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Unterlassungserklärung abgegeben

Kunden wurden getäuscht: „Karlsruher Apfelsaft“ ist grob irreführend

Der „Karlsruher Apfelsaft“ ist Geschichte. Vorerst zumindest.

Im Produkt, das als „Karlsruher Apfelsaft” verkauft wurde, war kein Apfel aus Karlsruhe enthalten. Foto: Adobe Stock

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat die Radolfzeller Firma Schlör Bodensee-Fruchtsaft wegen grob irreführender Werbung abgemahnt.

„Mit Ortsschild und dem Produktnamen „Der Karlsruher Apfelsaft“ wurde ein Ortsbezug suggeriert, der tatsächlich gar nicht vorhanden war“, teilen die Stuttgarter Verbraucherschützer jetzt auf BNN-Nachfrage mit.

Streuobstinitiative hatte sich beschwert

Was war passiert? Die Streuobstinitiative des Landkreises mit Sitz in Bruchsal hatte den Stein – oder besser den Apfel – Ende Juni ins Rollen gebracht. Der Vorwurf: Im Bio-Saft unter dem Label „Karlsruher Apfelsaft“ ist kein einziger Karlsruher Apfel enthalten. Die BNN konfrontierten Schlör damit im Juni, woraufhin der Geschäftsführer unumwunden einräumte: „Ja, das stimmt.“

Mit der Berichterstattung in den BNN war die Sache nun aber auch ein Fall für die Verbraucherschützer. Und die haben reagiert: „Verbraucher, die ein regionales Produkt aus Äpfeln eines bestimmten Landkreises kaufen wollten, wurden vom Hersteller über die Herkunft der Äpfel getäuscht“, so die Begründung für die Abmahnung.

Man habe Schlör aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, was der Hersteller auch tat. Er dürfe nun nicht mehr mit dem Ortsbezug zu Karlsruhe und der Produktion des Apfelsaftes mit Karlsruher Äpfeln werben, wenn diese tatsächlich nicht aus den beworbenen Anbaugebieten oder dem Landkreis stammen.

Wir sind sauber. Und damit ist jetzt auch gut.
Klaus Widemann, Schlör-Geschäftsführer

„Für uns ist das Thema damit erledigt“, erklärt Schlör-Geschäftsführer Klaus Widemann gegenüber den BNN. „Wir sind sauber. Und damit ist jetzt auch gut.“

Man habe schließlich den Fehler eingeräumt, so Widemann. „Das ist ein Thema von vorgestern“, findet der Saftproduzent. Mittlerweile findet man im Supermarkt Bio-Apfelsaft der Firma Schlör unter ähnlicher Aufmachung und dem Namen „Der heimische Apfelsaft“.

Ist das nun der Ersatz für den vermeintlichen Karlsruher Saft? Widemann gibt sich zugeknöpft: „Das ist ein eigenständiges Produkt.“ Er erklärt aber zugleich: „Wir werden nächstes Jahr auch Äpfel aus dem Landkreis Karlsruhe kaufen und arbeiten mit der ZG Raiffeisen zusammen.“ Ausschließen, dass also künftig wieder das Wort Karlsruhe auf dem Logo prangt, will Widemann daher nicht.

Die Ernte ist nahezu zerstört

Die Streuostinitiative mit Sitz in Bruchsal ist als Verein organisiert. Er vermarktet das Obst von gut 280 Wiesenbesitzern oder -Pächtern. Gewinne aus dem Verkauf des „Äpfele-Safts“ werden in Naturschutz-Projekte im Kreis investiert. Auch sämtliche Äpfel städtischer Karlsruher Wiesen werden von der Initiative versaftet. Allein in diesem Jahr war die Apfelernte mager. Zwei Frostnächte im April haben vielen Erzeugern die Ernte nahezu zerstört.

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