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Karlsruhe bleibt fahrradfreundlich

Mehr Platz für Radfahrer in der Karlsruher Oststadt

Um „Dooring”, also Unfälle, bei denen Radfahrer auf Autotüren prallen, zu verhindern, baut Karlsruhe die Radwege weiter aus. Rund um den Karl-Wilhelm-Platz ist ein zwei Meter breiter Radweg entstanden – und es sind noch mehr geplant.

Autos haben hier nichts verloren: Der zwei Meter breite Radfahrstreifen auf Höhe des Karl-Wilhelm-Platzes darf im Gegensatz zu einem Schutzstreifen nicht von Autos befahren werden. Foto: Peter Sandbiller

Die Karlsruher Verkehrsplaner setzen weiter auf das Fahrrad. Mit der aktuell um- und neugebauten Radroute 15, die das Durlacher Tor, die Oststadt und Hagsfeld auf einer Strecke von insgesamt 3,5 Kilometern miteinander verbindet, sollen noch mehr Pendler von außerhalb für das Zweirad motiviert werden.

Rund um den Karl-Wilhelm-Platz in der Oststadt sind die Markierungen auf einer Länge von 700 Metern fertig. „Eigentlich war geplant, mit den Umbauarbeiten zu warten, bis die Bahnhaltestelle umgebaut wird. Da dies jedoch noch eine Weile dauert, haben wir den Radweg vorgezogen”, erklärt Martin Kissel, Leiter des Karlsruher Tiefbauamts.

Kosten von rund 2,5 Millionen Euro

Kissel betont, dass es sich bei dem neuentstandenen zwei Meter breiten Weg um einen Radfahr- und nicht um einen Schutzstreifen handele. Dieser dürfe deshalb nicht von Autos überfahren werden. Die Kosten dieses Teilprojekts belaufen sich laut Kissel auf eine Million Euro.

Vom Radverkehrsanteil – 700.000 Euro – übernimmt das Land Baden-Württemberg die Hälfte, also rund 350.000 Euro. In die Radroute 15 wurden laut Kissel bisher insgesamt 1,8 Millionen Euro investiert. Die Gesamtkosten des Projekts seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht exakt abzuschätzen, dürften sich jedoch auf etwa 2,5 Millionen Euro belaufen.

Radfahreranteil im innerstädtischen Verkehr hat sich seit 2002 verdoppelt

Der Radfahreranteil im innerstädtischen Verkehr lag im Jahr 2019 bei 31 Prozent. Er hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2002 verdoppelt. Bei den Pendlern, die von außerhalb in die Stadt radeln, sieht Oberbürgermeister Frank Mentrup aber noch Luft nach oben. Die Neugestaltung der Radwege solle die Anbindung von Stutensee und Bruchsal an Karlsruhe verbessern.

Ich habe von Anwohnern auf dem Land gehört, dass der Weg durch die Oststadt sehr unfreundlich und gefährlich war.
Frank Mentrup, OB von Karlsruhe

„Ich habe von Anwohnern auf dem Land gehört, dass der Weg durch die Oststadt sehr unfreundlich und gefährlich war”, so Mentrup. Auch für sie soll die Radroute 15 ein Ansporn sein, künftig mehr auf das Rad zu setzen.

„Gerade die Situation am Durlacher Tor war für Radfahrer heikel. Dort mussten sie sich mit Autos und Schienen auseinandersetzen. Nun haben sie einen eigenen, breit ausgebauten Radweg, der sicheres Fahren ermöglicht.”

Stadt und Bürgerverein haben eine Lösung für die Parkplätze gefunden

Die Anwohner der Karl-Wilhelm-Straße zeigten sich zu Beginn der Planungen nicht begeistert von der Idee, dass die Parkplätze entlang der Fahrbahn zugunsten des Radwegs weichen müssten.

Laut Mentrup gab es „eine zufriedenstellende, gemeinsame Lösung, die gemeinsam mit dem Bürgerverein gefunden wurde”. In den Seitenstraßen sollen zusätzliche Parkflächen geschaffen werden. Außerdem werden die Anwohnerparkzonen neu sortiert und erweitert, kündigt Mentrup an.

In einem nächsten Schritt steht die Neuordnung des Radwegs am Hirtenweg an. Radfahrer, die von der Haid-und-Neu-Straße in den Hirtenweg abbiegen möchten, bekommen eine eigene Abbiegespur.

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