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Spitzenkandidatin der CDU als Ministerpräsidentin

Kultusministerin Eisenmann will es in „ungewöhnlichen Zeiten“ wissen

Für Susanne Eisenmann geht es um die Zukunft: Am Mittwochabend machte die CDU-Kultusministerin in Karlsruhe Halt zum öffentlichen Bürgergespräch auf ihrer Tour durch die Landtagswahlkreise im Ländle.

Auf Tour durchs Land: CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann will wissen, wie die Bürger ticken und wie ihre Chancen bei der Wahl stehen. Foto: Jörg Donecker

Von unserem Mitarbeiter Jürgen Hotz

Am 14. März 2021 ist Urnengang und Eisenmann will‘s wissen – so auch der mehrdeutige Titel der Veranstaltung. Nicht nur will die wissen, wie die Bürger ticken, sie will auch sondieren, wie ihre Chancen stehen. Um die 50 Interessierte, darunter der OB-Kandidat Sven Weigt (CDU) und der frühere Oberbürgermeister Gerhard Seiler, saßen mit ausreichend Abstand in der Gartenhalle.

Corona bestimmte auch die Rede der Ministerin in diesen „ungewöhnlichen Zeiten“. Sie dankte den Regelschulen, wie gut der Unterricht während der Pandemie liefe. Gleichzeitig stehe die Wirtschaft vor großen Herausforderungen: „Ausbildungsplätze sind um 80 Prozent reduziert worden.“

Um die Konjunktur anzukurbeln, seien sofortige Investitionen von zwei Milliarden Euro vorgesehen. „Zunächst müssen die Strukturen gestützt, dann Wissenschaft und Forschung zusammengeführt werden“, zeigte sie sich überzeugt, denn in Baden-Württemberg, speziell am KIT, würde viel entwickelt.

Künstliche Intelligenz und der Wasserstoffantrieb – „die Automobilindustrie ist eine Schlüsselindustrie in Baden-Württemberg“ – seien die Herausforderungen der Zukunft. „Was es heute nicht gibt, wird es auch morgen nicht geben“, gab sie zu bedenken.

Corona könnte zu mehr Wertschätzung unter den Menschen führen, hofft Eisenmann

Sie hoffte, dass Corona zu mehr Wertschätzung und Respekt unter den Menschen führen würde, „leider hört man oft nur Ich! Ich! Ich!“. Mehrmals erinnerte sie daran, dass jeder selbst entscheiden könne, aber die Politik müsse vorher die Rahmenbedingungen schaffen. Mit den Fragen „Welche Wege müssen wir gehen, um das Land in die Zukunft zu führen?“ und „Welche Ratschläge geben Sie mir?“ eröffnete Susanne Eisenmann die Fragerunde.

Fördergelder für Ganztagsangebote stünden zwar bereit, aber weshalb seien die Kommunen ausgeschlossen, wollte ein Zuhörer wissen. Hier läge der Grund in den „zwei Linien, die im Land gefahren werden“. Fördergelder sind gesetzlich an Angebote des Landes mit festen Tagen gebunden, wovon 20 Prozent der Schulen Gebrauch machten. 80 Prozent wählten die Flexibilität, die die Kommunen anbieten, weshalb diese auch für die Finanzierung zuständig seien.

Zum Corona-Regeln an Schulen gibt es viel Gesprächsbedarf

Ob Schulen bei der Maskenpflicht ihr Hausrecht wahrnehmen könnten, wollte eine Zuhörerin wissen. Eisenmann sah es „klar geregelt“: In der Grundschule herrsche keine Maskenpflicht, es sei denn, man komme freiwillig überein, Masken zu tragen.

Ein anwesender Schulleiter mahnte Unterstützung bei der „Didaktik des Fernunterrichts“ an. Es gäbe keine sinnvollen Online-Seminare. Eisenmann räumte, um Entschuldigung bittend, ein: „Da wurden wir überrascht.“ Gleichwohl sei man am Thema dran.

Unternehmen, die im Ausland günstiger produzieren lassen wollen, könne man nicht daran hindern, so die Ministerin auf eine weitere Frage, aber „wir können Rahmenbedingungen schaffen, dass die Wertschöpfung im Land bleibt“.

Was sei von einer Ministerpräsidentin Eisenmann zu erwarten, fragte ein anderer Schulleiter. „Wir brauchen Vielfalt – mit Werkrealschule und Realschule.“ Nicht jeder könne Abitur machen, so Eisenmann: „Auf den Beweis, dass der promovierte Kulturwissenschaftler mehr verdient als der Schreiner, warte ich heute noch.“

Ein Besucher konstatierte nach der gut zweistündigen Veranstaltung: „Ich bin sehr beeindruckt. Die Fragen hat sie kompetent und schlüssig beantwortet. Hut ab!“

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