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Pegel steigt

Höhepunkt des Hochwassers steht in Karlsruhe-Maxau noch bevor

Das Hochwasser steigt, der Schiffsbetrieb auf dem Rhein ist eingestellt. Um ihren Betrieb nicht unterbrechen zu müssen, haben die Unternehmen im Karlsruher Rheinhafen jedoch einen Plan B.

Der Pegel steigt: Wie hier nahe Maxau ist der Schiffsverkehr eingestellt; im Rheinhafen geht der Betrieb trotz geschlossenen Sperrtors zunächst weitgehend normal weiter. Foto: Jörg Donecker

Im Weiherwald zwischen Bulach und dem Weiherfeld stehen die Bäume über größere Flächen unter Wasser, auch der Oberwald ist stellenweise sumpfig geworden – vor allem dort, wo der Wetterbach das Gelände durchzieht.

Schon stehen am Rheinstrandbad sichernde Spundwände, und auch wenn die Hydrologen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) bis Donnerstag mit einem eher stagnierenden Pegel rechnen, ist für die Experten doch sicher, dass am Freitag das Hochwasser weiter steigt.

Am Mittwoch Abend lag der Pegel Maxau bei 8,30 Metern, ab 7,50 Metern gilt die Hochwasserstufe 2, ab der jeglicher Verkehr auf dem Rhein verboten ist.

Warnung vor Querströmungen bei Karlsruhe

Das gilt auch für Paddelboote, wie Erich Attig unterstreicht. Er ist stellvertretender Abteilungsleiter für Kanu-Sport beim Skiclub Karlsruhe und warnt Wassersportler eindringlich vor den Gefahren durch die Wassermassen.

Das Hochwasser drücke auf Ränder und Mündungen, gefährliche Querströmungen träten auf: Es habe schon seinen Sinn, in diesen Zeiten nicht aufs Wasser zu gehen. Zumindest können sich Paddler auf dem Altrhein rund um Rappenwört tummeln.

Was mancher auch gern tut – schon weil Hochwasser-Ereignisse in der Vergangenheit eher im kalten Winter als im Sommer anzutreffen waren.

Doch auch das kann Gefahren bergen. Erfahrene Wassersportler denken etwa an umstürzende Bäume. Das passiert vor allem dann, wenn (Hoch-)Wasser das Wurzelwerk auswäscht und stürmischer Wind an den Kronen zerrt.

Die Bootshäuser nahe dem Rheinstrandbad sind nach Auskunft von Erich Attig übrigens sicher vor dem aktuellen Hochwasser; es sei denn, es erreicht unerwartete Höhen.

Hochwassergefahr im Hafen Karlsruhe gebannt

Aus Sicht von Eric Weiß ist mit der Schließung des Hafensperrtors erst einmal die Gefahr für die dortigen Betriebe und ihre Wirtschaftsflächen gebannt.

Der Betrieb könne dennoch annähernd regulär weitergehen, sagt der erfahrene Hafenmeister – auch wenn der Schiffsverkehr wie gegenwärtig am Boden liegt.

Selbst transportintensive Unternehmen wie ELG oder Cronimet können vieles vom Wasser auf die Schiene oder die Straße verlegen, damit der Betrieb nicht ins Stocken kommt. Und auch das Rheinhafen-Dampfkraftwerk der EnBW kann seine Steinkohle-Lieferungen vorübergehend per Bahn abwickeln.

Im Ölhafen findet derzeit kein Tankbetrieb statt, auch hier ist die Pegelhöhe von 7,50 Metern maßgeblich. Einige Tankschiffe liegen bis auf weiteres auf Reede; die Besatzungen warten auf bessere Zeiten. Der Nachschub an Benzin und Diesel ist aber auch hier über den Landweg gesichert.

Karlsruher Hafenmeister appelliert an Hochwasser-Touristen

Hafenmeister Weiß denkt aber auch an die Fauna im Bereich des Rheinhafens und richtet einen Appell an Hochwasser-Schaulustige, die sich möglicherweise bei weiterem Steigen des Pegels jenseits des Hafensperrtors einfinden:

Sie sollten unbedingt Rücksicht auf Rehe nehmen, die sich auf den schmaler werdenden Landzungen aufhalten und denen im Zweifel das Hochwasser die Fluchtmöglichkeit abschneidet. Am Besten sei es ohnehin, den Hochwasser-Tourismus zu unterlassen.

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