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Knappe Liefermengen

Mentrup warnt vor Impfstoff-Notlage – Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft

Die Infektionszahlen in Karlsruhe sind weiter im Sinkflug, doch kleinere Ausbrüche verlangsamen den Trend. Lockerungen sind für die Stadt dennoch in Sicht. Nur an der Impfstoff-Front sieht Oberbürgermeister Frank Mentrup dunkle Wolken aufziehen.

Knappes Gut: Im Karlsruher Impfzentrum wird es voraussichtlich in den nächsten Wochen nur wenige Termine für Erstimpfungen geben. Die zugesagten Impfstoff-Lieferungen reichen dafür nicht aus. Foto: Fabian Strauch/dpa

In den nächsten Wochen wird die Karlsruher Impfkampagne deutlich an Schwung verlieren. Das kündigt Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) am Mittwochmittag direkt nach der Sitzung des Verwaltungsstabs in drastischen Worten an. Der Rathauschef spricht von einer „echten Notlage“.

Eine Absage von bereits vereinbarten Terminen für die Erstimpfung könne er nicht mehr ausschließen. Selbst alle Zweitimpfungen durchzuführen, werde schwierig.

Mit einer Besserung rechnet er frühestens im Juni. Das habe mit der Impfstoffverteilung durch den Bund zu tun. Der wecke derzeit hohe Erwartungen, liefere aber wenig, so der OB. „Und wir vor Ort sind dann die Deppen.“

Weiterer Rückgang der Infektionszahlen in Karlsruhe erwartet

Deutlich optimistischer blickt Mentrup auf die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen, die sich an verschiedenen Stellen bemerkbar mache. In den Arztpraxen entspanne sich die Situation ebenso wie auf den Covid-Normalstationen. Belegt sind allerdings weiterhin alle 40 Karlsruher Corona-Intensivbetten, teilweise mussten Patienten in andere Kliniken im Land verlegt werden. Mit einer Entspannung rechnen die Ärzte frühestens ab Pfingsten.

Die Bürger zeigen großes Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme.
Frank Mentrup, OB-Karlsruhe

Das „Abwasserorakel“ lasse einen weiteren Rückgang der Neuinfektionen erwarten, sagt Mentrup in seiner wöchentlichen Runde vor Pressevertretern. Das eröffne hoffentlich bald mehr Möglichkeiten für den Einzelhandel, aber schaffe auch Perspektiven für die Freibäder und andere Institutionen. Vom Land erhofft er sich bald Klarheit, in welchen Bereichen genau eine Öffnung möglich ist, sobald die Stadt fünf Tage unter der magischen Inzidenz-Grenze von 100 liegt und sich damit von der Bundesnotbremse verabschiedet.

Ausbruch in der Asylunterkunft

Seit mehreren Tagen liegt Karlsruhe knapp oberhalb dieser Marke. „Ein spannender Krimi“, so Mentrup. Möglicherweise wird der sich auch aufgrund zweier Ausbrüche noch ein paar Tage länger hinziehen.

In den Hagsfelder Werkstätten wurden 20 Personen positiv getestet, berichtet Mentrup zunächst. Noch während der Gesprächsrunde erreicht ihn die Meldung über einen Ausbruch in der Asylunterkunft in der Felsstraße.

Dort lägen 23 positive Tests von Bewohnern und 17 von Mitarbeitern vor. In den Schulen (33 positive Tests unter Schülern und Lehrern) sowie Kitas (sechs geschlossene Gruppen) sei die Lage hingegen weiterhin relativ ruhig.

Ein positives Zwischenfazit zieht der OB auch bei den freiwilligen Selbsttests in den Kitas, die die Stadt seit Anfang Mai zur Verfügung stellt. Rund 60 Prozent der Kinder seien zwei Mal pro Woche getestet worden, berichtet Mentrup. Er geht davon aus, dass diese Zahl noch steigen wird.

Forderungen nach einer Testpflicht, die manche Eltern ähnlich wie in Mannheim fordern, erteilt er hingegen eine Absage. Dafür gebe es aus seiner Sicht beim aktuellen Infektionsgeschehen weder eine rechtliche Handhabe noch eine Notwendigkeit. „Ich habe den Eindruck, dass das, was wir tun ausreicht.“

Lob für die Disziplin der Karlsruher

Lobende Worte hat der Rathauschef auch für die Karlsruher im Gepäck. Die vor vier Wochen laut geäußerten Gedanken zu einer Ausweitung der Maskenpflicht seien mittlerweile weit entfernt.

Kontrollen in Grünanlagen und Supermärkten hätten am Wochenende keine großen Verstöße offenbart, lediglich die Turmbergterrasse wurde wieder einmal als Problemzone identifiziert. „Im Finish zeigen die Bürger großes Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme.“

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