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Kulissen für Instagram und TikTok

Karlsruhe bekommt im Herbst ein Selfie-Museum

Schrillige Fotos schießen in bunten Kulissen: Das ist in einem Selfie-Museum möglich. Karlsruhe soll bald das bislang größte in Baden-Württemberg bekommen.

Bild mit Boxsack: Solche Fotos lassen sich beispielsweise in einem Selfie-Museum schießen, wie es Theresa Wensauer (im Bild) in Karlsruhe eröffnen will. Foto: Tobias Kuentzle

Köln hat eins, Düsseldorf auch, Berlin sowieso: Bald kann sich Karlsruhe einreihen in die Liste der Städte, die ein Selfie-Museum vorweisen können. Im November will die 25-jährige Theresa Wensauer es eröffnen. Nur: Was genau ist eigentlich ein Selfie-Museum?

„Ich will einen Hotspot für Fotografie in Karlsruhe erschaffen“, sagt Wensauer. Bei einem Selfie-Museum handelt es sich um eine Ausstellung mit unterschiedlichen Kulissen, in denen die Besucher Fotos von sich schießen können. Die Gäste können sich zum Beispiel in einer Dschungel-Szene, in einem Raum voller Glitzer oder in einem quietschbunten Bällebad ablichten lassen.

Knallige Farben und die perfekte Beleuchtung sind dabei Pflicht. Die entstandenen Fotos kommen in sozialen Medien gut an – daher auch der alternative Name „Instagram-Museum“. Macherin Theresa Wensauer will mit ihrer Ausstellung in Karlsruhe speziell Mädchen und Frauen erreichen. „In Karlsruhe gibt es nur wenig Freizeitaktivitäten, die man gemeinsam bei schlechtem Wetter machen kann“, sagt sie.

Gründerin hat sich während Corona mit Fitnessstudio selbstständig gemacht

Das Selfie-Museum soll daher ein Ort sein, an dem sich Menschen mal wieder treffen und zusammen etwas erleben können – trotz und gerade wegen des langen Lockdowns, der hinter der Gesellschaft liegt. „Ich hoffe, dass wir den Winter über geöffnet haben können“, sagt sie. Sorgen macht ihr die ungewisse Zukunft angesichts der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen aber dennoch.

Wensauer weiß, wovon sie spricht: Zum 1. November des vergangenen Jahres hatte sie ein Fitnessstudio in Ettlingen übernommen und vom ersten Tag an viele Monate lang geschlossen gehabt. Die gelernte Bürokauffrau ließ sich davon aber nicht unterkriegen. „Das hat mir Zeit gegeben, mich neu zu orientieren“, erinnert sie sich. „Wenn man zu Hause sitzt, kommen so viele neue Ideen.“

Es ist toll, etwas ganz Neues nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Theresa Wensauer, Macherin des Karlsruher Selfie-Museums

So war schnell der Wunsch nach Karlsruhes erstem Selfie-Museum geboren. Eine ähnliche Einrichtung hatte Wensauer 2019 in Thailand besucht. Die Karlsruher Ausstellung konzipiert sie komplett alleine. Mehr als 30 verschiedene Kulissen hat sie geplant. „Es ist toll, etwas ganz Neues nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.“

Welche Fotokulissen genau die Besucher im Karlsruher Selfie-Museum erwarten, steht noch nicht endgültig fest. Auf jeden Fall will Wensauer ein Auto voller Blumen anbieten, ein Bällebad und eine regionale Kulisse mit Karlsruhe-Bezug. „Die Pyramide ist allerdings zu groß dafür“, sagt sie schmunzelnd. Auch saisonale Besonderheiten etwa zu Halloween oder Weihnachten kann sie sich vorstellen.

Karlsruher Selfie-Museum eröffnet im November 2021 in Mühlburg

Den Mietvertrag für die Räume in Mühlburg hat Wensauer vor wenigen Tagen unterschrieben, eröffnen will sie das Museum im November. Die Exponate und Kulissen sollen weitestgehend in Eigenleistung entstehen. Wensauer hat bereits einen Instagram-Account für das Museum erstellt und ist überwältigt von den Rückmeldungen, die sie darauf schon bekommen hat. Sogar auf der offerta wird sie nun mit einem Stand vertreten sein und Gutscheine für die Eröffnungs-Vernissage verlosen.

Dass Karlsruhe bereit ist für ihr Museum, daran besteht für die 25-Jährige kein Zweifel: „Es wird das größte Selfie-Museum Baden-Württembergs“, kündigt sie an. Ursprünglich hatte sie geplant, direkt gegenüber des ECE-Centers im Stadtzentrum zu eröffnen. Da der Mietvertrag dort aber auf sich warten ließ, unterschrieb sie stattdessen für eine größere Fläche nahe der B36 in Mühlburg. „Dort haben wir viel mehr Platz und schöne, große Fensterfronten“, schwärmt die Karlsruherin.

Wie lange das Museum bestehen soll, ist noch nicht klar

29 Euro soll ein Ticket für zwei Stunden freies Fotografieren im Karlsruher Selfie-Museum kosten. Einen Euro pro Ticket will Wensauer an soziale Zwecke spenden. Wegen Corona wird die Personenzahl zunächst begrenzt sein. Und auch die Existenz des Museums könnte irgendwann ein Ende finden: Wensauer will sich offen lassen, wie lange das Konzept trägt. „Vielleicht ist es nur ein Pop-up-Modell für zwei oder drei Jahre“, sagt sie.

Vielleicht folgen auf Instagram und TikTok auch ganz neue soziale Netzwerke, deren Nutzer andere Bedürfnisse haben als schöne Kulissen und bunte Requisiten. Theresa Wensauer jedenfalls ist bereit, sich in diesem Fall wieder etwas Neues einfallen zu lassen.

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