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Niedrigster Wert seit zehn Jahren

Kriminalität in Karlsruhe in der Corona-Pandemie weiter gesunken

Die Kriminalität in Karlsruhe ist im zweiten Coronajahr erneut deutlich gesunken. Und nicht nur ist die Zahl an erfassten Delikten gesunken - das Polizeipräsidium Karlsruhe hat eine zweite sehr positive Tendenz verkündet.

Polizeieinsatz in Karlsruhe: Für 2021 hat das Polizeipräsidium einen erneuten Rückgang bei den Straftaten verzeichnet. Foto: Thomas Riedel

Die Kriminalität in Karlsruhe ist im zweiten Coronajahr erneut teils deutlich zurückgegangen. Die vom Polizeipräsidium Karlsruhe verzeichneten Straftaten gingen im vergangenen Jahr insgesamt um 10,7 Prozent zurück; das sind knapp 4.700 Fälle weniger.

Während die Kriminalität in Karlsruhe rückläufig war, legte die Aufklärungsquote zu. 65,7 Prozent aller erfassten Straftaten wurden geklärt. Das entspricht einer Steigerung um 1,9 Prozentpunkte. Polizeipräsidentin Caren Denner sprach von einer äußerst erfreulichen Entwicklung.

Besonders deutlich gingen die Fallzahlen bei den Diebstählen zurück. Im vergangenen Jahr wurden 3.307 Diebstähle gemeldet, das sind 26,3 Prozent weniger als noch 2020. Bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnete die Polizei einen Rückgang um 20,7 Prozent auf 357 Fälle - das entspricht ungefähr einem Einbruch täglich.

Den deutlichen Rückgang führt die Polizei einerseits auf Einschränkungen durch Corona zurück – beispielsweise mehr Arbeit im Homeoffice. Andererseits trügen auch Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen der Polizei Früchte, heißt es. Das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe bietet den Bürgern kostenlose Beratungen für mehr Einbruchschutz vor Ort an.

Um gut ein Viertel zurückgegangen ist die Straßenkriminalität. Gut 5.900 Straftaten verzeichnete die Polizei hier im Jahr 2021, die mit Abstand niedrigste Zahl seit zehn Jahren. Der größte Teil entfiel auf Diebstähle rund um Autos und Fahrräder. Fälle von Raub nahmen um 40 Fälle ab auf jetzt 68, Körperverletzungen gingen von 414 auf nunmehr 370 Fälle zurück.

Mehr Sexualdelikte erfasst

Dagegen verzeichnet die Kriminalstatistik in Karlsruhe mit einem Plus von 37,6 Prozent einen deutlichen Anstieg bei den Sexualdelikten. 776 Fälle wurden registriert.

Laut Polizei geht diese deutliche Steigerung auch auf eine gewachsene Sensibilisierung der Bevölkerung und das entsprechend gesteigerte Anzeigeverhalten zurück. Möglicherweise handle es sich um eine Aufhellung der Dunkelzimmer, erklärte ein Polizeisprecher.

Die Zahl der sexuellen Übergriffe stieg um sechs auf 30 Delikte, die der sexuellen Belästigungen um 26 auf 122 Delikte. Dagegen sank die Zahl der sexuellen Nötigungen um sieben auf elf Straftaten. In 163 Fällen kam es zu sexuellem Missbrauch. Das waren 23 Fälle weniger als 2020. Die Aufklärungsquote stieg hier um 7,2 Prozentpunkte auf 89,6 Prozent.

Mehr gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt

Ebenfalls nach oben gegangen sind die Fallzahlen rund um das Deliktsfeld der häuslichen Gewalt. Die Statistik verzeichnet einen Anstieg um mehr als die Hälfte auf 777 Fälle.

Merklich stieg die Zahl der angezeigten Körperverletzungsdelikte: Sie erreichte 579 Fälle, was einer Steigerung um 134 Fälle entspricht. Für die Entwicklung macht die Polizei zum einen die Pandemie mitverantwortlich. Zum anderen den Umstand, dass häusliche Gewalt mittlerweile vielfach kein Tabuthema mehr sei.

Hohe Schäden durch Schockanrufe

Betrügereien rund um Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und Schockanrufe hatten erneut Konjunktur. Insgesamt wurden 900 Fälle beim Polizeipräsidium Karlsruhe angezeigt, 45 Mal kamen die Betrüger zum Ziel. Kriminelle, die sich als falsche Polizeibeamte ausgegeben hatten, hatten 37 Mal Erfolg und richteten einen Schaden von 548.000 Euro an. In acht weiteren Fällen ergaunerten sie mit Schockanrufen etwa 166.000 Euro von ihren meist älteren Opfern.

Übergriffe gegen Polizeibeamte haben im vergangenen Jahr um elf auf 284 Fälle abgenommen. Dennoch wurden insgesamt 634 Polizistinnen und Polizisten im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe Geschädigte einer Straftat. Die rückläufigen Zahlen begründet die Polizei mit den coronabedingten Einschränkungen.

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