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Landgericht Karlsruhe

Mord war sein Beruf: Richter Leonhard Schmidt war zehn Jahre lang für die spektakulären Kriminalfälle in Karlsruhe zuständig

Paulus-Prozess, Vermisste Vietnamesin und Tragödie von Tiefenbronn: Zehn Jahre lang war Leonhard Schmidt als Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer am Landgericht Karlsruhe für aufsehenerregende Kriminalfälle in der Region zuständig. Im Exklusiv-Gespräch mit den BNN lässt der 65-Jährige diese aufregende Zeit Revue passieren.

Nachdenklich: Leonhard Schmidt spricht im Gespräch mit den BNN über seine zehn Jahre als Vorsitzender Richter der Schwurgerichtskammer und mögliche Fehlurteile. Foto: Peter Sandbiller

Wenn Leonhard Schmidt seinen Kopf leicht zur Seite legte, die Augen Richtung Decke verdrehte und mit den Fingerkuppen aus die Richterbank trommelte, waren das oft die Vorboten für einen emotionalen Ausbruch. Dann erhob der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer am Landgericht Karlsruhe die Stimme und wies einen Zeugen oder einen Verteidiger mit klaren Worten zurecht.

„Je älter ich wurde, desto dünner wurde mein Geduldsfaden“, sagt der 65-jährige Jurist rückblickend. „Da musste ich in gewissen Situationen meinem Unmut einfach Luft machen“. Wenn Zeugen sich partout nicht erinnern wollten, hat ihn das ebenso in Rage versetzt wie Scheinanträge zur offensichtlichen Verschleppung eines Verfahrens.

„Ich halte mich nicht für unentbehrlich“

Künftig muss sich Schmidt jedoch nicht mehr so viel aufregen. Ende August wurde er offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Eine mögliche Verlängerung seiner Amtszeit hat er nicht beantragt. „Ich halte mich nicht für unentbehrlich und kann auch loslassen“, betont Schmidt.

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