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Viele Trunkenheitsfahrten

Nachtfahrverbot von E-Scootern am Wochenende in Karlsruhe ist aufgehoben

Ende 2019 hatten die Stadt Karlsruhe und die Anbieter reagiert: Wegen zu vieler Unfälle betrunkener E-Scooter-Fahrer konnten die Gefährte am Wochenende nachts nicht mehr genutzt werden. Warum die Regel nun nicht mehr gilt.

Stehen auch nachts wieder zur Verfügung: Die E-Scooter von vier verschiedenen Anbietern können in Karlsruhe wieder rund um die Uhr genutzt werden. Foto: Peter Widmann/Imago Images

Sie flitzen durch die Stadt, stehen überall herum und haben mindestens so viele Freunde wie Feinde: In Karlsruhe gibt es mittlerweile E-Scooter von vier verschiedenen Anbietern. Seit im Herbst 2019 mit Voi die erste Scooter-Firma in die Stadt gekommen ist, passieren auch immer wieder Unfälle mit den agilen Gefährten – nicht selten, weil deren Fahrer betrunken sind oder verbotenerweise zu zweit auf den Rollern stehen.

Schon nach wenigen Wochen war die Stadtverwaltung 2019 auf die Bremse getreten: Mit den Anbietern der E-Scooter einigte man sich damals darauf, in den Nächten auf Samstag und Sonntag ab 23 Uhr keine Fahrten mehr zu ermöglichen.

Ursprünglich war sogar vorgesehen, die Roller nachts komplett einsammeln zu lassen, „um eine gewisse Ordnung im Stadtbild sicher zu stellen“, erklärt die Pressestelle des Rathauses. Weil das aber nicht nachhaltig gewesen wäre, entschied man sich stattdessen für die nächtliche Sperre per Software.

Nächtliche Sperre der E-Scooter in Karlsruhe wegen Corona aufgehoben

Der Schritt war ungewöhnlich, kaum eine andere Stadt setzte ähnliche Beschränkungen durch. „Unsere E-Scooter bieten für viele auch nachts eine wichtige Mobilitätsalternative, zum Beispiel wenn sie die letzte Bahn verpasst haben oder sich auf der Straße unsicher fühlen“, erklärt Voi-Sprecher Caspar Spinnen.

Wegen des ausgedünnten nächtlichen ÖPNV-Takts an Werktagen erfolgte das Verbot auch ausschließlich am Wochenende, betont die Stadtverwaltung – also dann, wenn als Alternative beispielsweise Nightliner unterwegs sind.

Nach einem Jahr sollte evaluiert werden, ob eine nächtliche Sperre die Unfallzahlen erfolgreich senken könne. Doch schon nach wenigen Monaten kam Corona – und damit alles anders: Einige Anbieter stellten ihren Betrieb vorübergehend komplett ein.

Größere Auffälligkeiten im Verhältnis zu den Werktagen haben sich nicht ergeben.
Stadt Karlsruhe

Im weiteren Pandemieverlauf wurden die Roller aus Hygienegründen als Alternative zum ÖPNV aber wieder beliebter. Die Stadt verständigte sich deswegen mit den Anbietern darauf, die nächtlichen Verbote am Wochenende aufzuheben. „Größere Auffälligkeiten im Verhältnis zu den Werktagen haben sich seitdem nicht ergeben“, so die städtische Pressestelle.

Karlsruher Polizei verzeichnet nach wie vor viele Trunkenheitsfahrten auf E-Scootern

Die Karlsruher Polizei hat im Zeitraum von Januar bis August 2021 insgesamt 303 E-Scooter-Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verzeichnet. „Um dem Problem der Trunkenheitsfahrten entgegenzuwirken, testen wir aktuell an ersten Standorten eine neue Sicherheitsfunktion“, lässt Voi-Sprecher Spinnen wissen – ohne Details zu nennen.

Das Unternehmen fände es aber unfair, alle Scooter-Nutzer „auf Basis der Vergehen einiger Unbelehrbarer zurück in die Nutzung des privaten Pkws zu drängen.“ Es gebe Alternativen zu einem nächtlichen Fahrverbot: „Ein Beispiel wäre, zu evaluieren, in welchen Gebieten sich die Vorfälle vorwiegend ereignen und dort gezielte Maßnahmen einzuführen, wie zum Beispiel Parkverbotszonen.“

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