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Premiere nach Corona-Pause

Nach zwei Jahren heißt es wieder „Manege frei“ beim Karlsruher Weihnachtscircus

Nach knapp zwei Jahren Pause und einer Zitterpartie wegen Corona heißt es nun endlich „Manege frei“ für die Artisten des Karlsruher Weihnachtscircus. Wirtschaftlich geht es um reine Schadensbegrenzung. Doch emotional geht es um viel mehr.

Handstandakrobat René Sperlich begeistert das Publikum im Karlsruher Weihnachtscircus. Foto: Jörg Donecker

Auf dem Karlsruher Messplatz wirbeln vereinzelt kleine Schneeflocken durch die Luft. Im gelb-rot gestreiften Zelt ruft die kleine Mia-Sophie: „Das ist alles so schön hier.“ Ein Besuch des Karlsruher Weihnachtscircus hat in ihrer Familie Tradition. Die Karten hat ihre Uroma Regine Heimig schon Mitte November gekauft. Jedes Jahr bringt der Nikolaus dann die Tickets am 6. Dezember.

Das Vorzelt ist mit rotem Teppich ausgelegt. In der Mitte steht ein großer Weihnachtsbaum, geschmückt mit glitzernden roten und goldenen Kugeln. Um den Baum herum stehen Buden wie auf einem Weihnachtsmarkt.

Es gibt gebrannte Mandeln, Popcorn, Wein aus der Region, Wurst im Weck und Pommes. Der fruchtige Duft von Glühwein weht durch das Zelt. Weihnachtslieder laufen im Hintergrund. Kinder schwenken blau und grün blinkende Stäbe mit einem Stern durch die Luft.

Erste Vorstellung für den Karlsruher Weihnachtscircus nach der Zwangspause

Die Familienvorstellung am Mittwoch um 15 Uhr ist die erste Aufführung seit knapp zwei Jahren für den Karlsruher Weihnachtscircus. Wirtschaftlich geht es um reine Schadensbegrenzung, sagt Pressesprecher Kevin Leppien. Er rechnet wegen der Begrenzung auf 750 Besucher mit Einbußen. Doch emotional geht es um viel mehr. Für die Artisten und die Zuschauer. Ein Hauch von Normalität in Pandemie-Zeiten.

Der rot funkelnde Vorhang öffnet sich und es erscheint eine Weihnachtsdampflok. Sie dreht eine Runde durch die Manege und sammelt alle Artisten ein. Nach einer amüsanten Akrobatik-Nummer sorgt Clown Mr. Gerald für Ablenkung im Publikum. Denn in der Manege wird die Hochseil-Schaukel von Anastasia unter der Zeltkuppel aufgebaut.

Bunte Mischung aus Akrobatik, Comedy, Tieren und Tanz in Karlsruhe

Auf den Clown freut sich Mia-Sophie am meisten. Sie hat Glück, denn er ist der Pausenfüller und kommt immer wieder. Jetzt turnt Mr. Gerald mit Glitzer im Gesicht durch die Ränge. Ein Zuschauer aus der ersten Reihe soll ihm eine Kartoffel zuwerfen. Mit einer Gabel im Mund will Mr. Gerald sie auffangen. Doch egal, wie gekonnt der gut gelaunte ältere Besucher auch wirft. So recht will Mr. Gerald das Kunststück nicht gelingen. Besonders laut brandet der Beifall bei seiner Nummer mit Kindern aus dem Publikum auf.

Und es geht weiter Schlag auf Schlag, Artisten geben sich die Klinke in die Hand und gönnen den Besuchern kaum Pausen. Absolut postkartenreif ist eine Szene von Dompteurin Laura Urunova. Sie setzt einen weißen Papagei auf das Kopfteil eines Mini-Liegestuhls. Er macht einen Purzelbaum und chillt in der Sonnenliege.

Nach der Pause kommt Rene Sperlich. Der Sohn des Zirkusgründers Joachim Sperlich ist auch durch die RTL-Sendung „Ninja Warrior Germany“ bekannt, in der er seit 2019 auftritt. Jetzt in der Manege macht der Muskelmann mit glitzerndem Oberkörper einen einhändigen Handstand auf einer fünf Meter hohen Stange, die aus einer Pyramide ragt.

Für Verena Wolf aus Bruchsal bedeutet die Zirkus-Show „ein bisschen zauberhafte Weihnachtsstimmung“. Ihre Chefin hat sie und Kollegen eingeladen. „Es tut schon weh, wenn immer alles ausfällt – der Betriebsausflug, jetzt die Weihnachtsfeier“, sagt Wolf. Die Atmosphäre im Zirkus genießt sie deshalb nun ganz besonders.

Lange Zitterpartie für Zirkusleute und Zuschauer

Vor einem Jahr musste der Karlsruher Weihnachtscircus wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Auch in diesem Winter mussten die Organisatoren und die internationalen Künstler bis in die Nacht vor der ersten Aufführung bibbern.

Die vergangenen Tage seien ein „reiner Nervenkrieg“ gewesen, sagt Zirkus-Chef Joachim Sperlich. Alle Künstler waren gebucht und der Vorverkauf lief auf Hochtouren. Eine erneute Absage wäre ein „Desaster ohne Gleichen“, sagt Pressesprecher Kevin Leppien.

Erst das Treffen von Politikern aus Bund und Ländern bringt am Dienstagabend die Nachricht, die sich die Zirkusleute so sehnlichst gewünscht haben. Sie dürfen auftreten. Nach zwei Jahren Arbeit unter Pandemiebedingungen samt Auftrittsverboten, schöpfen die Zirkuskünstler wieder Hoffnung.

Tickets für den Karlsruher Weihnachtscircus

Karten gibt es noch für die Abendvorstellungen bis Silvester. Die Aufführungen an den Nachmittagen sind bereits ausverkauft. Im neuen Jahr gibt es noch freie Auswahl.

Tickets und weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Karlsruher Weihnachtscircus, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und auf dem Online-Ticketportal Reservix. Auch an den Zirkuskassen auf dem Messplatz sind Karten erhältlich.

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