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Kooperation von Stadt und EnBW

Künstliche Intelligenz im Einsatz: Smarter Poller regelt im Zirkel den Karlsruher Verkehr

Im Zirkel in Karlsruhe regelt ein innovativer Poller den Verkehr: Mittels Künstlicher Intelligenz kann das System berechtigte von unberechtigten Fahrzeugen unterscheiden. Auch im Passagehof wird es eine solche Anlage geben.

Smarter Poller: Die intelligente Barriere am Zirkel erkennt mit Hilfe künstlicher Intelligenz berechtigte Fahrzeuge und gibt ihnen den Weg frei. Foto: Joerg Donecker

Auf den ersten Blick wirkt die Poller-Anlage im äußeren Zirkel nahe dem Platz der Grundrechte wenig spektakulär. Doch in Wirklichkeit ist sie das. Die Technik ist hochmodern: Künstliche Intelligenz (KI) regelt hier den Verkehr.

Die Stadt Karlsruhe und die EnBW haben am Zirkel erstmals ein selbstlernendes Zufahrtsmanagement-System installiert. Die KI beruhigt den Verkehr, verbessert die Sicherheit und erkennt autorisierte Fahrzeuge. Nähert sich ein berechtigtes Fahrzeug, verschwindet der Poller wie von Geisterhand im Untergrund.

Das System besteht aus einem versenkbaren Poller und einer unscheinbaren Stele am Fahrbahnrand. Letztere beherbergt die Künstliche Intelligenz. Per Multi-Sensorik analysiert das System die Umgebung und erkennt Einsatzfahrzeuge wie Feuerwehrautos, Polizeiwagen, Rettungsdienste aber auch den kommunalen Ordnungsdienst sowie Lieferdienste und Anwohner.

Auch auf ortsfremde Einsatzkräfte kann das System trainiert werden. Die Anlage funktioniert also nicht per Fernbedienung sondern autonom. Im Lauf der Zeit lernt das System Stück für Stück dazu.

Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer und Durchfahrt für Einsatzkräfte möglich

Man wage mit dem Management-System etwas Neues, betonte Ordnungs-Bürgermeister Albert Käuflein (CDU) anlässlich des offiziellen Starts. Er erinnerte daran, dass der äußere Zirkel seit 2006 Fahrradstraße ist.

Während eine dauerhafte Sperrung Einsatzkräfte und andere Berechtigte ausbremse, sei man mit dem intelligenten System deutlich im Vorteil. Das unterstreicht auch der Chef des Ordnungsamts, Maximilian Lipp. Da das System nicht pauschal sondern individuell und nach Bedarf reagiere, greife man so wenig wie möglich und so viel wie nötig in den Verkehr ein. Dadurch mache man den Verkehr in der Innenstadt sicherer.

Vorreiterrolle durch Partnerschaft von Stadt und EnBW

Mit dem smarten Poller nimmt Karlsruhe laut Käuflein deutschlandweit eine Pionierrolle ein. Möglich macht dies die hier ansässige EnBW, wo man von einer „Innovationspartnerschaft“ spricht. Der Konzern steckt mitten im Wandel vom reinen Energieversorger hin zum umfassenden Infrastruktur-Anbieter.

Teil davon ist die EnBW BarrierSystems, wo diese und andere Anlagen für die Smart City der Zukunft entwickelt werden. Bei dem smarten Poller im Zirkel ist laut EnBW die Sicherheit der Daten jederzeit gewährleistet. Sie befinden sich demnach ausschließlich auf dem lokalen Rechner in der Stele neben der Poller-Anlage.

Dort wertet die Künstliche Intelligenz die Daten in Echtzeit aus und löscht sie anschließend sofort. Bilder werden keine übermittelt. Das System sei so konstruiert, dass eine Übertragung, ein unberechtigter Zugriff auf den optischen Sensor und eine Nachverfolgung technisch nicht möglich seien, heißt es. Über die Kosten machten die Verantwortlichen mit Hinweis auf den Pionier-Charakter des Projekts keine Angaben.

Eine weitere entsprechende Anlage mit zwei intelligent gesteuerten Pollern entsteht derzeit am Passagehof. In der Vergangenheit gab es dort öfters Lärmprobleme, etwa durch so genannte Autoposer. Die Projektverantwortung für den Bau dieser Anlage liegt – wie auch bei der Anlage im Zirkel – bei städtischen Tiefbauamt.

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