hitscherich

Das würde sich wirklich anbieten. Es ist ja tatsächlich ein recht großer Kreisverkehr geworden, das fällt schon auf.

Als Verkehrsplaner sind Sie vom Fach: Warum ist der Kreisel denn so groß ausgefallen?
Hitscherich

Normal sind innerorts Durchmesser von 30, 35 Metern. Dieser hat 40 Meter. Das liegt natürlich auch an der hohen Belastung durch Gewerbeverkehr, der von der Pulverhausstraße und dem Zubringer kommt, wie uns das Stadtplanungsamt damals erläuterte. Die Stadt wollte da, denke ich, auf der sicheren Seite sein, dass die Lkw alle gut durchpassen. Auch ist es geometrisch nicht einfach, die verschiedenen Straßen aus allen Richtungen optimal an den Kreisel anzubinden. Und für uns ist die große Kreisfläche letztlich auch gut: Die große Insel gibt uns mehr Gestaltungsraum.

Was kommt drauf auf die Insel? Die Gestaltungsfrage ist ja an einige Vorgaben gebunden …
Hitscherich

… das stimmt, ja. Das ist nicht so einfach. Für Kreisel außerhalb von Ortschaften gilt: Kunst darf nicht drauf, weil es die Verkehrssicherheit gefährden könnte. Innerorts ist das möglich, aber die Stadt ist diesbezüglich vorsichtig. Unsere Idee und unser Wunsch kann aber realisiert werden, das freut uns.

Wie man hört, wird ein älteres Kunstwerk sozusagen neu aus- und ins Kreisel-Licht gestellt?
Hitscherich

Genau, „Die Bulicher Wäsch“. Eine Wäscheleine, die an die Ursprünge Bulachs als das Wäscherinnendorf erinnert. Das Werk des Künstlerehepaars Barbara Jäger und OMI Riesterer stand früher am Bulacher Kreuz an der Südtangente, musste dann aber der Erweiterung der Lärmschutzwände weichen. Nach dem „Okay“ des Tiefbauamts kam Ende des Jahres auch grünes Licht von der städtischen Kunstkommission. Die Finanzierung hat der Bürgerverein durch Spenden Bulacher Firmen sowie Bürgerinnen und Bürger sichergestellt.

Wann kommt die Kunst in die Kreisel-Mitte?
Hitscherich

Bis zu den Sommerferien, hoffe ich. Das liegt jetzt in der Hand des Gartenbauamtes, das die Fläche zunächst noch etwas modelliert. Das sieht jetzt ja noch aus wie ein massiver Tafelberg. Später soll es dann mit dem Kunstwerk an eine Bleichwiese erinnern, wie es sie früher hier im Dorf gab.

Und eingeweiht wird das alles dann mit einem Kreisel-Fest?
Hitscherich

Kein Kreisel-Fest, aber wir wollen unseren traditionellen Bürgerbrunch dieses Jahr dann dort feiern, Stand jetzt im September.

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