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Im Sybelcentrum

Nur eine Woche: Repräsentative Schau Karlsruher Streetart-Künstler

Das Sybelcentrum zeigt derzeit eine ganze Bandbreite von Werken aus der Streetart-Szene. Die Schau ist noch bis 2. August in der Südstadt zu sehen - dann werden viele Werke wieder übermalt.

Dies ist nicht die gestohlene Gold-Toilette des Künstlers Maurizio Cattelan - sondern ein von Karlsruher Streetartisten „renoviertes” Badezimmer im Sybelcentrum. Foto: Jörg Donecker

Die Karlsruher Streetart-Szene ist bunt und stilistisch vielfältig – und erstmals in einer großen Ausstellung versammelt: Für kurze Zeit, vom 24. Juli bis 2. August, können im Sybelcentrum in der Karlsruher Südstadt eigens für die Ausstellung geschaffene Werke bestaunt werden, die von unterschiedlichsten Streetart-Kategorien wie Graffiti und Stylewriting über Malerei und Fotografie bis hin zu Mixed-Media und digitalen Installationen reichen.

Beim Eingang wartet ein alter Bekannter

Das Gebäude des Sybelcentrums für Kinder- und Jugendhilfen wird derzeit für die Sanierung vorbereitet und steht leer. Aus der Idee, über die Sommermonate zwei bis drei Räume mit Kunst zu bespielen, sind ganze drei Ausstellungs-Stockwerke entstanden, in denen die Künstler jeweils einen Raum in ihrem ganz individuellen Stil gestaltet haben.

Eternal Patience - Ewige Geduld - hat Aaron Zeitz sein Werk in der Ausstellung Expostation im Sybelcentrum genannt. Foto: Jörg Donecker

Der Erlös aus Ausstellung, Katalog und verkauften Kunstwerken soll zu 100 Prozent für die Sanierung des Sybelcentrums im Rahmen des Spendenprojekts „Keine Kalten Füße” verwendet werden.

Gleich beim Eingang erwartet den Fan urbaner Kunst ein alter Bekannter: Der hölzerne Schriftzug „Karlsruhe”, der beim Stadtgeburtstag im Schlossgarten zu sehen war, wurde für die Ausstellung von den Mitgliedern des Hip-Hop-Kulturzentrums Combo renoviert und stützt nun gewissermaßen das Gebäude – „Karlsruhe unterstützt das Sybelcentrum”, erklärt Martin „Buddy” Tabares San Jose.

Einblick in die Welt der Sprayer

Er hat die Ausstellung organisatorisch begleitet und selbst einige Werke beigesteuert. „Die Leistung kam aus der Szene”, betont er. Vielen Kreativen seien durch Corona die Jobs weggebrochen, so dass sie viel Zeit in die Gestaltung der Räume stecken konnten. Doch auch Künstler, die von ihrer Malerei leben können, haben sich beteiligt.

„Ich hätte bei manchen nicht gedacht, dass sie mitmachen. Aber wirklich jeder hat Ja gesagt”, erzählt Buddy. Etwa 80 Prozent aller Karlsruher Streetartkünstler seien zu sehen. Ihr Beitrag für die Sanierung des Sybelcentrums besteht aus den Werken für die Ausstellung sowie dem verbrauchten Material. „Für mich ist das wie eine doppelte Spende”, sagt Buddy.

Das wohl berühmteste Porträtmotiv der Welt - die Mona Lisa - kann einer Karlsruher Variation in der Ausstellung Expostation im Sybelcentrum betrachtet werden. Foto: Jörg Donecker

Tags und farbenfrohe Writings wechseln sich mit naturnahen Malereien und ausgeklügelten Zeichnungen ab, viele Installationen bieten Einblick in die Welt der Sprayer: so findet man sich mal zwischen zwei Bahnwaggons wieder, mal in einem komplett silberfarbenen Raum, mal darf in einer Toilette mit aufgehängten Textmarkern selbst „getaggt” werden.

Nur eine Woche lang ist die Ausstellung zu sehen, dann werden viele Werke überstrichen. Vergänglichkeit ist eben ein Wesensmerkmal der Streetart.

Nur bis zum 2. August

Die Ausstellung „Expostation” ist vom 24. Juli bis 2. August im Sybelcentrum, Sybelstraße 11, in der Karlsruher Südstadt zu sehen. Öffnungszeiten sind täglich von 10.30 bis 20.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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