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Neue Nutzungszeiten

Scooter-Fahrer dürfen nun auch sonntags auf die Skater-Anlage in der Karlsruher Oststadt

Zeitliche Einschränkungen für Tretroller hatten manche Nutzer des Skateparks im Otto-Dullenkopf-Park verärgert. Nun gibt es erneut neue Regeln.

Werktags dürfen Rollerfahrer nun eine halbe Stunde länger auf die Anlage, außerdem sind ab sofort auch sonntags Scooter erlaubt. Foto: Jörg Donecker

Junge Männer springen mit Skateboards durch die Luft, ein BMX-Fahrer lässt sein Rad im Flug unter sich kreisen. Die Skater-Anlage im Karlsruher Otto-Dullenkopf-Park ist an einem trüben Mittwochnachmittag schon gegen 13 Uhr gut besucht. Nur von einer Nutzergruppe fehlt jede Spur, dabei geht es bei diesem Termin mit Bürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) und Gartenbauamtsleiterin Doris Fath genau um sie: Kleinere und größere Kinder auf Tretrollern, auch Scooter genannt, die Skater-Anlagen wie diese seit einigen Jahren vermehrt für sich entdecken.

Wenn es nach Anhängern dieser neuen Trendsportart geht, dann ist Tretrollerfahren demnächst olympische Disziplin. In der Karlsruher Oststadt sorgt der Hype aber für einige Probleme: Skater und Scooter kommen sich in die Quere, es gibt viel Frust und immer wieder Zusammenstöße. Sogar der Notarzt musste schon anrücken.

„Es gibt zwar einige erwachsene Scooterfahrer, aber in erster Linie sind es kleinere Kinder, die die Gefahrenlage noch nicht überblicken können“, erklärt Bürgermeisterin Lisbach. Laut Doris Fath haben Nutzer von Skateboards oder BMX-Rädern und solche auf Rollern unterschiedliche Bewegungsmuster, die auf der hügeligen Anlage für Probleme sorgen können.

Skatepark in der Karlsruher Oststadt wurde nicht für Rollerfahrer gebaut

Gebaut wurde der Skatepark 2016 für die Skate- und BMX-Szene, nicht für Tretroller. „Die Planer sind selbst aktive Skater, damals war das Thema Scooter noch gar nicht aktuell“, erzählt Lisbach.

Die Anlage ist die beliebteste der ganzen Stadt und so stark frequentiert, dass wir etwas tun mussten.
Bettina Lisbach, Bürgermeisterin (Grüne)

Ein Handlungsbedarf habe sich deswegen erst Jahre später ergeben, weil sich Skater vor einigen Monaten beim Amt über die zunehmende Anzahl von Rollerfahrern beklagten. „Die Anlage ist die beliebteste der ganzen Stadt und so stark frequentiert, dass wir etwas tun mussten“, schildert Lisbach. Also stellte die Verwaltung Schilder auf: Die Nutzung mit Scootern war fortan nur noch von Montag bis Samstag zwischen 9 und 16.30 Uhr erlaubt.

Das wiederum rief Eltern von Roller fahrenden Kindern auf den Plan, die sich über die Einschränkung beschwerten. Zudem waren die Schilder schon nach kurzer Zeit vollgesprüht und die Regeln nicht mehr lesbar. Mit einer neuen Beschilderung versucht das Amt nun, einen Kompromiss zu finden: Werktags dürfen Roller eine halbe Stunde länger auf die Anlage. Neu ist auch, dass sie nun sonntags von 9 bis 14 Uhr fahren dürfen. Diese Zeiten sollen vor allem Kindern entgegenkommen, die unter der Woche Ganztagsunterricht haben.

Für eine reine Scooter-Anlage fehlt der Stadt Karlsruhe das Geld

Der Kommunale Ordnungsdienst wird die Einhaltung der Regeln im Rahmen seiner Möglichkeiten kontrollieren. „Wir müssen nun die Reaktionen abwarten“, sagt Fath. „Es geht um ein Miteinander.“ Den Vorrang sieht Fath ganz klar bei Skatern und BMX-Fahrern, die deswegen auch größere Zeitfenster für die Nutzung ihrer Anlage haben.

Alle anderen Skate-Parks in Karlsruhe sind weniger stark frequentiert und dürfen daher auch zu jeder Zeit von allen Gruppen genutzt werden. Für eine reine Roller-Anlage fehle das Geld, betont Bettina Lisbach. „Es ist eben so, dass eine Stadt nicht alle Wünsche erfüllen kann“, ergänzt Fath.

Die neuen Regeln stoßen zumindest bei den anwesenden BMX-Fahrern schon einmal auf Zustimmung. „Es ist gut, dass die Roller-Zeiten eingeschränkt sind“, sagt etwa der 16-jährige Marc, der seit einem Jahr zum Training herkommt. Bevor es die Regeln gab, seien „die Scooter immer im Weg und der ganze Platz viel zu voll“ gewesen. Scooter gänzlich zu verbannen, wäre für Marc aber auch nicht der richtige Weg: „Die müssen ja auch die Möglichkeit haben, mal zu fahren.“ Nur eben nicht unbedingt, wenn er gerade mit seinem Rad herumspringt.

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