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Zum Teil Preiserhöhung

KVV ändert Tageskarten-Tarife ab August

Ab August steigen die Fahrkartenpreise des KVV teils spürbar. Auch die Tarife für Tagestickets will der KVV anpassen. Die Änderung hält gute Nachrichten parat – aber nicht für alle.

Nicht für alle wird es teurer: Der Karlsruher Verkehrsverbund ändert ab August auch seine Tageskarten-Tarife. Foto: Jörg Donecker

Ab 1. August werden Fahrten mit Bus und Bahn im Netz des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) für viele Nutzer teurer. Im Zuge der umstrittenen Tarifanpassung ändert der Verbund auch die Preisstruktur bei den Tageskarten – mit unterschiedlichen Auswirkungen.

Bislang gab es die Citykarte, die für Fahrten in bis zu drei Waben berechtigt, und die Regiokarte für das ganze Netz jeweils nur für eine Person oder aber für bis zu fünf Fahrgäste.

Ab August sind die beiden Tageskarten-Varianten jeweils für ein, zwei, drei, vier und fünf Fahrgäste erhältlich. „Dadurch bieten wir unseren Kunden eine preisgünstige Flexibilisierung in diesem Ticketsortiment, ähnlich wie es diese ja auch zum Beispiel seit einiger Zeit beim Baden-Württemberg-Ticket der Deutschen Bahn gibt“, stellt der KVV dazu auf Anfrage fest.

Vierer- und Fünfer-Gruppen fahren im KVV teurer

Die neue Staffelung bringt all jenen Vorteile, die alleine oder maximal zu dritt unterwegs sind. Für Vierer- oder Fünfer-Gruppen werden die Tageskarten dagegen teurer.

Beispiel: Kostet die Regiokarte für bis zu fünf Personen derzeit noch 20,50 Euro, werden künftig 22,20 (vier Personen) beziehungsweise 26 Euro (fünf Personen) fällig. Bei der Citykarte sind es für vier Kunden statt aktuell 11,20 dann 14 Euro und für die Fünfer-Gruppe 16,80 Euro.

Vor allem die „Alleinfahrer“ und Duo-Nutzer profitieren dagegen von der Änderung. Im Drei-Waben-Bereich sind künftig nur noch 5,60 statt 6,70 für die Single-Tageskarte fällig.

Heißt auch: Die Tageskarte für drei Zonen ist nun günstiger als zwei Einzeltickets (7,60 €) und selbst bei Fahrten in zwei Waben im Vergleich zu zwei Einzeltickets nicht mehr teurer. Dort kostet ja künftig eine Einzelfahrt 2,80 Euro.

Eine oder zwei Personen profitieren von neuen KVV-Tarifen

Auch zwei Personen fahren mit der Citykarte künftig günstiger, bei drei ist der Ticketpreis gleich. Bei der Regio-Variante liegt auch der künftige Preis für drei Personen noch unter dem jetzigen (18,40 statt 20,50 Euro).

Eine Person zahlt künftig 10,80 statt 11,80, zwei Personen zahlen 14,60 Euro. Die Hauptnutzer der Tagestickets sind nach KVV-Angaben eine oder zwei Personen, durch die Preissenkung solle die Attraktivität für diese Zielgruppe erhöht werden.

Eigene Kinder beziehungsweise Enkelkinder unter 15 Jahren fahren bei den Tageskarten ab August grundsätzlich kostenlos bei ihren Eltern oder Großeltern mit.

Bei den Kinder-Tagestickets bleibt es bei der bisherigen Staffelung (eine oder bis zu fünf Personen), da diese Karte von Schulen als Gruppenfahrschein genutzt werde, so der KVV. An eine Rückkehr zu der 24-Stunden-Karte denke der Verbund nicht, dies entspräche auch der Linie der allermeisten Verkehrsverbunde.

Erhöhung der KVV-Tarife zum Sommer sorgt für Kritik

Ab 1. August steigen die Preise des KVV durchschnittlich um 3,8 Prozent, nachdem die übliche Anpassung im Vorjahr ausgesetzt worden war.

Unter anderem auch deshalb, weil die temporäre Mehrwertsteuersenkung nicht weitergegeben werden konnte. Dass jetzt schon im Sommer und nicht wie sonst zum großen Fahrplanwechsel im Winter erhöht wird, sorgte auch intern für Kritik.

CDU-Stadtrat und KVV-Aufsichtsratsmitglied Sven Maier hält die faktisch vorgezogene Erhöhung für ein „falsches Signal“. Im Winter hätte er die Anpassung mitgetragen.

Sein Argument: Beim Fahrplanwechsel tue sich auch immer etwas beim Angebot, insbesondere dieses Jahr. Die Fertigstellung der Kombilösung sei eine „Zäsur“ und bringe „auf jeden Fall Verbesserungen, davon bin ich überzeugt.“

Auch im Hinblick auf die Pandemie-Auswirkungen hielten Maier und CDU-Aufsichtsratskollegin Bettina Meier-Augenstein die Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Nach dem Einbruch der Fahrgastzahlen gehe es auch darum, das Vertrauen der Kunden in ÖPNV zurückzugewinnen.

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