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Spendensammlung

KSC- und VfB-Fans helfen gemeinsam den Flutopfern

Hooligans und andere Fußballfans unterstützen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Koordiniert wird die Aktion von Anhängern des Karlsruher SC. Auch eigentlich eher ungewöhnliche Hilfe aus Stuttgart ist da willkommen.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft: Anhänger des KSC haben am Sonntag auf dem Messplatz Spenden für die Flutopfer gesammelt. Fußballfans aus ganz Deutschland unterstützen die Aktion. Foto: Thomas Riedel

Feindbild VfB? Ach was: KSC-Fans sammeln derzeit Spenden für die Flutopfer – und erfahren dabei große Unterstützung von Hooligans aus Stuttgart, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands. „Es geht hier um Menschlichkeit, nicht um Vereinsfarben“, sagt Achim Zipfel, der in der Karlsruher Szene aktiv ist.

Die erreichte am Donnerstag ein Hilferuf aus der Unwetter-Region: Der in Blankenheim im Ahrtal lebende KSC-Fan Mario Wackenhut meldete Land unter. „Sein Haus ist nicht betroffen. Aber weiter im Tal ist die Lage schlimm. Er fragte, ob wir etwas tun können“, berichtet Zipfel. Inzwischen koordinieren Zipfel und seine Mitstreiter eine Aktion, bei der mehr als zehn Tonnen Material bewegt werden.

Der Birkenparkplatz war zu klein

Als Zipfel gemeinsam mit René Meyer von den Blau-Weißen KSC-Freunden ihre Spendensammlung startete, wollten sie eigentlich die Autos auf dem Birkenparkplatz beim Stadion beladen.

„Nach einer halben Stunde war klar, dass die Sache ein Selbstläufer wird, der Zuspruch war enorm“, sagt Achim Zipfel. Also wich man gleich auf den größeren Messplatz aus. Dort wurden am Sonntag große Mengen Kleidung an den Malteser-Hilfsdienst übergeben, der diese weiter verteilt.

Kontakte gibt es zudem zum Roten Kreuz und zum Arbeiter-Samariter-Bund. KSC-Fans boten ebenso wie die Nock Gebäudereinigung an, ihre Fahrzeuge mit Hilfsgütern zu beladen. Zum Teil mit Anhänger versehen, ging es dann los: Sieben Transporter voller Lebensmittel und Hygieneartikel schickten die Helfer am Montag auf den Weg.

Der gebürtiger Durlacher Günter Gammelin verteilt Waren vom Euskirchener Stadtteil Palmersheim aus an diejenigen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Die Karlsruher werden inzwischen zudem von der Polizei von Ort zu Ort geleitet, damit die Menschen mit Essen, Getränken oder anderen Dingen versorgt werden. Stilles Wasser sei beispielsweise ein wichtiger Artikel, weil Leitungen ausfallen oder das Wasser verunreinigt ist. Zipfel berichtet von einer Familie in Bad Münstereifel mit fünf Kindern, die erst ihren VW-Bus wegschwimmen sah, dann ihr Haus verlor.

Per PayPal wird Geld gesammelt

Aufmerksam wurden die Karlsruher auf dieses Schicksal über einen Mainz-05-Fan, der mit einem Waldhof-Mannheim-Anhänger zusammenarbeitet. Dessen Schwester ist die Mutter der Familie. Für die KSC-Fans war klar: Da muss geholfen werden. „Ich wurde gefragt, ob wir auch Geldspenden annehmen“, berichtet Zipfel.

Er sagte ja, gab das Versprechen, den Betrag selbst auf 500 Euro aufzurunden. Mal wurden ihm dann zehn, mal 20 Euro in die Hand gedrückt. „Eine 14-Jährige gab mir fünf Euro und sagte, sie hoffe, ich kann damit jemandem helfen“, so der Fußballfan. Am Ende steckte er für die siebenköpfige Familie 2.000 Euro an Spenden in den Umschlag.

Spenden

Die von der KSC-Fan-Szene koordinierte Hilfsaktion geht weiter, es sind erneut Transporte geplant. Wer spenden möchte, kann dies per PayPal tun, dafür ist die Registrierungs-Adresse eifel.nrw@gmail.com eingerichtet.

Auf ein eigens eingerichtetes PayPal-Konto ging weiteres Geld ein, überwiesen von Fußballbegeisterten aus ganz Deutschland. „Wenn wir hören, dass jemand einen Lufttrockner braucht, helfen wir“, so Zipfel.

Er beobachtet, dass es den Betroffenen bei anderen Aktionen manchmal nicht leicht gemacht wird. „Da heißt es, sie sollen in Euskirchen Dinge selbst abholen. Wir haben gesehen, wie es die Autos umhergespült hat. Sollen die Menschen zu den Ausgabestationen hinlaufen und dann wieder zurück?“

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