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Auseinandersetzung der Arten im Blick

Das bietet die Ausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ im Naturkundemuseum Karlsruhe

Das Naturkundemuseum Karlsruhe zeigt aktuell die neue Landesausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“. Sie ist noch bis zum 11. September 2022 zu sehen.

Ausgestopfte Tiere
Umfassender Einblick: Die Landesausstellung läuft noch bis zum 11. September. Besucher sollen mehr über den Artenwandel am Oberrhein erfahren. Foto: Jörg Donecker

Die Natur ist seit jeher einem fortlaufenden Wandel unterlegen. Alte Arten sterben aus, neue Arten treten hinzu. Diese Entwicklung bleibt selten ohne Folgen und findet auch in unseren Gefilden statt.

Mit dem Auftreten neuer Arten beschäftigt sich auch die Ausstellung „Neobiota – Natur im Wandel“ im Naturkundemuseum Karlsruhe. Die Große Landesausstellung 2021 hat erstmals einen biowissenschaftlichen Fokus.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Auseinandersetzung mit einheimischen und invasiven Arten, Rückkehrern und Neobiota. Der Begriff leiht der Ausstellung seinen Namen und bezeichnet Organismen, die sich menschenbedingt in neuen Lebensräumen etabliert haben.

Wir sind damit sicherlich auch am Puls der Zeit.
Norbert Lenz, Direktor des Naturkundemuseums

Auch und gerade in der Region am Oberrhein spielen Neobionten eine besondere Rolle. „Wir sind damit sicherlich auch am Puls der Zeit“, sagt Norbert Lenz, Direktor des Naturkundemuseums.

Die Region am Oberrhein ist aufgrund der milden Temperaturen und des Aufeinandertreffens wichtiger Verkehrswege vom Wandel in der Natur besonders betroffen. Neben dem Klimawandel sind vor allem die internationalen Transportwege und der globale Handel entscheidende Faktoren im dynamischen Wandel der Natur.

Dies hat zur Folge, dass viele Tier- und Pflanzenarten sowie Pilze und Bakterien um die Welt reisen. Auf welchem Wege diese auch in die Region am Oberrhein geraten und welche Auswirkungen die neuen Arten auf den hiesigen Lebensraum haben, zeigt das Naturkundemuseum in seiner neuen Landesausstellung.

Die Folgen des Artenwandels sind verschiedenartig. So kann die inzwischen heimisch gewordene Tigermücke als Überträger von Krankheitserregern eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstellen. Die marmorierte Bettwanze wiederum ist eine invasive Art, die im Obst- und Gemüsemarkt für wirtschaftliche Verluste sorgt. Doch beileibe nicht alle neue Arten stellen eine Gefahr für die Natur und den Menschen dar.

Lediglich zehn Prozent der Neuankömmlinge können sich dauerhaft etablieren. Insgesamt ist eine von 1.000 neuen Arten invasiv. Zugleich fragt die Ausstellung danach, welche Arten aus unserem Breitgrad sich in andere Regionen dieser Welt ausbreiten. Auch hier steht die Frage nach den Folgen und dem Umgang mit ihnen im Mittelpunkt.

Das Naturkundemuseum hat für die Sonderausstellung Präparate und Modelle eigens angefertigt. Durch interaktive und inhaltliche Angebote wie Mitmachstationen, 3D-gedruckte Tastobjekte und multimediale Informationstafeln bietet die Ausstellung einen umfassenden Einblick im Bereich des Artenwandels.

Im Rahmen der Sonderausstellung, die bis zum 11. September 2022 zu sehen ist, werden Exkursionen angeboten, Vorträge mit Experten in das Programm aufgenommen und spezifische Angebote für Schulklassen organisiert.

Service

An diesem Dienstag, 16. November, schließt das Naturkundemuseum bereits um 16 statt um 17 Uhr.

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