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Klinikum rechnet nicht mit Kollaps

Omikron in Karlsruhe: Für Entwarnung ist es noch zu früh

Wird Omikron der Schlüssel für die Rückkehr in die Normalität? Im Städtischen Klinikum Karlsruhe wächst trotz steigender Fallzahlen die Hoffnung auf ein Ende des Ausnahmezustands.

Nach ruhigen Feiertagen erwartet man im Städtischen Klinikum wieder mehr Patienten auf den Covid-Stationen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Trotz sprunghaft angestiegener Inzidenzen sieht Klinikdirektor Franz Kehl in den kommenden Tagen noch keinen Grund zur Panik. „Alles deutet darauf hin, dass Omikron zu deutlich weniger schweren Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten führt“, sagt der Leiter der Intensivmedizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe. „Und deshalb kann man sich vorstellen, dass auch die fünfte Welle zu bewältigen ist.“

Sieben Patienten werden derzeit im Covid-Intensivbereich des Klinikums behandelt, drei davon beatmet. Auf der Covid-Normalstation werden aktuell 17 Patienten betreut.

Entwarnung möchte Kehl allerdings frühestens Ende Januar geben. „Dann haben wir genügend Erkenntnisse, wie sich Omikron in England und im Norden Deutschlands ausgewirkt hat“, betont der Intensivmediziner. In den nördlichen Bundesländern und in Großbritannien ist die Anzahl der Omikron-Fälle nämlich bereits deutlich höher als in Baden-Württemberg.

Weil die bisherigen Corona-Wellen meist mit einigen Wochen Verzögerung in den Krankenhäusern ankamen, müsse man die Situation in stärker betroffenen Regionen und Ländern ganz genau beobachten und auf dieser Basis Schlüsse für weitere Strategien beim Kampf gegen die Pandemie ziehen, so Kehl. „Aber auf jeden Fall wird sich Omikron auch in Karlsruhe sprunghaft verbreiten.“ Am Freitag stieg die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis auf 547 und im Landkreis auf 400.

Ruhiger Jahreswechsel auf Corona-Stationen

Während der Feiertage hatte das Klinikpersonal bei deutlich niedrigen Inzidenzen und vergleichsweise geringer Auslastung auf den Covid-Stationen etwas Gelegenheit zum Durchatmen. „Weniger Covid-Fälle bedeuten aber nicht weniger Arbeit“, stellt Kehl klar. Die Grundlast in einem Krankenhaus bleibe immer gleich hoch, anstelle von Covid-Patienten werden dann Leute mit anderen Erkrankungen medizinisch versorgt.

Sorgen machen sich Kehl und Pflegedirektorin Elvira Schneider vor allem wegen der angespannten personellen Situation. 164 Pflegekräfte fallen derzeit wegen Krankheit oder Quarantäne aus. „Wir würden gerne mehr Intensivbetten bereitstellen, aber das ist mit unserer Personaldecke nicht möglich“, sagt Kehl. Allerdings müsse in den kommenden Wochen wohl mindestens eine zusätzliche Covid-Station eingerichtet werden.

Besonders wichtig seien deshalb funktionierende Hygienekonzepte innerhalb des Klinikums. „Wir können es uns nicht erlauben, dass Infektionen innerhalb der Klinik weitergegeben werden“, betont Kehl. Bislang hätten sich die meisten der Betroffenen im privaten Umfeld mit Corona infiziert. Den Anteil der immunisierten Mitarbeitenden beziffert das Klinikum auf über 90 Prozent, 63 Prozent der Belegschaft haben nach eigenen Angaben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

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