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Karoline-Luise- statt Friedenstunnel

Name für Tunnel unter der Karlsruher Kriegsstraße steht fest

Karlsruhe setzt auf Geschichte: Bei der Benennung des Tunnels unter der Kriegsstraße kommt die Badische Markgräfin Karoline Luise von Baden zum Zug. Tunnel in Karlsruhe erhalten generell weibliche Namen. Die Fertigstellung des Tunnels ist für Ende 2021 geplant.

Noch wird gebaut: Unter der Kriegsstraße entsteht ein Autotunnel, hier beim Karlstor gibt es derzeit noch Einblicke. Foto: Peter Sandbiller

Einen Friedenstunnel unter der Kriegsstraße wird es nicht geben. Vielmehr soll die Röhre nach Markgräfin Karoline Luise von Baden benannt werden. Formal muss dem der Gemeinderat Ende September noch zustimmen.

Tunnel werden in Karlsruhe traditionell nach Frauen benannt. An der Südtangente beispielsweise gibt es den Edeltrudtunnel. Namenspatin war hier die Ehefrau der früheren Oberbürgermeisters Otto Dullenkopf. Die Markgräfin wiederum hätte es theoretisch auch auf ein Straßenschild schaffen können: Karoline Luise stand bereits seit einigen Jahren auf einer entsprechenden Vormerkliste.

Nun macht die Stadt auch einen örtlichen Bezug für die Tunnelbenennung nach der Frau aus, die 1751 Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach heiratete. Karoline Luise entwickelte nämlich ein breit gefächertes Interesse an den Natur-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften sowie der bildenden Kunst und Musik.

Name vor allem für Feuerwehr und Polizei relevant

In der Folge baute sie umfangreiche private Sammlungen auf: Das Mahlerey-Cabinet und das Naturalien-Kabinett bildeten die Grundstöcke für die heutige Staatliche Kunsthalle und das Naturkundemuseum. Letzteres trennt nur der Nymphengarten von der Kriegsstraße und damit dem künftigen Karoline-Luise-Tunnel. Auf diese Schreibweise verständigte man sich, weil Karoline Luise von Baden in Publikationen stets mit ihren beiden Vornamen genannt wird. Zudem gibt es in Beiertheim bereits eine Karolinenstraße. Diese wurde nach Friederike Karoline von Baden benannt, der Enkelin der Markgräfin.

Dass der Kriegsstraßentunnel überhaupt getauft wird, hat mit der Anbindung an verschiedene Dienststellen zu tun: Er muss unter anderem in das System von Polizei und Feuerwehr eingespeist werden – was namenlos nicht ginge.

Die Autoröhre unter der Kriegsstraße ist insgesamt 1,6 Kilometer lang. Sie reicht von der Autorampe westlich des Karlstors bis zum Knotenpunkt Ostendstraße in der Ludwig-Erhard-Allee. Dadurch soll der Durchgangsverkehr zügig vorankommen, während die Kriegsstraße oben entlastet werden soll. Dort rollen dann Bahnen durch eine begrünte Trasse. Fußgänger und Radfahrer bekommen breite Wege entlang der Straße – und zusätzlich gesicherte Fußgängerübergänge auf Höhe der Ritter-, Lamm- und Kreuzstraße.

Autofahrer, die direkt in die City wollen, können den Autotunnel über die Verbindungsrampen Ritter- und Lammstraße verlassen. Das Parkhaus des Einkaufscenters Ettlinger Tor wird eine eigene Ein- und Ausfahrt für den Tunnel erhalten. Fertig soll der Tunnel Ende 2021 sein.

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